• 11.01.2014
      11:30 Uhr
      alpha-Campus AUDITORIUM Die Ästhetik Europas: Klima, Charakter, Gesundheit - Hippokrates in Europa | ARD-alpha
       

      Dozent: Prof. Dr. Karl-Heinz Leven

      • Die Medizin des Hippokrates bezog Umwelt und Klima als Einflussgröße auf die Gesundheit des Körpers ein. Sie ist somit Vorläufer einer modernen Medizin, die Einwirkungen der soziokulturellen Umwelt auf die Gesundheit des Einzelnen berücksichtigt.

      Samstag, 11.01.14
      11:30 - 12:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Dozent: Prof. Dr. Karl-Heinz Leven

      • Die Medizin des Hippokrates bezog Umwelt und Klima als Einflussgröße auf die Gesundheit des Körpers ein. Sie ist somit Vorläufer einer modernen Medizin, die Einwirkungen der soziokulturellen Umwelt auf die Gesundheit des Einzelnen berücksichtigt.

       

      Die hippokratische, das Klima und die Umwelt einbeziehende Medizin war in der Antike einflussreich und erfolgreich; sie wirkte über viele Jahrhunderte nach. Der Mensch und seine Körperfunktionen, als Mikrokosmos eingespannt in einen Makrokosmos - dieses Konzept bot zahlreiche Erklärungsansätze und vertrug sich überdies mit der Alltagserfahrung. Die Ethnografie nach dem Muster der hippokratischen Schrift "Über die Umwelt" setzte das Klima auch in direkte Beziehung zum Charakter ganzer Volksgruppen. Eine Ironie der Geschichte mag man darin sehen, dass Griechenland, das der hippokratische Autor als ein Land mit abhärtendem Klima, seine Bewohner demzufolge als fleißig und tapfer sah, heute als ein Land gilt, in dem genau das Klima zu herrschen scheint, das der hippokratische Autor einst in Asien lokalisierte - die "asiatische Schlaffheit" heute in Griechenland? Die Grenze Europas, so könnte man die nunmehr westeuropäische Sicht kennzeichnen, hat sich nach Westen verschoben. Europa scheint kleiner geworden, Griechenland nicht mehr dazuzugehören - oder sitzen wir vielleicht einem ebensolchen Stereotyp auf wie der hippokratische Autor?

      • Prof. Dr. Karl-Heinz Leven

      Karl-Heinz Leven studierte Medizin, Geschichte, Klassische Philologie und Romanistik; 1987 medizinhistorische Dissertation, danach akademische Tätigkeiten in Freiburg und Düsseldorf, 1993 Habilitation für Geschichte der Medizin. Seit 2009 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte der Medizin und Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität Erlangen-Nürnberg. Forschungsschwerpunkte: Antike und byzantinische Medizin, Geschichte der Seuchen, Geschichte des Hippokratischen Eides, Medizin in der NS-Zeit.

      In Campus AUDITORIUM greifen Wissenschaftler wichtige Fragen der Zeit auf und erläutern die Themen aus ihrer Forscherperspektive.

      Die Ringvorlesung Collegium Alexandrinum an der Universität Erlangen-Nürnberg sucht nach den Ursprüngen einer speziell europäischen Ästhetik, beschreibt eben diese anhand von Beispielen und spannt den Bogen bis zur ästhetischen Wahrnehmung Europas im Ausland.

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      Samstag, 11.01.14
      11:30 - 12:00 Uhr (30 Min.)
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      Stereo

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