• 16.06.2019
      01:45 Uhr
      alpha-retro: Der Schuhmacher aus Altenerding 1991 ARD-alpha
       

      Vor der industriellen Fertigung gab es überall die Schuster, die Schuhe selbst herstellten. Schuhmacher gibt es zwar heute immer noch, aber die haben sich in die noblen Maßschuhateliers zurückgezogen oder sind Spezialisten in der Orthopädieschuhmacherei. Der 81jährige Josef Huber aus Altenerding machte 1991 in diesem Film für seine Frau sein letztes Paar Schuh'.

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 16.06.19
      01:45 - 02:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo HD-TV

      Vor der industriellen Fertigung gab es überall die Schuster, die Schuhe selbst herstellten. Schuhmacher gibt es zwar heute immer noch, aber die haben sich in die noblen Maßschuhateliers zurückgezogen oder sind Spezialisten in der Orthopädieschuhmacherei. Der 81jährige Josef Huber aus Altenerding machte 1991 in diesem Film für seine Frau sein letztes Paar Schuh'.

       

      Stab und Besetzung

      Autor Benedikt Kuby

      Der Schuhmacher, der Schuster ist ein Handwerk das jeder kennt. In der heutigen Zeit ist der Schuster nur mehr Reparateur: Er bringt alte Schuhe wieder auf Vordermann, besohlt sie neu, ersetzt gerissene alte Nähte durch neue usw. usf. Bis zur Herstellung von Schuhen auf industriellem Wege bestand die Arbeit des Schusters, des Schuhmachers jedoch zum großen Teil in dem, was die Berufsbezeichnung ausdrückt: Er machte Schuhe. Schuhe repariert hat in der Regel der im Stand viel niedriger angesetzte Flickschuster. Wer jedoch von den heutigen Schustern stellt noch selbst einen Schuh her? In der Ausbildung wird das noch gelehrt, in der Praxis kommt das jedoch nicht mehr vor - außer bei exklusiven Schuhmachern in den Metropolen, die für betuchte Kunden Maßschuhe herstellen. Benedikt Kuby porträtierte in seinem Film von 1991 den Schuster Josef Huber aus Erding, der extra für diesen Film ein letztes Mal Schuhe selbst herstellt: Mit 81 Jahren will er noch einmal ein Paar Schuhe machen, dieses letzte Paar soll seine Frau bekommen. In ruhigen Bildern, die ganz auf das Detail konzentriert sind, zeigt Kuby, wie das vonstattengeht und was man dafür alles benötigt. Da geht es z. B. zuerst einmal zum Gerber, des Leders wegen. Dann wird Maß genommen und der Leisten hergestellt, um den herum dann Schaft und Sohle gebaut werden. Und man lernt z. B. warum eine Brandsohle eben Brandsohle heißt: Weil sie den Schweiß aufnehmen muss, der sich in die Sohle brennt.
      Meister Eder hatte eine Schreinerwerkstatt, Huber dagegen hat eine Schusterwerkstatt - und erinnert doch in Sprache und Habitus ein wenig an den Meister Eder. Und selbst wenn er nicht noch nebenbei von einem Kobold geplagt wird, sieht man doch, wie viel Kunstfertigkeit und Anstrengung es erfordert, bis ein gutes Paar Schuhe fertiggestellt ist. Sepp Huber sagt, dass er als Lehrbub gemeint hat, er würde das niemals lernen. Aber er lernte das sehr wohl, denn „das ergibt sich von selbst aus der Arbeit heraus.“ Und wenn er zwischendrin von seinem Leben erzählt und der Gans, die er kurz vor der Währungsreform lieber selbst verzehren wollte, als sich dafür einen Meisterbrief zu erschwindeln, hört man ganz klar seinen wunderbaren bayerischen Dialekt, der jedoch nie so stark ist, dass man ihn auch nördlich der Donau nicht sofort verstehen würde.

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      Nacht von Samstag auf Sonntag, 16.06.19
      01:45 - 02:15 Uhr (30 Min.)
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