• 05.06.2020
      16:30 Uhr
      Gernstl unterwegs - Wo sind die Bayern? Kalifornien - Los Angeles | ARD-alpha
       

      Bayern gibt es auf der ganzen Welt. Haben die Auswanderer im Ausland etwas gesucht, das sie zuhause nicht finden konnten? Haben sich ihre Hoffnungen erfüllt, und sind sie glücklich geworden? Und was erzählen ihre Geschichten über uns und unser Land?
      Franz X. Gernstl, Kameramann HP Fischer und Tonmann Stefan Ravasz beginnen die Spurensuche in der Hauptstadt des amerikanischen Traums: Los Angeles. Mehr als 220 Sprachen werden hier gesprochen. Auch Bayerisch.

      Freitag, 05.06.20
      16:30 - 17:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Bayern gibt es auf der ganzen Welt. Haben die Auswanderer im Ausland etwas gesucht, das sie zuhause nicht finden konnten? Haben sich ihre Hoffnungen erfüllt, und sind sie glücklich geworden? Und was erzählen ihre Geschichten über uns und unser Land?
      Franz X. Gernstl, Kameramann HP Fischer und Tonmann Stefan Ravasz beginnen die Spurensuche in der Hauptstadt des amerikanischen Traums: Los Angeles. Mehr als 220 Sprachen werden hier gesprochen. Auch Bayerisch.

       

      Bayern gibt es auf der ganzen Welt. Haben die Auswanderer im Ausland etwas gesucht, das sie zuhause nicht finden konnten? Haben sich ihre Hoffnungen erfüllt, und sind sie glücklich geworden? Und was erzählen ihre Geschichten über uns und unser Land?

      Franz X. Gernstl, Kameramann HP Fischer und Tonmann Stefan Ravasz beginnen die Spurensuche in der Hauptstadt des amerikanischen Traums: Los Angeles. Mehr als 220 Sprachen werden hier gesprochen. Auch Bayerisch.

      Da ist zum Beispiel Alexander van Bubenheim. Der Musiker aus München war in der Werbe-branche gut im Geschäft, seine TV-Spot-Melodien kennt jeder. Akzeptiert gefühlt hat er sich dennoch nie: „Musiker ist doch kein Beruf, hieß es in Bayern immer. Alle haben dort immer irgendwelche Erwartungen an Dich.“ Irgendwann reichte es ihm und er stieg in den Flieger nach L.A. Zwanzig Jahre ist das her. Bubenheim wird erfolgreich, komponiert für Hollywood. Auf seine Herkunft deutet heute nichts mehr hin: Cowboystiefel, im Hof die Harley, im Haus die amerikanische Flagge. Hinter sich lassen konnte er Bayern dennoch nicht: „Aber ich hab Jahre gebraucht, bis ich akzeptieren konnte, dass ich bei Blasmusik immer noch Gänsehaut kriege“, sagt Bubenheim. 150 bayerische Songs hat er seitdem komponiert. Doch erst als Franz X. Gernstl ihn fragt, was er im Alter machen will, wird klar, wie tief er mit seiner Heimat tatsächlich verbunden ist.

      Auch die ehemalige Kriegsberichterstatterin Ziri Rideaux wanderte vor 20 Jahren aus. Sie fand in ihrer Tasche zwei Stifte mit der Aufschrift „For postcards from L.A.“ Daraufhin buchte sie ein One-Way-Ticket. In ihrer Wohnung hängen selbstgemalte Bilder. Ziri trägt Schmuck auf der Stirn und hat Dreadlocks mit bunten Steinen im Haar. „In Bayern könnte ich in meinem Beruf so nicht rumlaufen“, sagt sie. Ziri ist Bestatterin und gründete das erste alternative Bestattungsinstitut der USA. Die Trauerfeier für einen verstorbenen Piloten veranstaltete sie in einem Flugzeughangar, die Gäste konnten Rundflüge machen. Einen 21-jährigen Surfer, der vom Blitz erschlagen wurde, bestattete sie auf dem Meer, umringt von Angehörigen auf Surfbrettern. „Siehst Du das als die Aufgabe in Deinem Leben an?“, will Franz X. Gernstl wissen. „Ich sehe es als eine meiner Aufgaben an“, antwortet Ziri.

      Festlegen lassen will sich hier niemand. Auch Michaela Killer aus Straßlach krempelte ihr Leben um. Sie gab ihre Karriere als Geschäftsfrau auf und kaufte mit ihrem Mann, einem ehemaligen Grundschullehrer, eine Ranch mit historischer Westernstadt nördlich von L.A. Heute bauen sie Pinot Noir an. „Killer West“ heißt ihr Wein für 30 Dollar die Flasche.

      Egal ob im Gangsterviertel L.A. Watts, auf der schillernden Promenade von Venice Beach oder bei Begegnungen auf der Straße wie mit einem hawaiianischen Wunderheiler aus Bulgarien: „Stars sind hier irgendwie alle“, sagt Franz X. Gernstl. „Es zählt, was Du machst. Nicht, was Du gelernt hast. Und was zur lustvollen Selbstverwirklichung taugt, ist akzeptiert.“

      Vor 35 Jahren waren Franz X. Gernstl und HP Fischer schon einmal in L.A., auf Urlaub damals. Sie hatten verwegene Ideen im Kopf und träumten von einem Leben in Kalifornien. Anders als die Bayern, die heute dort leben, haben sie dem amerikanischen Traum und der großen Freiheit dann aber letztlich doch nicht getraut. Am Ende der Reise scheint es, als hätten sie damals nur zugreifen müssen.

      Franz Xaver Gernstl und sein Team, Kameramann Hans Peter Fischer und Tonmann Stefan Ravasz, muss man nicht mehr vorstellen - sie sind über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt, für ihre feinen und eigenwilligen Reisereportagen.

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      Freitag, 05.06.20
      16:30 - 17:15 Uhr (45 Min.)
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