• 22.07.2010
      16:00 Uhr
      alpha-Campus Studium Generale - Lange Nacht der Wissenschaften auf dem Forschungscampus Garching | ARD alpha
       
      • Prof. Dr. Andreas Burkert: Zeit ist das, was eine Uhr misst. Oder? Die Zeit und das Universum

      Unsere Sonne ist der Mittelpunkt eines Sonnensystems, das gegenwärtig acht Planeten, ihre Monde, sowie einige Kleinplaneten und Kometen umfasst.

      Donnerstag, 22.07.10
      16:00 - 16:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo
      • Prof. Dr. Andreas Burkert: Zeit ist das, was eine Uhr misst. Oder? Die Zeit und das Universum

      Unsere Sonne ist der Mittelpunkt eines Sonnensystems, das gegenwärtig acht Planeten, ihre Monde, sowie einige Kleinplaneten und Kometen umfasst.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktion Birgit Engel

      Der sonnennächste Planet ist der Merkur, auf dem wegen seiner geringen Entfernung zur Sonne sehr hohe Temperaturen herrschen.

      Der sonnennächste Planet ist der Merkur, auf dem wegen seiner geringen Entfernung zur Sonne sehr hohe Temperaturen herrschen. Als nächster Planet folgt die Venus und dann bereits der Blaue Planet: die Erde. Als letzter erdähnlicher Planet kommt der Mars. Es folgen die Gasplaneten Jupiter und Saturn, und in großem Abständen die Eisplaneten Uranus und Neptun.

      Entstehen und Vergehen
      Unser Sonnensystem entstand vor mehr als sechs Milliarden Jahren, wahrscheinlich aus einer riesigen Wolke von Gasteilchen und Staub. Die Schwerkraft trieb diese kleinen Teilchen langsam aufeinander zu. Sie begannen sich zu drehen, wurden durch Druck und Reibung immer heißer und zogen sich schließlich zur Sonne und den Planeten zusammen. In etwa zehn Milliarden Jahren wird die Sonne ihren Vorrat an Wasserstoff verbraucht haben. Dann wird sie zuerst zu einem riesigen roten Ball werden, und schließlich zu einem weißleuchtenden Zwerg zusammenschrumpfen. Auch wenn die Erde dann noch existieren sollte, wird es für die folgenden Milliarden Jahre kein Leben mehr auf ihm geben.

      Das Milchstraßensystem
      Unsere Sonne ist nur ein einziger, leuchtender Punkt in einem Sternsystem, das die Astronomen Milchstraße nennen. Diese Milchstraße dreht sich langsam wie ein gigantisches Rad und fliegt dabei mit großer Geschwindigkeit durch den Weltraum, sie enthält wenigstens einhundert Milliarden Sonnen. Sterne leuchten in verschiedenen Farben. In Abhängigkeit von ihrer Temperatur erscheinen sie blau, weiß, orange, gelb oder rot. Viele haben die Größe unserer Sonne, manche sind über tausend Mal so groß. Sie alle bestehen aus hellglühenden Gasen. Alle Sterne, die wir in einer dunklen Nacht am Himmel sehen können, gehören zum Milchstraßensystem. Mit bloßem Auge kann man etwa 5.000 Sonnen unterscheiden. Die übrigen sind zu weit von uns entfernt, um sie erkennen zu können. Ihr Licht dringt nicht durch die Atmosphäre der Erde. Lichtstrahlen legen in einer Sekunde 300.000 Kilometer zurück. Ein Lichtstrahl läuft also in einer Sekunde achtmal um die Erde.

      Die nächste Nachbarschaft
      Die nächste Sonne außerhalb unseres Sonnensystems ist von uns so weit entfernt, dass ihr Licht vier Jahre braucht, um bis auf die Erde zu gelangen. Um von einem Ende der Milchstraße zum anderen zu gelangen, braucht ein Lichtstrahl 100.000 Jahre. In einem Sternensystem dieser Größe ist die Sonne ein winzig kleiner Fleck. Wenn es einen Beobachter gäbe, der außerhalb der Milchstraße stünde, würde er es schwer haben, die Sonne zu entdecken.
      Obwohl die Milchstraße unvorstellbar groß ist, ist sie nur ein winzig kleiner Teil des Universums. Es gibt Millionen und Abermillionen anderer Milchstraßensysteme, von denen man nur einen geringen Teil von der Erde aus erkennen kann. Einige Milchstraßensysteme sind so weit entfernt, dass ihr Licht zwei Milliarden Jahre braucht, um die Erde zu erreichen.

      Das kosmologische Standardmodell
      Das kosmologische Standardmodell gestattet es, eine Reihe von Phänomenen zu erklären, die sich aus der Beobachtung ergeben: Zum Beispiel die ständig wachsende Entfernung zwischen den Milchstraßensystemen und die Veränderung der Milchstraßensysteme im Laufe der Zeit. Der Begriff Standardmodell ist ein feststehender Ausdruck und meint ein Erklärungsmodell, das im Wesentlichen aus der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts stammt. Der amerikanische Astronom Edwin Hubble wies 1929 die Expansion des Weltalls nach, als er erkannte, dass die Milchstraßensysteme mit wachsender Entfernung eine zunehmende Rotverschiebung in den Spektrallinien zeigen.

      Da dieses Modell fast sämtliche astronomischen Beobachtungen und nahezu das gesamte physikalische Wissen zu einer Einheit zusammenfassen kann, wird es gegenwärtig nicht infrage gestellt. Nach diesem Modell begann das uns täglich begegnende physikalische Universum in einer Singularität, dem so genannten Urknall. Vorher gab es keinen Raum und keine Zeit.

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      Donnerstag, 22.07.10
      16:00 - 16:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

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