• 17.11.2019
      19:15 Uhr
      Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Speicherstadt und Chilehaus in Hamburg (Deutschland) - Die Hochburg des Freihandels | ARD-alpha
       

      Noch bis Ende 2002 trennt eine der letzten europäischen Grenzen „Zollausland“ des Hamburger Freihafens von der Altstadt. 1888 als größtes Lagerhausensemble der Welt erbaut, trägt die Speicherstadt mit benachbartem „Chile Haus“ seit Juni 2015 das Etikett UNESCO-Weltkulturerbe.

      Sonntag, 17.11.19
      19:15 - 19:30 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Stereo HD-TV

      Noch bis Ende 2002 trennt eine der letzten europäischen Grenzen „Zollausland“ des Hamburger Freihafens von der Altstadt. 1888 als größtes Lagerhausensemble der Welt erbaut, trägt die Speicherstadt mit benachbartem „Chile Haus“ seit Juni 2015 das Etikett UNESCO-Weltkulturerbe.

       

      Noch bis Ende 2002 trennt eine der letzten europäischen Grenzen „Zollausland“ des Hamburger Freihafens von der Altstadt. 1888 als größtes Lagerhausensemble der Welt erbaut, trägt die Speicherstadt mit benachbartem „Chile Haus“ seit Juni 2015 das Etikett UNESCO-Weltkulturerbe.
      Den Freihafenstatus ringt die Hansestadt 1881 Reichskanzler Bismarck ab: vereinfachter Handel als Gegenleistung für den Beitritt zum Deutschen Zollverein. In nur sechs Jahren stampfen die Hamburger das größte Lagerhausensemble der Welt aus dem Boden. Dafür muss ein ganzer Stadtteil weichen, knapp 20.000 Menschen werden in die bereits übervölkerte Altstadt vertrieben. Ein Opfer „zum Wohle des Handels“.
      Im Schutz des Kaiserreichs blüht der Handel auf. Die Hansestadt steigt bis zu Beginn des ersten Weltkrieges nach London, New York und Rotterdam in die Liga der bedeutendsten Hafen der Welt auf. Lange gilt die Keimzelle des Hamburger Hafens als Monument der ruhmreichen Geschichte von hanseatischem Kaufmannsgeist und feinen Profiten in einer Stadt, die bis heute die meisten Millionäre des Landes zählt. Dass dieses rapide Wachstum nicht nur der Speicherstadt zu verdanken ist, sondern vor allem der von hanseatischen Kaufleuten angestoßenen rigorosen deutschen Kolonialpolitik, wird bis heute gerne unterschlagen. „Im Kern“, so der Hamburger Historiker Jürgen Zimmerer, „ging es in Hamburg immer nur ums Geld, das zu großen Teilen aus der Landnahme auf dem Schwarzen Kontinent stammte.“
      Reparationszahlungen nach dem ersten Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise dämpfen den hanseatischen Kaufmannsgeist. Der Zahlungsverkehr läuft fast nur über Devisen, die täglich neu eingetauscht werden müssen. Dennoch beschließen die Hamburger, das bereits abgerissene „Gängeviertel“ gegenüber der Speicherstadt neu zu bebauen. Devisen sind gefragt. In diese Bresche springt der reichste Hamburger Kaufmann seiner Zeit: Henry Barens Sloman, der mit dem Handel von Salpeter aus Chile ein Vermögen machte. Sloman beauftragt Fritz Höger, einen Absolventen der Hamburger Baugewerbeschule, mit Planung und Bauausführung des ersten „Hamburger Wolkenkratzers“. Kaum ist das „Chile Haus“ an Hamburgs Fischertwiete 1924 eingeweiht, nimmt es als „Ikone des Backsteinexpressionismus“ und einen prominenten Platz in der Architekturgeschichte ein.

      Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.

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