• 04.07.2020
      00:00 Uhr
      Nachtcafé - Das Beste Schlaflos, traumlos, ruhelos | SR Fernsehen
       

      Die Einen können gar nicht genug davon bekommen, die Anderen hadern regelmäßig mit ihm. Wenn es um den Schlaf geht, reichen die menschlichen Erfahrungen in Extreme. Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir in diesem Zustand, doch jeder dritte Erwachsene leidet heute bereits unter Ein- oder Durchschlafstörungen. Die Betroffenen verlieren dadurch an Lebensqualität, sind weniger belastbar oder werden sogar ernsthaft krank. Mittlerweile kennen Forscher 88 Schlafkrankheiten, und wer konstant gegen seine innere Uhr lebt, riskiert sogar Herzleiden oder Diabetes. Was ist das Geheimnis eines gesunden, erholsamen Schlafes?

      Nacht von Freitag auf Samstag, 04.07.20
      00:00 - 01:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Die Einen können gar nicht genug davon bekommen, die Anderen hadern regelmäßig mit ihm. Wenn es um den Schlaf geht, reichen die menschlichen Erfahrungen in Extreme. Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir in diesem Zustand, doch jeder dritte Erwachsene leidet heute bereits unter Ein- oder Durchschlafstörungen. Die Betroffenen verlieren dadurch an Lebensqualität, sind weniger belastbar oder werden sogar ernsthaft krank. Mittlerweile kennen Forscher 88 Schlafkrankheiten, und wer konstant gegen seine innere Uhr lebt, riskiert sogar Herzleiden oder Diabetes. Was ist das Geheimnis eines gesunden, erholsamen Schlafes?

       

      Die Einen können gar nicht genug davon bekommen, die Anderen hadern regelmäßig mit ihm. Wenn es um den Schlaf geht, reichen die menschlichen Erfahrungen in Extreme. Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir in diesem Zustand, doch jeder dritte Erwachsene leidet heute bereits unter Ein- oder Durchschlafstörungen. Die Betroffenen verlieren dadurch an Lebensqualität, sind weniger belastbar oder werden sogar ernsthaft krank. Mittlerweile kennen Forscher 88 Schlafkrankheiten, und wer konstant gegen seine innere Uhr lebt, riskiert sogar Herzleiden oder Diabetes. Was ist das Geheimnis eines gesunden, erholsamen Schlafes? Welche Funktion übernehmen Träume? Können wir unsere innere Uhr manipulieren, ohne uns damit zu schaden?

      Die Gäste:

      • Von acht Stunden Schönheitsschlaf kann Dagmar Koller nur träumen. Die Wiener Schauspielerin und Sängerin findet höchstens vier bis fünf Stunden Schlaf pro Nacht - und auch das nur mit Hilfe eines "Tabletterl". Schon als junge Ballerina wurde sie im Bett von Zukunftsängsten geplagt, später lernte sie nachts ihre Texte - beste Voraussetzungen, um eine Schlafstörung zu entwickeln. Sie hat alles von der Homöopathie bis zu nächtlichen Radtouren ausprobiert. Geholfen hat nur das Schlafmittel: "Entspannungsübungen oder Yoga, das bringt bei mir nichts. Ich kann dabei einfach nicht abschalten."

      • Der Wissenschaftsjournalist und Autor Peter Spork kann sich da nur wundern: Erwiesen sei schließlich, dass Verhaltenstraining und Muskelentspannung wesentlich besser helfen als Schlafmittel, die zudem noch schnell abhängig machen können. Gesunder Schlaf, so Spork, ist ein wertvolles Gut, das in unserer Leistungsgesellschaft stark unterschätzt wird. Denn: "Wenig Schlaf macht dick und mindert die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Der gestörte Schlaf begünstigt Herzinfarkt, Schlaganfall und Demenz!"

      • Keine guten Nachrichten für Yvonne Schumacher. Die Mutter von zwei Kindern muss seit fast zwanzig Jahren Medikamente gegen ihre Schlaflosigkeit nehmen. "Ohne sind es null bis zwei Stunden, mit Tabletten komme ich maximal auf vier Stunden Schlaf!" Die Ursache dafür vermutet sie in der früheren Schichtarbeit während ihrer Hotelausbildung. Nur in ihren beiden Schwangerschaften kam sie wie durch ein Wunder ohne chemische Hilfe aus. Eigentlich hat sie die Tabletten längst satt, aber ohne zermürben die schlaflosen Nächte sie - bis hin zu Selbstmordgedanken.

      • Jürgen Wolf dagegen kann in der Nacht wahre Schätze bergen: Es sind seine Träume. Als er mit 49 Jahren einen Herzinfarkt erlitt, träumte er in der Klinik so intensiv, dass er begann, sich damit zu beschäftigen. Immer mehr wurden ihm so die Geschichten aus der Nacht zu Wegweisern durchs Leben. Auch den Tod seiner Tochter konnte er und seine Familie so besser ertragen. Er ist sich sicher: "In den Träumen spricht unser Unterbewusstsein, das viel sensibler ist als unser Bewusstsein."

      • Dietrich Kittner schläft gar nicht - zumindest nicht nachts. Der Kabarettist hat sich für ein Leben gegen den Rhythmus entschieden: Vor vier Uhr in der Früh geht er nie ins Bett, sein Arbeitstag beginnt um 14 Uhr. Immer wieder muss er sich für sein "Langschläfer-Dasein" rechtfertigen, doch sein Beruf liefert ihm eine gute Entschuldigung: "Ein normaler Mensch fängt abends um acht an abzubauen, unsereins muss da Dampf haben." Außerdem habe nachts arbeiten viele Vorteile: "Man hat seine Ruhe und es ruft einen kein Finanzamt an!"

      • Auch Paul Meinrad Strässle machte über lange Jahre die Nacht zum Tag - völlig gegen seine innere Uhr: Drei Jobs parallel, dazu stundenlange Arbeitswege - was er opferte, war der Schlaf. Bald fand er auch in den wenigen verbleibenden Stunden keine Ruhe mehr und griff zu Schlaftabletten. Die jedoch halfen nur kurzfristig und machten ihn abhängig. Das allnächtliche Höllenkarussell führte so weit, dass er sich das Leben nehmen wollte. Als Notfall landete er in einer Schlafklinik und fand Hilfe: "Heute brauche ich keine einzige Tablette mehr und kann gut durchschlafen!"

      An der Bar:

      • Alex Suarez sägte nachts ganze Wälder um. Mit der Schnarcherei hatte seine Frau sich notgedrungen schon arrangiert. Doch als sie eines Nachts bemerkte, dass bei ihrem Mann der Atem aussetzte, warf sie ihn vor Schreck fast aus dem Bett. Alex Suarez ging zum Arzt und bekam eine Schlafmaske. Das Problem: "Die Maske war unerträglich, ich bekam Hautausschlag und erotisch ist sie auch nicht gerade!" Der Kampfsportler suchte eigene Wege - und fand das Didgeridoo. Auf diesem Instrument der australischen Ureinwohner entwickelte er eine eigene Spieltechnik. Mit Erfolg: Schnarchen und Atemaussetzer sind restlos verschwunden!

      Das Nachtcafé ist keine Arena für Exhibitionisten und Voyeure. Zynismus und Krokodilstränen haben keinen Platz, wohl aber Menschen aller Art, die den Zuschauern etwas zu erzählen haben.

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      Nacht von Freitag auf Samstag, 04.07.20
      00:00 - 01:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 22.10.2020