• 26.01.2020
      21:00 Uhr
      Zeuge der Zeit: Gabriel Bach Der Prozess seines Lebens | ARD-alpha
       

      Gabriel Bach war elf Jahre alt, als er 1938 mit seiner Familie vor dem Vernichtungsplan der Nationalsozialisten aus seiner Heimat Berlin fliehen konnte. Viele Jahre später übernahm er eine der wichtigsten Aufgaben bei der Aufklärung darüber, was im Holocaust geschah: 1961 wurde der Kriegsverbrecher Adolf Eichmann in Israel vor Gericht gebracht, und der Jurist Gabriel Bach war der stellvertretende Staatsanwalt.

      Sonntag, 26.01.20
      21:00 - 21:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo HD-TV

      Gabriel Bach war elf Jahre alt, als er 1938 mit seiner Familie vor dem Vernichtungsplan der Nationalsozialisten aus seiner Heimat Berlin fliehen konnte. Viele Jahre später übernahm er eine der wichtigsten Aufgaben bei der Aufklärung darüber, was im Holocaust geschah: 1961 wurde der Kriegsverbrecher Adolf Eichmann in Israel vor Gericht gebracht, und der Jurist Gabriel Bach war der stellvertretende Staatsanwalt.

       

      Stab und Besetzung

      Autor Michaela Wilhelm-Fischer

      Als Adolf Eichmann, der „Organisator des Holocaust“, 15 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in seinem Versteck in Argentinien aufgespürt und nach Israel gebracht wurde, war die Dimension, die dieses Ereignis noch haben würde, vermutlich noch nicht abzusehen. In der jungen Bundesrepublik Deutschland wollte man die NS-Geschichte hinter sich lassen, noch bevor man sich überhaupt mit ihr beschäftigt hatte. Tief ins NS-System verstrickte Politiker konnten in der Regierung Adenauer Karriere machen, und bereits 1949 wurde vom „Schlussstrich“ gesprochen.

      Auch im jungen Staat Israel beschäftigte man sich kaum mit dem Holocaust: Man wollte nach vorne schauen, die Staatsgründung 1948 mit kräftigen jungen Pionieren bestreiten. Da hatten Opfer nicht viel Platz. Dann aber kam das Jahr 1961 und mit ihm der Eichmann-Prozess. Ein weltweites Medienspektakel und ein Wendepunkt in der Aufarbeitung der Geschichte. Jeder Prozesstag wurde von Kameras aufgezeichnet, und zum ersten Mal sah man hin und hörte denjenigen zu, die lange geschwiegen hatten: den Überlebenden von Auschwitz, Treblinka oder Theresienstadt.

      Gabriel Bach erinnert sich: „Es haben mich israelische Lehrer angerufen, die gesagt haben, dass die Kinder von dem Prozess nicht hören wollten. Sie hatten ein gewisses Schamgefühl. Aber dass die Zeugen ausgesagt haben, hat dazu geführt, dass unsere Jugendlichen nun Polen und die Lager besuchen wollten. Es besteht kein Zweifel, dass der Eichmann-Prozess das Interesse, was den Holocaust anbetrifft, ganz besonders verstärkt hat. Er hatte eine elektrisierende Wirkung.“

      Gabriel Bach beschreibt seine Erinnerungen an den Prozess so, als wäre er gestern gewesen. Er berichtet von den 108 mutigen Zeugen, die damals vor seinen Augen zusammenbrachen, tapfer ihre Geschichte vom Überleben erzählten und von den unfassbaren Gräueltaten der Nazis. Archivausschnitte von diesen Momenten während des Prozesses in Jerusalem brennen sich ein und machen diesen Film über Gabriel Bach zu einem Geschichtsdokument und einer Mahnung.

      Wird geladen...
      Wird geladen...
      Sonntag, 26.01.20
      21:00 - 21:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 26.11.2020