• 08.02.2010
      18:00 Uhr
      alpha-Campus Forschung aktuell: Im Takt des Lebens - Das Geheimnis der Zeit | ARD alpha
       

      Wie verarbeitet das menschliche Gehirn Zeit? Wieso scheint die Zeit manchmal still zu stehen, dann wieder zu rasen? Und wie kann man das Gehirn trainieren, Zeit bewusster zu erleben?

      Montag, 08.02.10
      18:00 - 18:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Wie verarbeitet das menschliche Gehirn Zeit? Wieso scheint die Zeit manchmal still zu stehen, dann wieder zu rasen? Und wie kann man das Gehirn trainieren, Zeit bewusster zu erleben?

       

      Hirnforscher, Psychologen und Soziologen widmen sich dem Phänomen Zeit mit zunehmendem Interesse. Denn die Ressource Zeit scheint immer knapper zu werden.

      Der Film Im Takt des Lebens Das Geheimnis der Zeit zeigt, welche Erkenntnisse die Wissenschaft zu dem Thema gewonnen hat. Der Hirnforscher Prof. Ernst Pöppel (Ludwig-Maximilians-Universität, München) beschäftigt sich bereits seit Jahrzehnten mit dem Phänomen Zeit. Er hat durch viele Studien herausgefunden, dass die Gegenwart zwei bis drei Sekunden dauert.

      "Wenn man miteinander spricht, dann beobachtet man in allen Sprachen der Welt, dass es Aussageeinheiten gibt, die zwei bis drei Sekunden dauern. Dann gibt es eine Planungspause. Und häufig sind diese Planungspausen überbrückt durch paralinguistische Vokalisationen. Das sind die ähs der Sprache. Und in dieser Pause, die bis zu einer halben Sekunde dauern kann, wird die nächste Satzaussage vorbereitet."

      Der Mensch hat keinen Zeitsinn. Ohne Uhr wüsste er nicht, wie spät es ist, wie viel Zeit vergangen ist. Und dennoch: Er nimmt Zeit wahr und hat ein Gefühl für die Dauer von Ereignissen. Wo und wie im Gehirn geschieht das? Das sind Schlüsselfragen der Zeitforscher. Dr. Marc Wittmann (Institut für Grenzgebiete der Psychologie Freiburg) hat ein bestimmtes Areal im Visier: die Insula.

      "Die Körperwahrnehmung wird sehr stark von der Insula betrieben. Sie ist der Sensorische Kortex für den Körper. Und jetzt ist meine Idee, dass wir vielleicht über die Körperwahrnehmung zu unserem Eindruck von Zeit kommen."

      Eine Studie, die Wittmann mit der Münchner Medizinerin Karin Meissner durchführte, zeigt, dass die Wissenschaftler auf der richtigen Spur sind.

      Birgt Meditation die Chance, das Zeitempfinden zu verändern? Können in Achtsamkeit trainierte Probanden die Schallmauer der Drei-Sekunden-Gegenwart durchbrechen? Erste Ergebnisse des Psychologen Dr. Sebastian Sauer (Generation Research Program, LMU München) in Zusammenarbeit mit Dr. Marc Wittmann zeigen: Versuchspersonen mit langer Meditationserfahrung haben tatsächlich ein stabileres Jetzt-Fenster.

      Der Mensch hat keinen Zeitsinn. Dennoch: In jedem tickt eine Innere Uhr. Sie bestimmt, wann man müde und wann man wach ist, ob man Frühaufsteher ist oder Langschläfer. Sie regelt Körpertemperatur, Blutdruck und Hormonproduktion. Ein komplexer in den Genen verankerter biologischer Apparat. Jeder Mensch hat seine eigene, individuelle innere Uhr. Sie steuert auch die Leistungsfähigkeit. Wann kann sich jeder Einzelne am besten konzentrieren, wann ist der optimale Zeitpunkt für feinmotorische oder kognitive Aufgaben? Das will eine Studie des Chronobiologen Prof. Till Roenneberg (Ludwig-Maximilians-Universität, München) in Zusammenarbeit mit Prof. Ernst Pöppel herausfinden.

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      Montag, 08.02.10
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