• 28.08.2012
      10:15 Uhr
      Klassiker der Weltliteratur Herman Melville - Moderation: Tilman Spengler | ARD-alpha
       

      Die Schule musste Melville mit zwölf Jahren abbrechen, um stattdessen seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er heuerte als Matrose an, unter anderem auf einem Walfänger. Diese Fahrt brachte ihn zu Kannibalen - und zur Literatur.

      Dienstag, 28.08.12
      10:15 - 10:30 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Stereo

      Die Schule musste Melville mit zwölf Jahren abbrechen, um stattdessen seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er heuerte als Matrose an, unter anderem auf einem Walfänger. Diese Fahrt brachte ihn zu Kannibalen - und zur Literatur.

       

      Melville war gerade 27, als er mit seinem Buch "Ein Blick auf polynesisches Leben" ein fulminantes Debüt vorlegte. Er schildert hier was er erlebte, nachdem er den unzumutbaren Bedingungen auf einem Walfänger entkommen war, wie er in Gefangenschaft geriet und schließlich aus den Händen der Kannibalen gerettet wurde.

      Sein Erfolg führte ihn in die literarischen Salons, war aber von kurzer Dauer. Auch mit seinen heute berühmtesten Werken "Moby Dick" und "Bartleby, der Schreiber" konnte er nicht mehr an seine frühe Popularität anknüpfen, die Werke erschienen in niedriger Auflage und verkauften sich schlecht. Seine literarische Bedeutung wurde erst nach seinem Tod im Jahr 1891 erkannt.

      1819 kam Melville in New York zur Welt. Sein Vater war Kaufmann, ging pleite. Melville verließ die Schule und fuhr zur See. Ein Spaziergang war dieses Matrosenleben nicht, aber er erlebte Abenteuer, die er literarisch aufarbeitete. Sein beliebtestes Werk, "Moby Dick", erzählt die Geschichte einer Jagd. Kapitän Ahab zieht mit seinem Schiff Pequod aus, um einen legendären weißen Pottwal zu finden und zu töten. Ishmael, der Erzähler der Geschichte, überlebt diese Jagd als Einziger, denn Ahab geht es um weit mehr als um Geld. Er will Rache nehmen, denn dieser Wal hatte schon einmal sein Schiff zerstört. Dieses Mal reißt er nicht nur die Pequod, sondern auch Ahab selbst mitsamt seiner Mannschaft in die Tiefe.

      Es klingt nach einem Abenteuerroman, ist aber viel mehr als das. Er webt theologische, naturgeschichtliche und politische Betrachtungen in den Text ein, der an zahlreichen Stellen biblische Dimensionen annimmt - nicht zuletzt, weil Ahab wie ein Prophet spricht.

      Melville war Autodidakt. Er schaute sich das schriftstellerische Handwerk von anderen zeitgenössischen und früheren Autoren ab, probierte aus. Leicht fiel ihm das nie. Auch wenn man das seinen Romanen nicht anmerkt.

      Wie kam die Schildkröte auf den Kopf des Aischylos? Wie wurden Charles Dickens Romane zuerst publiziert? Von wem und warum wurde schon früh in der Literatur der "Cliffhänger" erfunden, also das hochdramatische abgebrochene Ende einer Geschichte? Warum war der 16. Juni 1904, der "Bloomsday", für James Joyce so wichtig? Antworten auf diese und viele, viele andere Fragen erhalten Sie in der Sendereihe "Klassiker der Weltliteratur". Hier werden Autoren von Homer bis Franz Kafka, von Dostojewski bis Molière und von Jane Austen bis Raymond Chandler vorgestellt werden.

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      Dienstag, 28.08.12
      10:15 - 10:30 Uhr (15 Min.)
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