• 22.07.2010
      23:30 Uhr
      Zerrissen Familienleben zwischen Troisdorf und Kongo | ARD alpha
       

      Selbst Teller, Tasse und Besteck hat Jean-Claude Kibala immer dabei, und er isst nicht gerne, was Fremde ihm vorsetzen. Vergiften sei im Kongo eine beliebte Methode, unbequeme Politiker aus dem Weg zu räumen.

      Donnerstag, 22.07.10
      23:30 - 00:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      VPS 23:29
      Neu im Programm
      Stereo

      Selbst Teller, Tasse und Besteck hat Jean-Claude Kibala immer dabei, und er isst nicht gerne, was Fremde ihm vorsetzen. Vergiften sei im Kongo eine beliebte Methode, unbequeme Politiker aus dem Weg zu räumen.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktion Gábor Toldy

      Kein Präsident ist bislang eines natürlichen Todes gestorben, und auch der Vize-Gouverneur der Provinz Süd-Kivu erhält Morddrohungen. Bewaffnete Schmuggler wollen sich von ihm nicht ihr einträgliches Geschäft zerstören lassen. Der „Deutsche“ hat nämlich vor, in seiner Heimat „aufzuräumen“.

      Rückkehr in die Heimat
      17 Jahre lang hat der Kongolese Kibala in Deutschland gelebt. Nach der Offiziersausbildung bei der Bundeswehr wird er Bauingenieur und arbeitet beim Tiefbauamt in Troisdorf. Mit Christiane Bauer gründet er eine Familie und beobachtet den Absturz seines Landes aus der Ferne. Gemeinsam mit ihren zwei Söhnen führt die Familie ein ganz normales Leben im rheinischen Troisdorf. Doch irgendwann kann es Kibala nicht mehr ertragen, das Elend in seiner Heimat nur im Fernsehen zu verfolgen - 2007 geht er zurück. Er stellt sich zur Wahl und wird Vize-Gouverneur in seiner Heimatprovinz Süd-Kivu. Nichts ist seitdem mehr so, wie es war. Auf Dauer möchte die Familie nicht getrennt leben. Kibala will, dass sie in den Kongo nachkommt. Doch Christiane Bauer hat Angst - vor der Veränderung, vor Kriminalität und Krieg, und sie sorgt sich um die Entwicklung ihrer Kinder.

      Christiane lebt hier in Deutschland wie eine alleinerziehende Mutter. An den Wochenenden fällt ihr die Trennung besonders schwer. Und wenn im Fernsehen mal wieder Schreckensnachrichten aus dem Ostkongo übertragen werden, kommt die Angst um ihren Mann dazu. Trotz alledem versucht Christiane, seine „große“ Aufgabe über ihre „kleinen“ Alltagsprobleme zu stellen. „Ich weiß, dass ich mit meinen kleinen Sorgen jetzt zurückstehen muss.“ Mal gelingt ihr das besser, mal schlechter. Die Kinder sind nicht ganz so selbstlos. Ihnen fehlt der Vater. Ein starkes Argument für den Umzug.

      Kampf um Frieden und Familienglück
      Während sich Christiane hier um Job, Haushalt und Kinder kümmert, managt Jean-Claude das kongolesische Chaos. Mit deutscher Gründlichkeit versucht er, mitten im Krieg Ordnung zu schaffen. Er will Straßen und Krankenhäuser bauen. Die Gorillas im Kahuzi-Biéga-Nationalpark - abgeschlachtet und verspeist während des Krieges - liegen ihm am Herzen. Sie sind das Kapital der bitterarmen Region. In Friedenszeiten würden sie zu einer Touristenattraktion. Das Potential ist groß, doch tagtäglich scheitert er an den Problemen des Alltags: Seine Soldaten begreifen die Wichtigkeit der Tiere nicht und verschludern deren Schutz. Hinzu kommen korrupte Mitarbeiter und plündernde Milizen. „Warum bin ich nicht in Troisdorf geblieben?“, diese Frage stellt sich Jean-Claude Kibala immer wieder. Doch er kennt auch die Antwort: Afrika ist seine Heimat.

      Nur alle paar Monate sieht er seine Familie in Deutschland. Immer stärker wird der Wunsch, seine Frau und die Kinder bald ganz bei sich zu haben. Er macht Druck: In den Sommerferien soll die Familie ihn besuchen. Christiane soll dann endgültig herausfinden, ob sie auf Dauer im Kongo leben kann. Wie wird sie sich entscheiden?

      Menschen hautnah begleitet die kleinen und großen Helden in dieser Geschichte - im Kampf um Frieden und Familienglück.

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