• 27.02.2021
      19:00 Uhr
      Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Die Seidenbörse in Valencia (Spanien) - Ein Tempel für die Seide | ARD-alpha
       

      Auf den ersten Blick erscheint sie mit ihrem wuchtigen Turm wie eine zinnengekrönte Burg inmitten der Altstadt von Valencia: Die Seidenbörse, La Lonja de la Seda. Doch wer den Fuß über die Schwelle eines der drei riesigen Portale mit den reich verzierten, gotischen Spitzbögen setzt, glaubt eine Kathedrale zu betreten. Mächtige, spiralförmig gewundene Säulen ragen in der dreischiffigen Basilika über siebzehn Meter hoch auf. Einen Altar allerdings sucht man vergeblich, man steht in keinem Gotteshaus, sondern in dem ehemaligen Geschäftstempel der Seidenhändler, dem wohl bedeutendsten gotischen Profanbau Spaniens.

      Samstag, 27.02.21
      19:00 - 19:15 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Stereo

      Auf den ersten Blick erscheint sie mit ihrem wuchtigen Turm wie eine zinnengekrönte Burg inmitten der Altstadt von Valencia: Die Seidenbörse, La Lonja de la Seda. Doch wer den Fuß über die Schwelle eines der drei riesigen Portale mit den reich verzierten, gotischen Spitzbögen setzt, glaubt eine Kathedrale zu betreten. Mächtige, spiralförmig gewundene Säulen ragen in der dreischiffigen Basilika über siebzehn Meter hoch auf. Einen Altar allerdings sucht man vergeblich, man steht in keinem Gotteshaus, sondern in dem ehemaligen Geschäftstempel der Seidenhändler, dem wohl bedeutendsten gotischen Profanbau Spaniens.

       

      Auf den ersten Blick erscheint sie mit ihrem wuchtigen Turm wie eine zinnengekrönte Burg inmitten der Altstadt von Valencia: Die Seidenbörse, La Lonja de la Seda. Doch wer den Fuß über die Schwelle eines der drei riesigen Portale mit den reich verzierten, gotischen Spitzbögen setzt, glaubt eine Kathedrale zu betreten. Mächtige, spiralförmig gewundene Säulen ragen in der dreischiffigen Basilika über siebzehn Meter hoch auf. Die aus dem Stein gearbeiteten Rippen spannen sich wie Palmzweige zu einem Gewölbe. Einen Altar allerdings sucht man vergeblich, man steht in keinem Gotteshaus, sondern in dem ehemaligen Geschäftstempel der Seidenhändler, dem wohl bedeutendsten gotischen Profanbau Spaniens.
      Erbaut wurde die Lonja am Ende des 15. Jahrhunderts, als die Kaufleute durch den Seidenhandel reich geworden waren, und die Stadt ihren Wohlstadt architektonisch demonstrieren wollte. Fünfundzwanzigtausend Menschen webten damals an diesem Reichtum. Die Hafenstadt Valencia war zu einer Hochburg der Seidenproduktion herangewachsen, und exportierte den begehrten glänzenden Stoff über das Mittelmeer in alle Welt. Die Verträge schlossen die Händler der Säulenhalle der Lonja, im 'sala de la Contratacion'. Sie konnten sich bei ihren Verhandlungen im Patio, einem kleinen Hofgarten, im Schatten der Orangenbäume erholen. Vom Patio aus gelangt man über eine mächtige Treppe hinauf zum 'Consular del Mar', einer Halle, in der alle Fragen und Streitigkeiten, die den Seehandel betrafen, geregelt wurden. Ein Saal mit einer pompösen, vergoldeten Holzdecke. Unehrliche Kaufleute konnten im Turm der Lonja festgesetzt werden. Dorthinauf gelangt der Besucher heute nur ausnahmsweise. Die Wendeltreppe des Turms zählt zu den Meisterwerken der gotischen Steinmetzkunst. Ohne Mittelstütze schrauben sich 142 Stufen in die Höhe. Und oben kann man durch die Zinnen des Turms die gesamte Altstadt überblicken, und wenn man an einem Festtag, hinunterblickt, kann man eine Prozession von Frauen in farbenprächtigen Seidenkleidern an der Lonja vorüberziehen sehen, denn auf ihr traditionelles Festkleid aus Seide will in der drittgrößten spanischen Stadt keine Frau, die es sich leisten kann, verzichten.

      Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.

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