• 20.01.2018
      02:10 Uhr
      Kunstraum Stefan Burger, Federico Delfrati, Kostis Velonis: This Probably Will Not Work | ARD-alpha
       

      Unter dem Titel “This probably will not work” – ein Zitat des amerikanischen Künstlers Jimmie Durham – lud die Lothringer13 Halle in München im Sommer 2015 drei Künstler ein, neue, ortsspezifische Arbeiten zu entwickeln. In Skulpturen, Installationen und Zeichnungen kreierten die Künstler Situationen, die Möglichkeiten des Scheiterns nicht ausschließen und vielmehr mit der Idee einer Utopie und ihrer Bedeutung für die Realität spielen.

      Nacht von Freitag auf Samstag, 20.01.18
      02:10 - 02:25 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Stereo

      Unter dem Titel “This probably will not work” – ein Zitat des amerikanischen Künstlers Jimmie Durham – lud die Lothringer13 Halle in München im Sommer 2015 drei Künstler ein, neue, ortsspezifische Arbeiten zu entwickeln. In Skulpturen, Installationen und Zeichnungen kreierten die Künstler Situationen, die Möglichkeiten des Scheiterns nicht ausschließen und vielmehr mit der Idee einer Utopie und ihrer Bedeutung für die Realität spielen.

       

      Unter dem Titel “This probably will not work” – ein Zitat des amerikanischen Künstlers Jimmie Durham – lud die Lothringer13 Halle in München im Sommer 2015 drei Künstler ein, neue, ortsspezifische Arbeiten zu entwickeln. In Skulpturen, Installationen und Zeichnungen kreierten die Künstler Situationen, die Möglichkeiten des Scheiterns nicht ausschließen und vielmehr mit der Idee einer Utopie und ihrer Bedeutung für die Realität spielen.

      “Ich habe zu diesem Titel nicht unmittelbar Ideen entwickelt, denn bei diesem Titel lässt sich auch alles unterbringen, er ist sehr pauschal. Es könnte nämlich genauso gut heissen: „This probably will work“, oder „this probably will work in two weeks“. Stefan Burger lässt seine Beiträge zur Ausstellung nach und nach “reintröpfeln” und hofft, dass sie sich zu einem homogenen Ganzen entwickeln werden.

      Ein offenes System, das unüberschaubar ist: Zahnbürsten des FC Bayern, ein angeschwemmter Baumstamm aus der Isar, eine sound-Installation, Sonnenschirme am Bierfass: das sind nur einige Elemente seines komplexen Environments. „Tagesstätte für psychische Gesundheit“ lautet schließlich der Titel der Arbeit.

      Federico Delfrati nimmt den Slogan ziemlich wörtlich: er konstruiert eine Zweiradschaukel, die nicht funktionieren wird. Nach der Formel 2+0+(-2)+0=0 wird in mühsamer Kleinarbeit eine Schaukel auf zwei Riesenrädern konstruiert, die schlussendlich nicht zu benützen ist, denn sie erfüllt die technischen Voraussetzungen dafür nicht. „Aber sie erfüllt die Erwartungen, die ich an die Arbeit stellte“, meint der Künstler.

      „Ich habe beschlossen, das Objekt nicht nutzbar zu machen, da es für einen Betrachter so interessanter ist. Man kann sich vorstellen, wie es funktioniert, weiss aber nicht, ob es das auch wirklich tut.“ Und damit auch ja niemand es wagt, die Schaukel wirklich zu benützen, befestigt der Künstler auf dem Schaukelsitz ein Schild mit der Inschrift: Wir warten auf die Abnahme durch den TÜV.

      Der griechische Künstler Kostis Velonis meint: „Den Zustand, dass etwas nicht funktionieren kann, kenne ich bestens. Denn mir ist in den vergangenen Jahren immer wieder aufgefallen, dass meine Werke oft nicht fertig sind, eigentlich fehlt ihnen noch etwas. Aber mit gefällt, dass das Unvollendete meiner Werke bereits eine Qualität besitzt, denn wenn ein Werk vollendet ist, hat das Publikum nichts, worüber es diskutieren kann.“ Der Bildhauer aus Athen weilt in München, während in Griechenland zur gleichen Zeit kein Bargeld mehr abzuheben ist, die Finanzkrise des Jahres 2015 erreicht gerade ihren Höhepunkt, der Slogan „This probably will not work“ erhält durch die Tagesaktualität eine hochpolitische Brisanz, die selbst die Kuratoren Dana Weschke und Jörg Koopmann überrascht:

      „Viele Ideen entstehen hier, im Augenblick, und auch wir als Kuratoren müssen dann dazu Stellung nehmen, denn wir können uns hinter den Absichten der Künstler nicht verstecken. Das erweitert allerdings auch unsere Rolle als Kuratoren, da wir nicht, wie üblich, im Atelier des Künstlers oder anhand von Emails entscheiden, was wir ausstellen, sondern miterleben, wie die Künstler ihre Arbeiten vor Ort entwickeln. Diese Erfahrung ist für uns als Kuratoren sehr wichtig, sie wird unsere Arbeit auch über diese Ausstellung hinaus beeinflussen.“

      Von der Idee zum Kunstwerk ist es nicht immer ein leichter Weg - Kunstraum macht diesen Weg transparenter.

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      Nacht von Freitag auf Samstag, 20.01.18
      02:10 - 02:25 Uhr (15 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 21.11.2019