• 18.01.2021
      14:15 Uhr
      alpha-retro: Ausblick auf das Jahr 2000 (1967) Auf der Suche nach der Welt von Morgen | ARD-alpha
       

      Die wissenschaftliche Zukunftsforschung entstand nach 1945 in den USA aus dem Bedürfnis des Militärs, den immer schnelleren technischen Wandel und die sich verändernden strategischen Situationen in den Griff zu bekommen. Die Zukunftsforschung wurde dann aber auch für zivile Zwecke genutzt. Einige Futurologen waren sich 1967 z. B. sicher, dass der Mensch 1985 auf dem Mars landen wird und ab 1994 eine Immunisierung des Menschen gegen alle Bakterien- und Viruskrankheiten einsetzen wird.

      Montag, 18.01.21
      14:15 - 15:05 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      VPS 14:14
      Stereo

      Die wissenschaftliche Zukunftsforschung entstand nach 1945 in den USA aus dem Bedürfnis des Militärs, den immer schnelleren technischen Wandel und die sich verändernden strategischen Situationen in den Griff zu bekommen. Die Zukunftsforschung wurde dann aber auch für zivile Zwecke genutzt. Einige Futurologen waren sich 1967 z. B. sicher, dass der Mensch 1985 auf dem Mars landen wird und ab 1994 eine Immunisierung des Menschen gegen alle Bakterien- und Viruskrankheiten einsetzen wird.

       

      In seiner Sendung "Ausblick auf das Jahr 2000 aus der Reihe "Auf der Suche nach der Welt von morgen", stellt Rüdiger Proske gleich zu Beginn diese grundlegend neue und zentrale Prämisse für menschliches Handeln vor: "Seit 1945 die erste Atombombe explodierte, ist unsere Welt anders geworden und wird nie wieder so sein, wie sie zuvor war." Die Menschheit ist seitdem in der Lage, sich selbst auszulöschen. Damit sei "dem Menschen eine Verantwortung zugewachsen, der er und seine politischen Einrichtungen bisher noch nicht gewachsen sind." Die Zukunftsforschung, die Futurologie soll dies ändern, soll uns Menschen in die Lage versetzen, dieser Verantwortung gerecht werden zu können. Der Urgrund der wissenschaftlich betriebenen Zukunftsforschung ist jedoch folgender Tatbestand: "Je schneller sich unsere Welt verändert, umso dringlicher wurde … der Wunsch, die Zukunft zu erforschen, um sich auf ihre Gegebenheiten rechtzeitig einrichten zu können. Vor allem die amerikanischen Streitkräfte, und unter ihnen in erster Linie die dem technischen Wechsel am meisten ausgesetzten Luftwaffenstäbe forderten nach dem Zweiten Weltkrieg neue Voraussetzungen für ihre Planungen." So entstand die Rand Corporation in Santa Monica Kalifornien: Das ist eine "Einrichtung, die mit den modernsten Computern heute neue Waffensysteme, strategische Lagen und sogar politische Entwicklungen vorauszuberechnen versucht…. Heute arbeitet Rand auch im zivilen Bereich: Die Kriegsspiele sind für die Durchleuchtung wirtschaftlicher Konkurrenzsysteme ebenso brauchbar wie für die Analyse von Strategien."
      Aufgrund der oben erwähnten zentralen Prämisse gilt jedoch: "Jede Bemühung, die Zukunft zu erforschen geht zunächst von einer Prämisse aus: dass es keinen alles zerstörenden Atomkrieg geben wird." Und dann trifft Proske in diesem Filmbeitrag von 1967 eine sehr interessante Vorhersage: "Wir werden damit rechnen müssen, dass im Jahr 2000 viele Staaten über Atomwaffen verfügen und nicht alle von ihnen so rational denken werden wie heute die USA und die UDSSR." Zu Wort kommen in diesem Film u.a. die Zukunftsforscher Robert Jungk und Hermann Kahn und viele andere Wissenschaftler mehr.

      Und was sagen die Futurologen bezüglich der Zukunft, damals im Jahr 1967. Sie sagen u.a. voraus, dass ab 1975 das Wetter zuverlässig voraussagbar sein wird, dass es ab 1982 permanente Stationen auf dem Mond geben wird, dass circa im Jahr 1985 der Mensch auf dem Mars landen wird und dass im Jahr 2020 ein direkter Kontakt zwischen dem menschlichen Gehirn und einem Computer geben wird, was die Heraufkunft der Mensch-Maschine bedeutet. Ach ja, und ab 1994 werde es eine Immunisierung des Menschen gegen alle Bakterien- und Viruskrankheiten geben und ab ungefähr 2012 Drogen zur dauerhaften Erhöhung der Intelligenz der Menschen. Gott sei Dank ist vieles davon nicht eingetreten und manches davon leider immer noch nicht. Der Zukunftsoptimismus von Rüdiger Proske war zumindest im Jahr 1967 noch ganz ungebrochen.

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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 13.04.2021