• 30.06.2018
      10:15 Uhr
      Nachtcafé Gesichter des Bösen - kann jeder zum Täter werden? | SR Fernsehen
       

      Stundenlang gequält, dann grausam ermordet und die Leiche im Keller einbetoniert - wenn die Handschellen beim eigenen Nachbarn klicken, der sonst immer so freundlich im Treppenhaus gegrüßt hat, löst das ein Gefühl der Beklemmung aus. Geradewegs wird einem vor Augen geführt, wie sehr man sich doch in Menschen täuschen kann. Und wie schnell man selbst Opfer perverser, furchtbarer Taten werden kann. Das Düstere hat viele Gesichter.

      Darüber sprechen:

      • Edith Beller
      • Norbert Zelewske
      • Markus Schanz
      • Wiebke Lorenz
      • Prof. Christian Pfeiffer
      • Dr. Brigitte Bosse

      Moderation: Michael Steinbrecher

      Samstag, 30.06.18
      10:15 - 11:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Stundenlang gequält, dann grausam ermordet und die Leiche im Keller einbetoniert - wenn die Handschellen beim eigenen Nachbarn klicken, der sonst immer so freundlich im Treppenhaus gegrüßt hat, löst das ein Gefühl der Beklemmung aus. Geradewegs wird einem vor Augen geführt, wie sehr man sich doch in Menschen täuschen kann. Und wie schnell man selbst Opfer perverser, furchtbarer Taten werden kann. Das Düstere hat viele Gesichter.

      Darüber sprechen:

      • Edith Beller
      • Norbert Zelewske
      • Markus Schanz
      • Wiebke Lorenz
      • Prof. Christian Pfeiffer
      • Dr. Brigitte Bosse

      Moderation: Michael Steinbrecher

       

      Unvorstellbare Verbrechen wie der Kannibalenmord von Rotenburg oder die über Monate von einem Ehepaar gefolterten Opfer aus Höxter lassen perfideste psychische Abgründe zu Tage treten. Sie geben immer wieder neue Rätsel auf, was Menschen wohl dazu bringt, ihre grauenvollen Fantasievorstellungen in die Tat umzusetzen.

      Etwa 500.000 Psychopathen leben in Deutschland, so die Erkenntnis von Neurowissenschaftlern. Aber bei weitem nicht jeder mit einer Persönlichkeitsstörung wird zum Mörder oder Vergewaltiger. Psychologen suchen nach Erklärungen, warum das Böse bei manchen mehr Macht zu haben scheint als das Gute.

      Auch für Kriminalpsychiater ist nicht jedes perfide, sadistische und krankhafte Verhalten schlüssig und einfach erklärbar mit schwierigen Kindheitserlebnissen oder einer Reaktion auf soziale Ausgrenzung. Welche Umstände müssen zusammenkommen, damit der eigentlich friedliebende Kollege zum brutalen Mörder wird? Ist das Böse in uns eine naturgegebene Eigenschaft, die in jedem schlummert? Und sind krankhafte, trieborientierte Täter jemals resozialisierbar?

      Zu Gast bei Moderator Michael Steinbrecher sind:

      • Edith Beller

      Über Jahre führte die dreifache Mutter Edith Beller eine Bilderbuch-Ehe. Doch der schöne Schein der bürgerlichen Fassade und Traumfamilie bröckelte, als sie entdeckte, dass ihr Mann seit Monaten eine Affäre hatte. Als sich schließlich die Trennung abzeichnete, hätte dies Edith Beller beinahe mit dem Leben bezahlen müssen: „Mein Mann wollte mich aus dem Weg räumen und heuerte einen Auftragskiller an.“

      • Norbert Zelewske

      Von Anfang an hatte Norbert Zelewske ein ungutes Gefühl, als er der Freundin seines Bruders zum ersten Mal begegnete. Doch sein Bruder Thorsten war lange überzeugt, die Richtige gefunden zu haben, auch wenn es immer wieder Streit gab. Als er die On-Off-Beziehung endgültig beenden wollte, wurde ihm dies zum Verhängnis, denn sie rächte sich auf bestialische Weise: „Diese Frau hat meinen Bruder in eine Falle gelockt und mit 37 Messerstichen förmlich abgeschlachtet.“

      • Markus Schanz

      Mehrfach auf einen Menschen eingestochen – Markus Schanz saß dafür zweieinhalb Jahre im Gefängnis. Aufgewachsen in einem behüteten Elternhaus geriet er bereits als Jugendlicher auf die schiefe Bahn und führte ein Doppelleben. Zuhause der brave Sohn, in seinem Wohnviertel der gefürchtete Kriminelle. Bis eines Tages eine Schlägerei fatale Folgen hatte: “Ich hätte mir vorher nie vorstellen können, dass ich zu so etwas fähig sein könnte.“

      • Wiebke Lorenz

      Lange Zeit lief das Leben von Wiebke Lorenz nach einem perfekten Fahrplan. Gemeinsam mit ihrer Schwester wurde sie zu einem erfolgreichen Autoren-Duo, ihre Bücher verkauften sich millionenfach. Doch anstatt den gemeinsamen Erfolg zu genießen, geriet das Leben von Wiebke Lorenz plötzlich aus den Fugen: „Ich entwickelte grausame Mordfantasien, die mich fest im Griff hatten und sich gegen kleine Kinder richteten.“

      • Prof. Christian Pfeiffer

      Was begünstigt Gewalt? Nehmen kriminelle Gewalttaten in Deutschland belegbar zu? Ist die zunehmende Sorge der Bürger um das Sicherheitsgefühl völlig unbegründet? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Kriminologe Prof. Christian Pfeiffer seit Jahrzehnten: „Wenn es die Situation erfordert, kann jeder zum Täter werden“, so der langjährige Leiter des kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen.

      • Dr. Brigitte Bosse

      Wer selbst Opfer einer schweren Gewalttat wird oder als Angehöriger erschüttert und traumatisiert zurückbleibt, braucht Unterstützung. Psychotherapeutin Dr. Brigitte Bosse behandelt die seelischen Folgeschäden und bietet Opfern von solch einschneidenden Straftaten in akuten Krisensituationen bestmögliche Hilfe. „Das A und O einer Traumatherapie ist eine gute Beziehung. Wenn die im häuslichen Umfeld nicht hinreichend gewährleistet ist, dann muss die Therapie das liefern“, so die Leiterin des Trauma-Instituts Mainz.

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      Samstag, 30.06.18
      10:15 - 11:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

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