• 15.02.2021
      14:15 Uhr
      alpha-retro: Frauen tragen die Hälfte des Himmels (1979) Deutschland 1979 | ARD-alpha
       

      Wie steht es in China um die von der kommunistischen Führung propagierten Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau? Dieser Frage geht dieser Film aus dem Jahr 1979 nach. Es kommen darin z. B. Frauen zu Wort, die sich noch an die Zeit davor, an das China vor dem Kommunismus erinnern können. Für diese Frauen waren die Veränderungen seit 1949 fundamental. In den Köpfen der Männer sind diese Veränderungen jedoch erst teilweise angekommen und regiert wird China bis heute bekanntermaßen von Männern.

      Montag, 15.02.21
      14:15 - 15:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Wie steht es in China um die von der kommunistischen Führung propagierten Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau? Dieser Frage geht dieser Film aus dem Jahr 1979 nach. Es kommen darin z. B. Frauen zu Wort, die sich noch an die Zeit davor, an das China vor dem Kommunismus erinnern können. Für diese Frauen waren die Veränderungen seit 1949 fundamental. In den Köpfen der Männer sind diese Veränderungen jedoch erst teilweise angekommen und regiert wird China bis heute bekanntermaßen von Männern.

       

      "Frauen tragen die Hälfte des Himmels" - dieses Wort stammt von Mao Tse-tung und gemeint ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Volksrepublik China. Zlata Findeis und Joschi H. von Miserony gingen in Ihrem Film aus dem Jahr 1979 der Frage nach, wie es um diese Gleichberechtigung der Frauen in China steht. Mao war damals seit drei Jahren tot, die Viererbande verhaftet und von Maos Nachfolger Deng Xiaoping wurde ein wirtschaftlicher Liberalisierungskurs angestoßen, durch dessen Erfolg Deng für viele Jahre seine Macht konsolidieren konnte. In den 30 Jahren seit der Gründung der Volksrepublik China hatte sich viel getan auf dem Gebiet der Frauenemanzipation: 1950 wurde das Gesetz verabschiedet, das den Frauen die freie Wahl des Ehepartners ermöglichte, 1953 wurden sie arbeitsrechtlich und im Hinblick auf die Entlohnung den Männern gleichgestellt. Ebenfalls 1953 erhielten sie das volle Wahlrecht - was auch immer dies im chinesischen Kommunismus bedeutet haben mag.

      Auf jeden Fall war es so, dass Frau Findeis und Herr Miserony auch auf Frauen trafen, die sich sehr wohl noch an die Zeit davor, an das alte China, das China vor dem Kommunismus erinnern konnten. Für diese Frauen waren jene Veränderungen wirklich fundamental, auch wenn Ende der Siebzigerjahre vor einer deutschen Kamera die Frauen noch sehr ideologisch argumentierten. Die Familie einer Arbeiterin in einer Textilfabrik lebt zusammen mit ihrem Mann und drei Kindern in einer Zweizimmerwohnung in einer Werkssiedlung. Sie vermitteln glaubhaft, es gehe ihnen gut. Der Mann - er hat Zeit, denn er hat Nachtschicht - kocht für die Familie zu Mittag Fische, Rippchen, Paprika mit Schweineschnitzel und scharfes Schweinefleisch. Dazu gibt es selbstverständlich Reis.

      Die beiden Filmemacher geben allerdings zu, dass ihnen so ein Festessen wie ein Potemkinsches Dorf vorkommt. Und dass sie das Hotel sowieso nur in Begleitung verlassen durften. Wo und was gedreht werden durfte, war streng reglementiert. Und wie war das mit der Gleichberechtigung? Der Sohn der Textilarbeiterin antwortet auf die Frage, ob er und seine Frau neben der Tochter noch weitere Kinder haben möchten: "Nein. Unser Kind ist zwar nur ein Mädchen, aber jetzt sind die Frauen den Männern gleichgestellt…" Das heißt, diesbezüglich hatte China eben doch noch einen langen Weg vor sich.

      Aber schon 1979 klärte der Film die Zuschauer über die weiteren Planungen des Zentralkomitees der chinesischen KP auf: Bis zum Ende des Jahres 1980 müsse ein Drittel aller Industrieunternehmen im Lande nach dem Beispiel eines erfolgreichen Musterbetriebs organisiert werden. Denn das Ziel sei, "bis zum Jahr 2000 durch die Modernisierung von Landwirtschaft, Industrie, Landesverteidigung sowie Wissenschaft und Technik China eine führende Stellung unter den Industrienationen zu verschaffen." In der "Süddeutschen Zeitung war 2017 übrigens zu lesen: "Ihren Glückwunsch-Tweet zum Weltfrauentag illustrierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua übrigens mit einem Defilee leichtbekleideter Models eines Unterwäscheherstellers: ‚Victoria's Secret angels shine at an event in #Shanghai. #Womensday'."

      alpha-retro: China nach Mao

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      Montag, 15.02.21
      14:15 - 15:00 Uhr (45 Min.)
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      Stereo

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