• 13.11.2010
      12:15 Uhr
      alpha-Campus Katholische Akademie in Bayern - Die Stellung der Frau in den Religionen | ARD alpha
       

      Die Stellung der Frau gilt heute mehr denn je als Gradmesser für die Freiheit und Offenheit in einer Gesellschaft. Auch die Religionen müssen sich daran messen lassen.

      Samstag, 13.11.10
      12:15 - 12:45 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Die Stellung der Frau gilt heute mehr denn je als Gradmesser für die Freiheit und Offenheit in einer Gesellschaft. Auch die Religionen müssen sich daran messen lassen.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktion Martin Posselt

      Prominente Vertreterinnen aus Judentum, Christentum und Islma gehen dieser Frage nach.

      In der Katholischen Akademie in Bayern haben sich drei prominente Vertreterinnen von Judentum, Christentum und Islam getroffen: Charlotte Knobloch, die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, die Ordensschwester Lea Ackermann und die deutsch-türkische Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ate . In Vorträgen und Diskussionen haben sie ihre Argumente für die Gleichberechtigung der Frau in den Religionen dargelegt und sich mit dem Publikum über ihre Wünsche und Forderungen ausgetauscht.

      "Der Islam braucht eine sexuelle Revolution. Das ist der Satz, den wir aussprechen müssen. Es muss einen innerislamischen Dialog darüber geben, wie sich der Islam zeitgemäß auslegt , fordert die deutsch-türkische Frauenrechtlerin Seyran Ate , die zu diesem Thema gerade ihr neuestes Buch veröffentlicht hat. In Vorträgen und Veröffentlichungen kämpft die in Berlin lebende Strafrechtlerin, die sich in der deutschen Aulsänderpolitik engagiert, gegen das Kopftuch, gegen Zwangsheirat und Ehrenmorde.

      Schwester Lea Ackermann kümmert sich seit 25 Jahren um verschleppte und zur Prostitution gezwungene Frauen, im Ausland und in Deutschland. Sie gründete das Frauenhilfsprojekt "Solwodi". Für ihr Engagement wurde sie 2008 mit dem Romano Guardini Preis ausgezeichnet. Mit dem Buch In Freiheit leben, das war lange nur ein Traum , in dem betroffene Frauen ihre Lebensgeschichten erzählen, zieht sie Bilanz. Für Lea Ackermann ist es nicht nur wichtig, den Einzelnen zu helfen, sie strebt auch gesellschaftliche Veränderungen an.

      Charlotte Knobloch leitet seit 1985 die israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern. Nach dem Tod von Paul Spiegel rückte sie 2006 auch an die Spitze des Zentralrats der Juden in Deutschland. Die Münchner Synagoge ist orthodox. Das heißt, Frauen sitzen von den Männern streng getrennt auf einer Empore. Sie dürfen sich nicht aktiv am Gottesdienst beteiligen, Rabbinerinnen sind nicht erlaubt. Charlotte Knobloch sprach sich offen dafür aus, dass sie sich wünscht, dass jüdische Frauen jeden Beruf ausüben dürfen, auch den der Rabbinerin. Gleichzeitig betont sie, dass sie die Gesetze der orthodoxen jüdischen Gemeinde akzeptiert und steht damit in der Spannung zwischen ihrer eigenen Überzeugung und der Tradition, die sie öffentlich vertritt.

      Wird geladen...
      Samstag, 13.11.10
      12:15 - 12:45 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 13.08.2022