• 04.11.2018
      23:25 Uhr
      Druckfrisch Neue Bücher mit Denis Scheck | ARD-alpha
       

      Themen:

      • Andreas Eschbach: "NSA"
      • Judith Schalansky: "Verzeichnis einiger Verluste"
      • Denis Scheck empfiehlt David Foster Wallace: "Der Spaß an der Sache"
      • Der lustvoll pointierte Kommentar zur Spiegel-Bestsellerliste, diesmal: "Belletristik"

      Sonntag, 04.11.18
      23:25 - 23:55 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      VPS 23:35

      Themen:

      • Andreas Eschbach: "NSA"
      • Judith Schalansky: "Verzeichnis einiger Verluste"
      • Denis Scheck empfiehlt David Foster Wallace: "Der Spaß an der Sache"
      • Der lustvoll pointierte Kommentar zur Spiegel-Bestsellerliste, diesmal: "Belletristik"

       
      • Andreas Eschbach: "NSA"

      Der 2. Weltkrieg im Zeitalter der Digitalisierung – Andreas Eschbach schreibt die deutsche Geschichte um und entwirft damit ein bedrohliches, erschreckend realistisches Zukunftsszenario.

      Vergangenheit als Science Fiction: Was wäre geschehen, wenn bereits die Nazis über die Technologie des 21. Jahrhunderts mit Internet, Computer und Smartphones verfügt hätten? In diesem überraschenden Setting dekliniert Andreas Eschbach alle möglichen Verbrechen des Nationalsozialismus durch. Wir begegnen Opfern und Tätern: Anne Frank, Robert Oppenheimer, Heinrich Himmler und Josef Mengele – Menschen, die entweder durch das Internet aufgespürt und ausspioniert worden wären oder die sich des Internets bedient hätten, um eben genau dies zu tun.

      Im Mittelpunkt der temporeichen Geschichte steht die "Programmstrickerin" Helene, eine Angestellt des sogenannten NSA, des "Nationalen Sicherheitsamtes". Dessen Aufgabe ist es, alle erdenklichen Daten zu sammeln, um Menschen und Maschinen weltweit zu erfassen, zu kontrollieren und zu manipulieren. Helene, die sich anfangs als begabte aber naive Programmiererin in den Dienst des NS-Staates stellt, muss bald erfahren, wie die Erfassung aller persönlichen Daten auch ihr eigenes Leben und das der von ihr geliebten Menschen existentiell bedroht.

      Der Roman "NSA" zeigt, dass die Zukunft dieser von Andreas Eschbach facettenreich konstruierten Vergangenheit längst begonnen hat. Und der Leser muss erkennen: Nicht nur Fanatismus und Nationalismus bedrohen das selbstbestimmte Leben in einer freien Welt, sondern vor allem auch die schonungslose Diktatur der Daten.

      • Judith Schalansky: "Verzeichnis einiger Verluste"

      Sammeln, archivieren, verschwundene Dinge retten und literarisch wieder wiederauferstehen lassen – Judith Schalansky verknüpft die Realität mit ihren Phantasien als Erzählerin.

      Eine verschwundene Insel im Pazifik, das Skelett eines Einhorns, der kaspische Tiger, alte religiöse Texte oder der Palast der Republik in Berlin, alles, was einst unter- oder verloren ging, was in Vergessenheit geriet oder abgerissen wurde – Judith Schalansky will es für unser kollektives Gedächtnis bewahren. In ihrem neuen Buch "Verzeichnis einiger Verluste" geht sie auf Spurensuche: Was wurde aus den verschwundenen Dingen und was haben sie hinterlassen? Im Mittelpunkt stehen Menschen, die gegen die Vergänglichkeit ankämpfen und sich voller Hingabe diesen verlorenen Dingen widmen. Wie zum Beispiel die Schriftstellerin selbst, die ihrer eigenen Kindheit in der untergegangenen DDR nachspürt. Denn, solange die Erinnerung an Dinge, Menschen oder Ereignisse lebendig sind, meint Schalansky, so lange kann aus dem Verlust auch etwas Neues entstehen.

      Allerdings stellen alle fest, die mit sehnsuchtsvoller Neugier im Gewesenen graben: Auch die kleinste Korrektur ist unmöglich, denn "nicht einmal die Götter können die Vergangenheit ändern". So kann Judith Schalansky durch Schreiben Versäumtes betrauern – aber nichts zurückholen.

      Sie sei "eine Grenzgängerin zwischen Natur und Poesie" heißt es in der Begründung der Jury, die ihr am 4. November für ihr neues Buch den diesjährigen Wilhelm-Raabe-Literaturpreis verleihen wird.

      • Denis Scheck empfiehlt David Foster Wallace: "Der Spaß an der Sache"

      Die Essays und Reportagen in "Der Spaß an der Sache" versammeln auf über 1000 Seiten die mit enormem stilistischem Furor verfassten nichtfiktionalen Texte von David Foster Wallace. Ob Landwirtschaftsausstellung, Kreuzfahrt oder Pornomesse: Nichts war vor David Foster Wallace Röntgenblick und seiner unbestechlichen moralischen Sensibilität sicher, mit denen er den American Way of Life gnadenlos sezierte. Dieser Sammelband seiner Essays und Reportagen ist eine Art Gebrauchsanweisung für das Leben in der Gegenwart.

      • Außerdem:

      Und wie immer in "Druckfrisch": Der lustvoll pointierte Kommentar zur Spiegel-Bestsellerliste, diesmal: "Belletristik", musikalisch intoniert vom Popliteraten und Musiker Thomas M

      einecke.

      Allein in Deutschland erscheinen jedes Jahr 90.000 neue Bücher. Ganz schön schwer, hier den Überblick zu behalten. "Druckfrisch", das Büchermagazin im Ersten, hilft bei der Orientierung im Bücherdschungel. Moderator Denis Scheck besucht Schriftsteller und stellt Neuerscheinungen vor. Er lobt und lästert über die aktuellen Bestseller, spricht Empfehlungen aus, sagt aber auch, welche Bücher reine Zeitverschwendung sind. Belletristik, Krimis, Sachbücher, Biographien oder Kochbücher - nichts ist vor ihm sicher.

      Wird geladen...
      Wird geladen...

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 25.03.2019