• 01.09.2012
      11:00 Uhr
      alpha-Campus CLASSICS Laufend klüger - Die Erforschung des Ausdauerlaufs | ARD-alpha
       

      Laufen macht glücklich und reduziert Schmerzen - Über Jahrzehnte ungeklärt: Woher kommt das Hochgefühl, das Läufer beschreiben? Sind tatsächlich die legendären Endorphine die Ursache, Botenstoffe, die wie körpereigene Drogen wirken?

      Samstag, 01.09.12
      11:00 - 11:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Laufen macht glücklich und reduziert Schmerzen - Über Jahrzehnte ungeklärt: Woher kommt das Hochgefühl, das Läufer beschreiben? Sind tatsächlich die legendären Endorphine die Ursache, Botenstoffe, die wie körpereigene Drogen wirken?

       

      Die Untersuchungen, die in den vergangenen Jahrzehnten durchgeführt wurden, hatten einen Haken: Sie bewiesen nur, dass der Endorphin-Spiegel im peripheren Blut nach dem Laufen erhöht war. Was allerdings im Gehirn passierte, konnte die Forschung nicht nachvollziehen. Das gelang nun Prof. Thomas Tölle, TU München, und Prof. Henning Boecker, Universität Bonn. Sie führten den Nachweis mit neuer Methode. Mit Hilfe der Positronen-Emissions-Tomographie blickten sie in das Gehirn von Läufern, beobachteten die Aktivität der Botenstoffe und verglichen den Zustand vor und nach dem Lauf.

      Den Wissenschaftlern gelang damit der Nachweis, dass tatsächlich der körpereigene Drogenstoff die Euphorie bei Läufern auslöst. Und nicht nur das. Es trat klar hervor: Die Botenstoffe werden in Arealen hergestellt, die zentral bei der Schmerzverarbeitung beteiligt sind.

      Und das brachte die Wissenschaftler auf eine neue Spur. In weiteren Studien wollen sie herausfinden, ob Laufen tatsächlich Auswirkungen hat auf die Schmerzverarbeitung. Erste Ergebnisse zeigen, Läufer empfinden einen standartisierten Hitzeschmerz nach dem Lauf als weniger unangenehm als vor dem Lauf. Die Wissenschaftler sind sich sicher, dass die neuen Erkenntnisse auch in Therapien zur Behandlung verschiedener Krankheiten einfließen werden. Ausdauersport scheint bei Erkrankungen wie Kopfschmerz oder Migräne so wirksam zu sein wie eine pharmakologische Behandlung, so Prof. Tölle.
      Laufen macht schlau

      Laufen macht schlau. Zu diesem Ergebnis kamen Prof. Manfred Spitzer und Dr. Ralf Reinhardt. Die Ulmer Wissenschaftler wollten herausfinden, was der Sport im Gehirn bewirkt. Welche Auswirkungen hat Laufen auf die Konzentrationsfähigkeit? Lernt es sich leichter?

      Sie untersuchten in Zusammenarbeit mit der Universität Karlsruhe 100 Läufer. Die Probanden liefen vier Monate lang drei Mal die Woche unterschiedlich lange Einheiten. Die Wissenschaftler waren insbesondere an einem Enzym interessiert, das beim Menschen in verschiedener Form vorliegen kann: Catechyl-o-methyl-transferase, kurz Compt. Es entscheidet mit darüber, wie schnell Dopamin im Körper abgebaut werden kann und hat insofern auch Auswirkungen auf kognitive Fähigkeiten. Die Ulmer Wissenschaftler fanden heraus, dass es abhängig von der genetischen Ausstattung einen unterschiedlichen Effekt des Laufens gab. Diejenigen Probanden, die Dopamin schnell verarbeiten und insofern von vornherein etwas langsamer waren bei manchen psychologischen Tests, profitieren durch das Laufen am meisten.

      Konzentrationsfähigkeit und räumliches Vorstellungsvermögen verbessern sich nachweislich durch das Laufen. Doch wie oft und wie lang sollte man laufen? Wie schnell kann man Körper und Gehirn auf Vordermann bringen?

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