• 25.01.2019
      20:45 Uhr
      Exakt - Die Story: Justiz in Not - Deutschlands Richter am Limit Film von Stephanie Wätjen | tagesschau24
       

      50 Verdächtige mussten 2017 in Deutschland aus der Untersuchungshaft entlassen werden, weil die Gerichte nicht schnell genug arbeiteten. Ein Drittel davon in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Gründe: An den Gerichten stapeln sich die unerledigten Fälle. Die Verfahren ziehen sich hin. Die durchschnittliche Verfahrensdauer an den Landgerichten steigt seit Jahren. Richter und Staatsanwälte sind überlastet. Sie können nicht mehr garantieren, dass alle Haftverfahren schnell genug bearbeitet werden.

      Freitag, 25.01.19
      20:45 - 21:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      50 Verdächtige mussten 2017 in Deutschland aus der Untersuchungshaft entlassen werden, weil die Gerichte nicht schnell genug arbeiteten. Ein Drittel davon in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Gründe: An den Gerichten stapeln sich die unerledigten Fälle. Die Verfahren ziehen sich hin. Die durchschnittliche Verfahrensdauer an den Landgerichten steigt seit Jahren. Richter und Staatsanwälte sind überlastet. Sie können nicht mehr garantieren, dass alle Haftverfahren schnell genug bearbeitet werden.

       

      Als das 13-jährige Mädchen aus Sachsen-Anhalt ihrem Vater erzählt, dass der Nachbar sie sexuell missbraucht hat, erstattet der Vater Anzeige. Das Leid seiner Tochter kann er damit nicht lindern. Doch er hofft, dass der Täter eine gerechte Strafe bekommt. Aber es dauert sechs Monate, bis die Staatsanwaltschaft eine Anklageschrift erstellt. Vier Jahre lang wird der Prozess immer wieder verschoben.

      50 Verdächtige mussten 2017 in Deutschland aus der Untersuchungshaft entlassen werden, weil die Gerichte nicht schnell genug arbeiteten. Ein Drittel davon in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Gründe: An den Gerichten stapeln sich die unerledigten Fälle. Die Verfahren ziehen sich hin. Die durchschnittliche Verfahrensdauer an den Landgerichten steigt seit Jahren. Richter und Staatsanwälte sind überlastet. Sie können nicht mehr garantieren, dass alle Haftverfahren schnell genug bearbeitet werden. Immer mehr Täter bekommen auch deshalb Strafrabatte, weil die Verfahren zu lange dauern. Mängel, die potenziell auch das Vertrauen in den Rechtsstaat untergraben.

      Der Film "Justiz in Not" erzählt aus Richter- und Opfersicht, was die Überlastung der Justiz für die Menschen bedeutet. Er begleitet den Erfurter Richter Holger Pröbstel an seinen langen Arbeitstagen. Auch in Thüringen wurde bei der Justiz heftig gespart. Gerichtskammern wurden geschlossen, jahrelang kaum jemand eingestellt. Dabei hat Jugendrichter Holger Pröbstel immer mehr Fälle von Kindesmisshandlung und sexueller Gewalt auf dem Tisch. An einem normalen Arbeitstag ist das nicht mehr zu schaffen. Holger Pröbstel und seine Kollegen am Landgericht Erfurt verhandeln mittlerweile sogar samstags, um die Flut der Verfahren in den Griff zu kriegen.

      Und der Film zeigt, wie die Familie aus Sachsen-Anhalt das Vertrauen in den Rechtsstaat verliert, weil der sexuelle Missbrauch an der Tochter nicht rechtzeitig bestraft wurde. Am Ende bekommt der Täter eine Bewährungsstrafe. Auch wegen der langen Verfahrensdauer.

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