• 29.05.2022
      20:15 Uhr
      Wir Kinder der Mauer ARD alpha
       

      Der Tag des Mauerbaus bestimmt auf lange Zeit das Leben vieler Kinder und Jugendlicher. Mehr noch als die Erwachsenen sind sie dem Geschehen total ausgeliefert, sind ohnmächtig in Bezug auf Politik und familiäre Entscheidungen. 28 Jahre lang sind Mauer und Stacheldraht eine vorgefundene Realität in ihrem Leben. Manche lehnen sich gegen ihren vorgezeichneten Lebensweg auf, andere finden sich mit der Teilung ab, die Familien auseinandergerissen, Menschen entwurzelt und Liebende getrennt hat.
      „Wir Kinder der Mauer“ von Kristin Siebert und Christian von Brockhausen erzählt die Geschichte dieser Heranwachsenden zwischen 1961 und 1989.

      Sonntag, 29.05.22
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Der Tag des Mauerbaus bestimmt auf lange Zeit das Leben vieler Kinder und Jugendlicher. Mehr noch als die Erwachsenen sind sie dem Geschehen total ausgeliefert, sind ohnmächtig in Bezug auf Politik und familiäre Entscheidungen. 28 Jahre lang sind Mauer und Stacheldraht eine vorgefundene Realität in ihrem Leben. Manche lehnen sich gegen ihren vorgezeichneten Lebensweg auf, andere finden sich mit der Teilung ab, die Familien auseinandergerissen, Menschen entwurzelt und Liebende getrennt hat.
      „Wir Kinder der Mauer“ von Kristin Siebert und Christian von Brockhausen erzählt die Geschichte dieser Heranwachsenden zwischen 1961 und 1989.

       

      Der Tag des Mauerbaus bestimmt auf lange Zeit das Leben vieler Kinder und Jugendlicher. Mehr noch als die Erwachsenen sind sie dem Geschehen total ausgeliefert, sind ohnmächtig in Bezug auf Politik und familiäre Entscheidungen. 28 Jahre lang sind Mauer und Stacheldraht eine vorgefundene Realität in ihrem Leben.

      Manche lehnen sich gegen ihren vorgezeichneten Lebensweg auf, andere finden sich mit der Teilung ab, die Familien auseinandergerissen, Menschen entwurzelt und Liebende getrennt hat. Unzählige junge Ostdeutsche haben Verwandte im Westen, aber mehr als gelegentliche Westpakete und hin und wieder ein Besuch sind über Jahrzehnte nicht denkbar. Die Lebenswelten entwickeln sich auseinander. Aber auch immerhin 1,25 Millionen Menschen verlassen das Land zwischen Elbe und Oder nach dem Mauerbau für immer. Manche sind kaum 18 Jahre alt und riskieren ihr Leben dabei. In ganz Westdeutschland, von Sylt bis zum Starnberger See, wachsen deshalb Kinder auf, deren Familien ostdeutsche Wurzeln haben. Und auch in umgekehrter Richtung beeinflussen familiäre Entscheidungen das Leben der Kinder: Pro Jahr gehen auch immerhin noch über 1000 Westdeutsche in die DDR, um dort dauerhaft zu leben.

      „Wir Kinder der Mauer“ von Kristin Siebert und Christian von Brockhausen erzählt für Fernsehen, Mediathek und Hörfunk die Geschichte dieser Heranwachsenden zwischen 1961 und 1989. Das Besondere an dieser ARD-Gemeinschaftsproduktion, hergestellt von ECO Media: Diese Geschichte wird in ganz Deutschland verortet. Heute denkt man beim Thema Mauer reflexartig an Berlin. Doch die Geschichte der Teilung ist lang. In der ganzen Bundesrepublik sind heute Menschen verstreut, die unmittelbar vom Mauerbau und der Teilung geprägt wurden, deren Leben ohne diesen Einschnitt anders verlaufen wäre.

      Die Teilung – das macht die Dokumentation deutlich – ist ein gesamtdeutsches Thema, nicht nur für die Anrainer der innerdeutschen Grenze. Da ist etwa der Hamburger Peter Drauschke, der als 18-Jähriger zwei Jahre nach dem Mauerbau mit seinem Freund Erwin freiwillig in die DDR geht, weil beide an den Sozialismus glauben. Die Realität zerstört ihre Illusionen: Erwin begeht Selbstmord. Peter wird nach einem gescheiterten Fluchtversuch verhaftet. Noch heute ist der ehemalige FDJ-Funktionär, der wieder in Hamburg lebt, traumatisiert.

      Antje Korte-Böger aus Siegburg in Nordrhein-Westfalen hat ihren Vater in jungen Jahren zur Leipziger Messe begleitet. Sie fühlte früh den Zwiespalt zwischen dem „reichen“ Westen und dem „armen“ Osten, besonders bei den Verwandtschaftsbesuchen aus Ostdeutschland.

      Aufwühlend ist die Lebensgeschichte der Ost-Berlinerin Liane Weinstein, die im Alter von zwei Monaten von ihren Eltern getrennt wird. Der Versuch, sie durch einen Tunnel nach West-Berlin zu holen, scheitert. Sie wächst bei den Großeltern in Ost-Berlin auf. Als sie mit elf Jahren endlich ausreisen darf, sind ihre Eltern geschieden, das Verhältnis zu beiden belastet. Erst vor kurzem wurde der Tunneleingang in Berlin entdeckt und freigelegt. Liane Weinstein wagt sich nach fast 60 Jahren zurück zu der Stelle, um sich ihrer schmerzhaften Vergangenheit zu stellen.

      Da ist die Münchnerin Katrin Eder, die Mitte der 70er-Jahre aus ihrem wohlhabenden Elternhaus ausbricht und über West-Berlin in die DDR zieht und dort ein Mitglied des SED-Singeklubs „Oktoberklub“ heiratet.

      Jörg Reinicke aus Saarbrücken trifft sich bis heute mit seinen ehemaligen Klassenkameraden aus Brandenburg an der Havel, zu denen er trotz Übersiedlung in den Westen Kontakt hielt. Als Russisch-Dolmetscher u.a. für Michail Gorbatschow nutzte er jede Dienstreise in den Ostblock, um seine Heimat zu besuchen.

      Die Liebesgeschichte von Mamo und Dorothee Adugna aus Rheinland-Pfalz nimmt 1985 in einem Ost-Berliner Krankenhaus ihren Anfang. Der Äthiopier liegt dort zur Behandlung nach einem Minenunfall in seiner Heimat. Die beiden verlieben sich und wollen in den Westen fliehen, als Mamo zurück nach Äthiopien geschickt werden soll.

      Di

      ese und ein gutes Dutzend weiterer Menschen erzählen ihre außergewöhnliche Geschichte – teilweise zum ersten Mal. Eine intensive Reise in die Vergangenheit, die in der Gegenwart nicht zu Ende ist.

      Film von Christian von Brockhausen und Kristin Siebert

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