• 17.01.2019
      01:50 Uhr
      San Marino - Freiheit am Abgrund Film von Christian Romansowski | tagesschau24
       

      Italien ringsum, schöne Aussicht von der Piazza della Liberta, auf der eine weiße Statue den Freiheitsgedanken der 'Republicca della Liberta' überlebensgroß in Marmor verkörpert. Gelegentlich ist sie vom Nebel verhüllt: Die Freiheit. Manchmal steht sie im Regen, natürlich ist sie vor allem hitzebeständig, denn der Sommer ist sehr heiß in San Marino.

      Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 17.01.19
      01:50 - 02:05 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Stereo

      Italien ringsum, schöne Aussicht von der Piazza della Liberta, auf der eine weiße Statue den Freiheitsgedanken der 'Republicca della Liberta' überlebensgroß in Marmor verkörpert. Gelegentlich ist sie vom Nebel verhüllt: Die Freiheit. Manchmal steht sie im Regen, natürlich ist sie vor allem hitzebeständig, denn der Sommer ist sehr heiß in San Marino.

       

      Die Symbolfigur der kleinen Republik trägt eine Festung als Krone. San Marino verstand seine Unabhängigkeit stets zu verteidigen. Gegen alle Vereinnahmungsversuche von weltlichen Herrschaften, Fürsten und Königen, blieb sie ebenso immun, wie gegen die Ansprüche der Kirchenfürsten. Und Napoleon statuierte an ihr eine Geste der Großzügigkeit, er ließ sie links liegen bei der Eroberung der Welt.

      Der Staat mit kaum mehr als 25.000 Bürgern, der bis heute nach einer eigenen und freiheitlichen Verfassung regiert wird, kann beanspruchen, die älteste Republik zu sein. Seit dem 13. Jahrhundert ist die Unabhängigkeit aktenkundig. Die Gründung San Marinos liegt natürlich viel weiter zurück. Das war um das Jahr 300 nach Christus, Legende und Historie sind sich ziemlich einig, und der Gründer war der Heilige Marinus. Und da man die Legende der Stadtgründung durch einen Heiligen nachhaltig bewahrheiten wollte, hat man in der Basilika mit ihrem wunderschönen, griechisch anmutenden Säulenaufgang die Statue des Marinus in den Mittelpunkt des Altarraums gestellt, dafür musste sein himmlischer Chef ein wenig in den Hintergrund treten.

      Wenn im adriatischen Meer, das vom 756 Meter hohen Monte Titano in der Ferne sichtbar, die Sonne ihren Aufgang spiegelt, legt sie einen goldenen Teppich zwischen Rimini und die Inseln vor der kroatischen Küste. Rab ist eine dieser Inseln. Von dort war er gekommen, der Heilige, als er noch nicht heilig, sondern Steinmetz war, von Arbe, der Insel Rab. Marinus bearbeitete in der Hafenstadt Rimini Steine für Paläste und römische Tempel. Doch er war Christ, und es war die Zeit, als der römische Kaiser Diokletian die letzte Verfolgung gegen die Anhänger dieses neuen Glaubens ins Werk setzte. Marinus floh aus Rimini auf die damals noch namenlose Gebirgshöhe. Hier war er vor Verfolgung relativ sicher. Senkrecht stürzt der Felsen auf der Westseite des Monte Titano in die Tiefe. Im 13. Jahrhundert wurden direkt an diesem Abgrund drei befestigte Türme gebaut. Sie zählen heute zu den Sehenswürdigkeiten. Die beeindruckende Fernsicht, die der Besucher hier in schwindelerregender Höhe genießen kann, muss er allerdings mit etwas Atemlosigkeit erkaufen. Doch bei fast jeder der steilen Gassen San Marinos geht dem Besucher ein wenig die Puste aus. Aber wer möchte schon auf diesen weiten Blick verzichten, bei dem es einleuchtend erscheint, dass die Bewohner dieses Ortes, die Freiheit über alles stellten.

      Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

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