• 14.06.2018
      19:15 Uhr
      Werner Heisenberg (5/6) Die Verantwortung des Wissenschaftlers | ARD-alpha
       

      Werner Heisenberg kann sich bei Kriegsende nicht lange um seine Frau und seine Kinder kümmern, denn er wird, mit neun weiteren deutschen Wissenschaftlern, auf dem Landsitz Farm Hall in England interniert. Ebenfalls interniert werden Carl Friedrich von Weizsäcker und Otto Hahn. Aus dem Radio erfahren die Physiker vom Abwurf einer Atombombe über Japan. Für Heisenberg sind das schockierende Nachrichten. Im Frühjahr 1957 kommt es zur Veröffentlichung des so genannten Göttinger Manifests. Neben Werner Heisenberg sprechen sich darin 17 weitere deutsche Wissenschaftler gegen die atomare Bewaffnung der Bundesrepublik aus.

      Donnerstag, 14.06.18
      19:15 - 19:30 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Stereo

      Werner Heisenberg kann sich bei Kriegsende nicht lange um seine Frau und seine Kinder kümmern, denn er wird, mit neun weiteren deutschen Wissenschaftlern, auf dem Landsitz Farm Hall in England interniert. Ebenfalls interniert werden Carl Friedrich von Weizsäcker und Otto Hahn. Aus dem Radio erfahren die Physiker vom Abwurf einer Atombombe über Japan. Für Heisenberg sind das schockierende Nachrichten. Im Frühjahr 1957 kommt es zur Veröffentlichung des so genannten Göttinger Manifests. Neben Werner Heisenberg sprechen sich darin 17 weitere deutsche Wissenschaftler gegen die atomare Bewaffnung der Bundesrepublik aus.

       

      Werner Heisenberg kann sich bei Kriegsende nicht lange um seine Frau und seine Kinder kümmern, denn er wird, mit neun weiteren deutschen Wissenschaftlern, auf dem Landsitz Farm Hall in England interniert. Ebenfalls interniert werden Carl Friedrich von Weizsäcker und Otto Hahn. Aus dem Radio erfahren die Physiker vom Abwurf einer Atombombe über Japan.

      Für Heisenberg sind das schockierende Nachrichten: "Ich wollte diese Nachricht zunächst nicht glauben. ... Erst am Abend, als der Berichterstatter im Rundfunk den riesigen technischen Aufwand schilderte, der geleistet worden sei, musste ich mich mit der Tatsache abfinden, dass die Fortschritte der Atomphysik, die ich 25 Jahre lang miterlebt hatte, nun den Tod von weit über hunderttausend Menschen verursacht hatten."

      Im Januar 1946 geht die Gefangenschaft der deutschen Physiker in England zu Ende. Die britische Besatzungsmacht gibt ihnen die Möglichkeit, in Göttingen mit dem Wiederaufbau von wissenschaftlichen Instituten zu beginnen. Für Werner Heisenberg beginnt eine glückliche Phase seines Lebens. Er wird Direktor des Physikinstituts der neu gegründeten Max-Planck-Gesellschaft.

      Mit Bundeskanzler Konrad Adenauer pflegt Heisenberg engen Kontakt. Er ist davon überzeugt, dass die neue Zeit, die mit der Atombombe begonnen hat, den verantwortungsvollen Wissenschaftler erfordert. Heisenberg ist auch am Aufbau des internationalen Forschungslaboratoriums in Genf beteiligt, das unter dem Namen CERN weltweit bekannt ist.

      1953 ernennt ihn Adenauer zum Präsidenten der Alexander von Humboldt Stiftung. Zweck der Stiftung ist es, hochqualifizierten jungen Wissenschaftlern einen Forschungsaufenthalt in der Bundesrepublik zu ermöglichen. Heisenbergs Name bürgt fast in der gesamten Welt für Integrität, wissenschaftliche Qualität und Unbestechlichkeit.

      In den USA zeichnet man ein anderes Bild von ihm: Für die Amerikaner ist Heisenberg derjenige, der für Hitler an der Bombe baute. Den Tatsachen entspricht das nicht. Heisenberg hat, im Gegensatz zu seinen Kollegen, in den USA das ihm Mögliche getan, um Kernwaffen zu verhindern.

      Daran hält er auch nach dem Zweiten Weltkrieg fest: Im Frühjahr 1957 kommt es zur Veröffentlichung des so genannten Göttinger Manifests. Neben Werner Heisenberg sprechen sich darin 17 weitere deutsche Wissenschaftler gegen die atomare Bewaffnung der Bundesrepublik aus.

      Was sind die kleinsten Bausteine der Natur? Was ist es, das die Welt im Innersten zusammenhält? Seit jeher versuchen wir Menschen, Antworten auf diese Fragen zu finden. Für den Dichter und Naturforscher Johann Wolfgang von Goethe ist das "Gute, Wahre und Schöne'"die geheime Natur unserer Welt. Der Physik-Nobelpreisträger Werner Heisenberg ist seit frühester Jugend fasziniert von den Gedanken Goethes. Die Harmonie und Ästhetik der Natur begegnen ihm auch in der Mathematik.
      In Werner Heisenbergs Jugend ist die wissenschaftliche Denkweise noch von den Naturgesetzen geprägt, die der Engländer Isaac Newton im 17. Jahrhundert formuliert hatte. Die Physiker waren überzeugt, bald auch die letzten Rätsel des Lebens zu lösen. Der Siegeszug von Technik und Maschinenwelt schien unaufhaltsam.
      In diese Welt wird am 5. Dezember 1901 Werner Heisenberg geboren. Er begeistert sich früh für Naturwissenschaften und besonders für die neue Physik. Ebenso sehr liebt er Musik. Lange Zeit ist Heisenberg unentschlossen, ob er Musik oder Naturwissenschaften und Mathematik studieren soll.
      In seiner griechischen Schullektüre stößt Heisenberg auf Ideen des griechischen Philosophen Platon. Nach Platon bilden Dreiecke die Basis unserer Welt. Diese Dreiecke sind selbst keine Materie, aber sie gestalten das uns bekannte Universum, indem sie sich zu verschiedenen Formen zusammenfügen: den bekannten platonischen Körpern. Heisenberg ist irritiert von dieser ersten Begegnung mit der Philosophie der alten Griechen. Doch sie ist auch ein Schlüsselerlebnis für seinen weiteren Werdegang. Heisenberg will das Unbegreifliche der Ideenwelt Platons verstehen und er will für sich selbst die Frage klären, was die Welt im Innersten zusammenhält? Werner Heisenberg wird die Physik und unser Weltbild revolutionieren. Er wagt eine neue Sicht auf die Wirklichkeit. Sein Blick richtet sich auf die kleinsten Bausteine der Materie: die Quanten.

      Wird geladen...
      Wird geladen...

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 18.02.2020