• 20.01.2018
      02:25 Uhr
      Kunstraum Max Mannheimer: Überlebender, Künstler, Überlebenskünstler | ARD-alpha
       

      Ein Überlebender von Auschwitz und Dachau gibt Malunterricht: „Die Stunde kostet bei mir 60 Minuten“. Und lacht dabei, es geht ihm gut. Max Mannheimer ist einer der letzten Zeitzeugen aus der furchtbaren Zeit des so genannten Dritten Reiches, dessen Vergangenheit uns immer wieder einholt. Und er meldet sich besonnen, nicht anklagend zu Wort, sei es zur Veröffentlichung von „Mein Kampf“ oder zum NSU-Prozess ist.

      Nacht von Freitag auf Samstag, 20.01.18
      02:25 - 02:40 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Stereo

      Ein Überlebender von Auschwitz und Dachau gibt Malunterricht: „Die Stunde kostet bei mir 60 Minuten“. Und lacht dabei, es geht ihm gut. Max Mannheimer ist einer der letzten Zeitzeugen aus der furchtbaren Zeit des so genannten Dritten Reiches, dessen Vergangenheit uns immer wieder einholt. Und er meldet sich besonnen, nicht anklagend zu Wort, sei es zur Veröffentlichung von „Mein Kampf“ oder zum NSU-Prozess ist.

       

      Ein Überlebender von Auschwitz und Dachau gibt Malunterricht: „Die Stunde kostet bei mir 60 Minuten“. Und lacht dabei, es geht ihm gut. Max Mannheimer ist einer der letzten Zeitzeugen aus der furchtbaren Zeit des so genannten Dritten Reiches, dessen Vergangenheit uns immer wieder einholt. Und er meldet sich besonnen, nicht anklagend zu Wort, sei es zur Veröffentlichung von „Mein Kampf“ oder zum NSU-Prozess ist.

      Er organisiert als Vorstandsmitglied des internationalen Dachau-Komitees unter anderem den Besuch der deutschen Bundeskanzlerin und des US-Vizepräsidenten in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Und besucht Schulen, hält Vorträge, reist viel.
      Max Mannheimer ist aber auch ein großer Zeichner und Maler. Sein Oeuvre, das seit den 1960er Jahren entstanden ist, schlummert teilweise immer noch in den Keller-Räumen seines Hauses. Vergleichsweise wenig davon ist bisher bekannt geworden.

      Der Kunstraum-Film versucht, Licht in dieses einmalige Werk zu bringen. Max Mannheimer, der seine Bilder in Erinnerung an seinen in Auschwitz ermordeten Vater mit ben jakov (Sohn Jakobs) signiert, ist nämlich immer noch künstlerisch aktiv. Er zeichnet, macht Collagen, malt Aquarelle. In früheren Jahren aber schuf er gewaltige Werke großen Formats, Ölbilder mit starkem Gestus und leuchtenden Farben, sowie eine Vielzahl beachtlicher Hinterglas-Bilder, deren Faszination in ihrer ganz besonderen Maltechnik liegt: er lässt die Farben auf dem Glas kontrolliert zerfließen, wodurch ungeahnte Formen und Farbkombinationen entstehen.

      Dabei war der Weg des von amerikanischen Truppen befreiten KZ-Häftlings zum Maler alles andere als selbstverständlich. Zunächst litt Max Mannheimer wie alle Überlebenden an Depressionen, die er durch allerlei Selbst-Therapien zu bekämpfen suchte. Dazu zählte neben dem Kino auch das Zeichnen und Malen. Doch erst die Begegnung mit dem Werk Wassily Kandinskys, das die Stadt München zu ihrem 800jährigen Jubiläum von Gabriele Münter geschenkt bekam, eröffnete ihm den Zugang zur Malerei. „Ich habe sofort gemerkt: das ist auch mein Thema“, sagt ben jakov heute.

      In unermüdlicher Schaffenskraft entstand seither ein Werk, das mehrere hundert Arbeiten umfasst und dem Künstler Max Mannheimer immer noch große Freude und Genugtuung bereitet. „Abstrakt malen kann jedes Kind“, pflegt er zu sagen. Seine Arbeiten sind spontan und dem Augenblick gewidmet. Man soll nicht zu stark in der Vergangenheit grübeln, sondern nach vorne schauen, in der Kunst wie in der Politik, meint ben jakov – Max Mannheimer.

      Von der Idee zum Kunstwerk ist es nicht immer ein leichter Weg - Kunstraum macht diesen Weg transparenter.

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      Nacht von Freitag auf Samstag, 20.01.18
      02:25 - 02:40 Uhr (15 Min.)
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      Stereo

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