• 20.07.2019
      19:30 Uhr
      Global 3000 Das Globalisierungsmagazin der Deutschen Welle | ARD-alpha
       

      Bis zum Jahr 2030 werden laut UN 5,4 Milliarden Menschen der globalen Mittelschicht angehören, im Vergleich zu 3 Milliarden in 2015. Alle sollen, wollen kräftig konsumieren. Aber auf wessen Kosten? Beispiel Textilindustrie: Saisonale Kollektion war gestern. Vom Entwurf bis zur Auslieferung vergehen nur wenige Wochen – die sogenannte „Fast Fashion“ dominiert den Markt. Sie produziert vor allem eins: Überfluss. Themen:

      • Libanon: Wohin mit den Müllmassen?
      • Fast Fashion und die Altkleiderschwemme
      • Leben mit dem Information Overload
      • Was tun gegen die Lebensmittel-Verschwendung?

      Samstag, 20.07.19
      19:30 - 20:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo HD-TV

      Bis zum Jahr 2030 werden laut UN 5,4 Milliarden Menschen der globalen Mittelschicht angehören, im Vergleich zu 3 Milliarden in 2015. Alle sollen, wollen kräftig konsumieren. Aber auf wessen Kosten? Beispiel Textilindustrie: Saisonale Kollektion war gestern. Vom Entwurf bis zur Auslieferung vergehen nur wenige Wochen – die sogenannte „Fast Fashion“ dominiert den Markt. Sie produziert vor allem eins: Überfluss. Themen:

      • Libanon: Wohin mit den Müllmassen?
      • Fast Fashion und die Altkleiderschwemme
      • Leben mit dem Information Overload
      • Was tun gegen die Lebensmittel-Verschwendung?

       
      • Libanon: Wohin mit den Müllmassen?

      Die Müllkrise im Libanon ist ein Dauerzustand geworden. Immer wieder Bilder von sich auftürmenden Müllbergen am Straßenrand - über Wochen. Ein Zusammenspiel aus Korruption, mangelnder staatlicher Kontrolle und schwacher Infrastruktur. Damit steht der Libanon exemplarisch für so viele Länder. Wohin mit den Massen an Abfall, die unsere globalisierte Welt produziert, wenn es keine adäquate Entsorgung geschweige denn Recyclingstrukturen gibt? Menschenrechtsorganisationen prangern immer wieder an: Libanons Müllkrise ist eine Gefahr für Mensch und Umwelt. Denn eine weitverbreitete Praxis ist es, den Müll in Deponien auf offenem Gelände einfach zu verbrennen. Etwa 150 dieser offenen Deponien gibt es. Und das in einem kleinen Land, das mit ca. 5 Millionen Einwohnern dicht besiedelt ist. Es gibt zivile Initiativen gegen die Müllkrise, doch sie haben keine Unterstützung von Seiten der Regierung.

      • Fast Fashion und die Altkleiderschwemme

      Mit den Textilien, die allein im Jahr 2018 weltweit produziert wurden, könnte man eine Fläche wie Deutschland überspannen: 360.000 Quadratkilometer. Die Hälfte aller Kleidungsstücke werden nach einem Jahr weggeschmissen – vieles davon noch ungetragen und von minderer Qualität. Oft landen sie in Altkleider-Containern. Die gemeinnützigen Organisationen, die Kleider für Bedürftige sammeln, benötigen aber noch nicht einmal 10 Prozent von der Altkleiderschwemme, der Rest wird an spezialisierte Sortierbetriebe verkauft. Weltmarktführer ist die deutsche Firma Soex. Sie verarbeitet jeden Tag 400 Tonnen Alttextilien und sie verschafft den großen Modelabeln wie H&M, C&A oder Primark ein besseres Gewissen: indem sie ihnen ein Rücknahmesystem für Altkleider organisiert.

      • Leben mit dem Information Overload

      Mehr als die Hälfte der Menschheit, knapp 4 Milliarden Menschen, nutzen schon heute das Internet. Jeden Tag werden weltweit 2,5 Trillionen Bytes erzeugt. Jede Minute werden auf YouTube 400 Stunden Videomaterial hochgeladen, jede Sekunde 6000 Tweets versendet. Was macht das mit unserem Gehirn? Das Internet verändert es, auch strukturell. Zum Beispiel ist der Teil des Gehirns, der zuständig ist für die Daumenbewegung (der sensomotorische Cortex), bei den heute 15-jährigen doppelt so groß wie bei ihren Eltern. Doch wie unterscheiden wir Wichtiges von Unwichtigem? Immer mehr Menschen sind mit der Angebotsmasse überfordert.

      • Was tun gegen die Lebensmittel-Verschwendung?

      In Südafrika haben Millionen Menschen nicht genug zu essen, trotzdem wird ein Drittel der Lebensmittel weggeschmissen. Die gammeln auf Deponien vor sich hin und verursachen zudem Treibhausgase. Einige Hersteller und Supermarktketten würden gerne ihre übriggebliebenen oder abgelaufenen Lebensmittel an Bedürftige weitergeben. Doch oft fehlen neben gesetzlichen auch die logistischen Strukturen. Tatjana von Bormann (WWF Südafrika) versucht Farmer, Hilfsorganisationen und Supermärkte zusammen zu bringen. Mit wachsendem Erfolg: so kommen Lebensmittel direkt vom Feld zu Suppenküchen für die Kinder eines Townships.

      Unsere Welt ist immer stärker miteinander verbunden und voneinander abhängig. Aber wie beeinflusst das tatsächlich unser Leben? Global 3000 gibt der Globalisierung ein Gesicht. Wir zeigen die Geschichten der Menschen, die jeden Tag die Folgen erleben.
      Eine wachsende Weltbevölkerung bei immer knapper werdenden Böden, bewaffnete Konflikte, Flüchtlingsströme, Wirtschaftskrisen oder die Folgen des Klimawandels - wir wollen so viele Aspekte der Globalisierung wie möglich beleuchten. Und dabei helfen zu verstehen, wie sich die Welt verändert - sowohl zum Guten als auch Schlechten.

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      Samstag, 20.07.19
      19:30 - 20:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo HD-TV

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