• 13.11.2010
      11:15 Uhr
      alpha-Campus Earth System Engeneering - Erfolgreich sein in einer Welt mit beschränkten Ressourcen | ARD alpha
       

      Jeder Konsum von Gütern oder Dienstleistungen beansprucht Rohstoffe und Energie, die aus der Natur stammen. Somit sind die biologisch produktiven Land- und Wasserflächen unseres Planeten die Lebensgrundlage des Menschen.

      Samstag, 13.11.10
      11:15 - 11:45 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Jeder Konsum von Gütern oder Dienstleistungen beansprucht Rohstoffe und Energie, die aus der Natur stammen. Somit sind die biologisch produktiven Land- und Wasserflächen unseres Planeten die Lebensgrundlage des Menschen.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktion Birgit Engel

      Prof. William Rees und Dr. Mathis Wackernagel von der University of British Columbia in Kanada entwickelten vor 20 Jahren die Idee, die Grenzen dieser Lebensgrundlage auszurechnen. Ihre Frage: Wie groß müssen die biologisch produktiven Flächen sein, damit die Natur unseren Verbrauch an Energie und Rohstoffen nachhaltig abdecken kann? Entsprechend bemisst ihr Berechnungsmodell des Ökologischen Fußabdrucks den Verbrauch natürlicher Ressourcen nach der Tragfähigkeit der Erde. Als Rees und Wackernagel das Modell kreierten, war der Fußabdruck der gesamten Menschheit noch knapp unter der Belastungsgrenze des Planeten. Heute übersteigt er diese schon um etwa 20%.

      Anliegen und Geschichte
      Mit Hilfe dieses ökologischen Umweltindikators verrechnen Wisschaftler zahlreiche, sehr unterschiedliche Umweltdaten und Wirkungszusammenhänge zu einem einzigen handhabbaren Wert verrechnet. Damit können sie die globalen Auswirkungen unseres Handelns auf die Umwelt aufgrund vergleichbarer Basisdaten fortlaufend beobachten und bewerten, so die Auswirkungen verschiedener Verhaltensweisen oder Lebensstile in kürzeren Zeithorizonten abschätzen und die ökologisch sinnvollsten Verhaltensweisen herausfinden. Das soll nachvollziehbare Grundlagen auch für nachhaltige umweltpolitische Maßnahmen schaffen.

      Aus dem von Rees und Wackernagel entwickelten Berechnungsmodell erarbeitete ein Forscherteam um Wackernagel später den ersten internationalen Ländervergleich, den Bericht zum Ecological Footprint of Nations . 2003 gründete Wackernagel die Nicht-Regierungs-Organisation Global Footprint Network im kalifornischen Oakland und hat seitdem ein weltweites Partnernetzwerk zur Anwendung und Verbreitung des Ökologischen Fußabdrucks aufgebaut. Mittlerweile hat sich der Indikator zu einem weltweit anerkannten Instrument zur Bewertung von Nachhaltigkeit entwickelt. Vor allem Die beiden Nicht-Regierungs-Organisationen Redefining Progress (RP) und Global Footprint Network (GFN) in den USA treiben die Weiterentwicklung und Anwendung der Idee voran.

      Die Verbindung von Konsum von Verfügbarkeit
      Mit dieser Methode des Ökologischen Fußabdrucks lässt sich ausgerechnen, inwieweit die produktiven Flächen der Erde durch den Naturverbrauch eines einzelnen Menschen, der Bevölkerung einer Region oder ganzen Nation in Anspruch genommen werden. Der Fußabdruck stellt damit einen Bezug zwischen lokalem Konsum und globaler Verfügbarkeit her. Auf dieser Grundlage orientieren sich die Nachhaltigkeitsbewertungen des Ökologischen Fußabdrucks an der Tragfähigkeitsgrenze der Erde selbst. Das ist ein Vorteil gegenüber anderen Nachhaltigkeitsindikatoren, die sich zumeist an regionalen oder politisch-wirtschaftlichen Vorgaben orientieren.

      Die Berechnungsmethode
      Die Biokapazität und die Größe des Ökologischen Fußabdrucks werden in globalen Hektar (gha) angegeben. Der globale Hektar berücksichtigt, dass die verschiedenen produktiven Flächenkategorien der Erde pro Hektar unterschiedlich viel Energie und Rohstoffe produzieren können. Ackerfläche in Europa etwa ist ertragreicher als in der Sahelzone Afrikas. Der so genannte Ertragsfaktor für Ackerland in Deutschland ist ungefähr 2, d.h. hiesige Flächen sind doppelt so ertragreich wie der weltweite Durchschnitt.

      Mit der Berechnung des Ökologischen Fußabdrucks kann die menschliche Nachfrage nach Ressourcen also direkt mit dem weltweiten Naturangebot verglichen werden. Jeder Verbrauch von Energie oder Rohstoffen führt zu Belastungen einer oder mehrerer Flächenkategorien. Der Verbrauch einer Nation errechnet sich dann aus der Summe aller Belastungen aller betroffenen Flächenkategorien. Auf dieselbe Art kann man den Ökologischen Fußabdruck der gesamten Menschheit oder einer kleinen Region ausrechnen: Ökologischer Fußabdruck = Summe des menschlichen Verbrauchs an biotischen Ressourcen. Der Vergleich des Naturverbrauchs mit der Biokapazität eines Landes sagt aus, ob der Konsum der dortigen Bevölkerung nachhaltig ist.

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      Samstag, 13.11.10
      11:15 - 11:45 Uhr (30 Min.)
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      Stereo

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