• 09.02.2013
      15:00 Uhr
      alpha-Campus VORLESUNG Eine Reise durch Bayern: Landshut - die Hochzeit von 1475 | ARD alpha
       

      Die Landshuter Hochzeit von 1475 stellt bis heute eine der bekanntesten Festlichkeiten des deutschen Mittelalters dar. Sie kündet von Glanz und Reichtum des Herzogtums Bayern-Landshut, das hauptsächlich das heutige Niederbayern umfasste und sich im 15. Jh. zu dem mächtigsten bayerischen Landesteil entwickelt hatte. Referent: Dr. Martin Rüth. - In Campus VORLESUNG greifen Wissenschaftler wichtige Fragen der Zeit auf und erläutern die Themen aus ihrer Forscherperspektive.

      Samstag, 09.02.13
      15:00 - 15:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Die Landshuter Hochzeit von 1475 stellt bis heute eine der bekanntesten Festlichkeiten des deutschen Mittelalters dar. Sie kündet von Glanz und Reichtum des Herzogtums Bayern-Landshut, das hauptsächlich das heutige Niederbayern umfasste und sich im 15. Jh. zu dem mächtigsten bayerischen Landesteil entwickelt hatte. Referent: Dr. Martin Rüth. - In Campus VORLESUNG greifen Wissenschaftler wichtige Fragen der Zeit auf und erläutern die Themen aus ihrer Forscherperspektive.

       

      Die Herrscher des Herzogtums Bayern-Landshut waren im 15. Jahrhundert als die "reichen Herzöge" bekannt, denn sie beherrschten ein nicht nur großes, sondern auch wohlhabendes und sehr gut verwaltetes Territorium. Mit ihnen entwickelte sich die Stadt Landshut neben und vor München zur bedeutendsten Stadt des damaligen Bayern. Die eheliche Verbindung des Landshuter Erbprinzen Georg mit Hedwig, Tochter des Königs von Polen, wurde daher mit ausgesuchter Pracht und im Beisein einer selten großen Zahl vornehmer Gäste gefeiert, an ihrer Spitze Kaiser Friedrich III. Vieles an diesem Fest war bemerkenswert: seine Größe und der ungeheure Prunk, der hier entfaltet wurde; die bemerkenswerte logistische Leistung, die hinter diesem Massenevent mit sicherlich mehr als 5000 Besuchern stand; die immensen Kosten, die Herzog Ludwig, der Vater des Bräutigams trug und tragen konnte; aber auch die eheliche Verbindung selbst, die zu dieser Zeit für Mitglieder des Hauses Wittelsbach ungewöhnlich war und auch keine Nachahmer finden sollte.

      Um sie verstehen zu können, muss man zahlreiche politische Entwicklungen einbeziehen, die um diese Zeit den mittel- und osteuropäischen Raum von Polen über Ungarn und Böhmen bis weit in das deutsche Reich bestimmten. Erst sie lassen die Hintergründe für diese eheliche Verbindung, die natürlich vor allem eine politische Verbindung war, verstehen. Bemerkenswert ist weiterhin, dass diese Eheschließung zwar ohne erkennbare politische Folgen blieb, mittelfristig aber zu einer Wiedervereinigung der bayerischen Landesteile führte, da aus ihr keine männlichen Erben hervorgingen. 1503 starb mit dem Bräutigam die Linie Bayern-Landshut aus. Bayern wurde unter der Münchener Linie endgültig wiedervereinigt. Und bemerkenswert ist außerdem, dass die Stadt Landshut dieses Fest seit dem Beginn des 20. Jahrhundert mit großem Erfolg nachfeiert und damit einem Ereignis des Spätmittelalters bis in die Gegenwart zu einem auch international großen Bekanntheitsgrad verholfen hat.

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      Samstag, 09.02.13
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