• 20.01.2018
      17:00 Uhr
      So schläft die Welt (3/4) Spanien | SR Fernsehen
       

      Im europäischen Vergleich schlafen die Spanier am wenigsten. Gründe dafür sind der typische Lebensrhythmus mit späten Mahlzeiten und der Angewohnheit, lange aufzubleiben. Dabei ist die Siesta, die früher übliche Mittagsruhe, aufgrund veränderter Arbeitsabläufe verschwunden.

      Samstag, 20.01.18
      17:00 - 17:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Im europäischen Vergleich schlafen die Spanier am wenigsten. Gründe dafür sind der typische Lebensrhythmus mit späten Mahlzeiten und der Angewohnheit, lange aufzubleiben. Dabei ist die Siesta, die früher übliche Mittagsruhe, aufgrund veränderter Arbeitsabläufe verschwunden.

       

      Die meisten Spanier leiden unter chronischem Schlafmangel. Im europäischen Vergleich schlafen sie am wenigsten, durchschnittlich eine Stunde weniger als Deutsche oder Franzosen. Laut Dr. Diego García Borreguero, Direktor des Schlafforschungsinstituts in Madrid, ist Spanien ein Land, "das dem Schlaf immer wenig Bedeutung beigemessen hat". Erst allmählich wird den Spaniern bewusst, dass fehlender Schlaf nicht nur müde macht, sondern auch zu schwerwiegenden Krankheiten führen kann.

      Eine wichtige Ursache für das verbreitete Schlafdefizit ist der typische spanische Lebensrhythmus mit üppigen, späten Mahlzeiten, ausgiebigem Nachtleben und der Angewohnheit, bis tief in die Nacht fernzusehen. Spanier empfinden es als Teil ihrer Identität, dass bei ihnen zu anderen Zeiten gegessen, ausgegangen und geschlafen wird als anderswo.

      Gleichzeitig können immer weniger Spanier die Siesta, den traditionellen Mittagsschlaf, praktizieren. Denn im modernen Spanien ist das Leben vorwiegend städtisch geprägt, und die Entfernungen zwischen Wohnung und Arbeitsplatz sind zu groß, um mittags nach Hause zu gehen und Siesta zu halten. Außerdem richtet sich der Arbeitstag immer häufiger nach den globalen Rhythmen der internationalen Arbeitswelt mit frühem Arbeitsbeginn und kurzer Mittagspause.
      Andere Faktoren, die vielen Spaniern den Schlaf rauben, sind ökonomische Sorgen als Folge der Wirtschaftskrise oder Umweltfaktoren, wie etwa die hohe Lärmbelastung. Spanien gilt als eines der lautesten Länder der Welt.

      Auf der Suche nach den Ursachen des spanischen Schlafmangels hat sich die Filmemacherin Marion Schmidt ins quirlige Nachtleben gestürzt, die Familie eines Landwirts im ländlichen Chinchón besucht, Büroangestellte in Madrid beim Lunch getroffen und eine arbeitslose Schauspielerin mit Schlafstörungen durch die Nacht begleitet.

      Etwa ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch im Schlaf. Dabei unterscheiden sich die Schlafgewohnheiten nach Alter, Lebenssituation und Nationalität. Der Schlafexperte Dr. Michael Feld hat untersucht, wie verschiedene Kulturen mit Schlaf und Schlafstörungen umgehen. Er hinterfragt alte Gewohnheiten, nimmt neue Konzepte unter die Lupe und gibt Tipps für einen gesunden Schlaf.

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      Samstag, 20.01.18
      17:00 - 17:30 Uhr (30 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 19.02.2020