• 10.02.2013
      15:00 Uhr
      Traumhäuser Eine Fabrik für die Künste | ARD alpha
       

      In München erschwinglichen Wohnraum zu finden, ist nicht leicht. Aber Ateliers oder Studios zu einer bezahlbaren Miete zu ergattern, ist schier unmöglich. Nach dem Motto "Gemeinsam geht es besser" gründete eine Gruppe von Kreativen eine Genossenschaft und kaufte eine "Traumfabrik" zum Wohnen und Arbeiten im Münchner Stadtteil Berg am Laim. Der große Stahlbetonkomplex mit Vorder- und Rückgebäude stammt aus den 1960er Jahren und war früher eine Kleiderfabrik.

      Sonntag, 10.02.13
      15:00 - 15:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      In München erschwinglichen Wohnraum zu finden, ist nicht leicht. Aber Ateliers oder Studios zu einer bezahlbaren Miete zu ergattern, ist schier unmöglich. Nach dem Motto "Gemeinsam geht es besser" gründete eine Gruppe von Kreativen eine Genossenschaft und kaufte eine "Traumfabrik" zum Wohnen und Arbeiten im Münchner Stadtteil Berg am Laim. Der große Stahlbetonkomplex mit Vorder- und Rückgebäude stammt aus den 1960er Jahren und war früher eine Kleiderfabrik.

       

      Wo einst für die Stange genäht wurde, haben sich jetzt 40 Künstlerinnen und Künstler mit ihren ganz individuellen Bedürfnissen eingenistet. Da das Gelände direkt an ein Wohngebiet angrenzt, machte die Lokalbaukommission eine Ausnahme und genehmigte eine gemischte Nutzung - allerdings mit der strengen Auflage, dass in der Kunstfabrik nur wohnen darf, wer hier auch arbeitet. Zudem wurde die Zahl der genehmigten Wohnungen auf acht begrenzt.

      Der Münchner Architekt Stefan Holzfurtner, der die Sanierung des Areals übernahm, entwarf daraufhin für das fünfgeschossige Vorderhaus verschiedene maßgeschneiderte Wohneinheiten. Im viergeschossigen Rückgebäude entstanden Atelierräume, Werkstätten, Studios und Büros. Keine Luxus-Lofts, sondern Nüchternheit und höchste Raumökonomie - das war das Grundprinzip für die Baugenossenschaft und damit auch für den Architekten.

      Die Künstler haben sich multifunktionale Räume gewünscht - kompakt, reduziert, schnörkellos. Im Rahmen der Bestandssanierung wurde zwar die in die Jahre gekommene Waschbetonfassade abgenommen und durch zeitgemäße, hochwärmegedämmte Holzfassadenelemente und neue Fenster mit Dreifachverglasung ersetzt. Aber der raue Charme des Industriebaus, der die besondere Atmosphäre ausmacht, blieb erhalten und viele Überbleibsel der gewerblichen Nutzung sind heute Gold wert. "Unbezahlbar sind der Lastenaufzug und das geräumige Kellerabteil, das zu meiner Einheit gehört. Auch der große Arbeitsraum mit der für Industriebauten der Sechziger Jahre typischen sichtbaren Rippendecke und einer Höhe von drei Metern ist super. Hier kann ich nach Herzenslust schweißen, sägen und hämmern und habe auch für sehr große Skulpturen genug Platz", schwärmt Bildhauerin Sabine Straub von ihrem neuen Arbeitsplatz.

      Die "Fabrik für die Künste" ist ein Musterbeispiel für urbanes Bauen. Das Quartier wird durch die Kreativen aufgewertet, die Räume sind bezahlbar und das qualitätvolle Gebäude, ein Klassiker der industriellen Moderne, blieb erhalten und entspricht nun den aktuellen Energie-Standards.

      Wer träumt ihn nicht - den Traum vom eigenen Haus? Einmal alles genauso gestalten können, wie man sich das selbst vorstellt. Die "Traumhäuser"-Bauherren haben sich diesen Traum erfüllt. Jede und jeder auf seine ganz persönliche Weise. Herausgekommen sind völlig unterschiedliche Wohnhäuser, die jedoch eines verbindet: die hohe gestalterische Qualität.

      (Architektur-Reihe / 2011)

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      Sonntag, 10.02.13
      15:00 - 15:30 Uhr (30 Min.)
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