• 24.08.2019
      00:15 Uhr
      Nachtcafé - Das Beste Erwachsen - wann, wie und wozu? | SR Fernsehen
       

      Mutter trägt - ganz die Tochter - bauchfrei und Zöpfchen, Vater steht auf den Sound von Sido ebenso wie sein pubertierender Spross. Was sich in vielen Familien widerspiegelt, ist Ausdruck eines gesellschaftlichen Phänomens, das Psychologen noch immer Rätsel aufgibt: der Wunsch nach dem Ewig-Jungsein und die Weigerung nicht nur groß, sondern auch erwachsen zu werden. Zu vielfältig sind die modernen Lebensmodelle, zu unsicher die Zukunftspläne. Wann ist man erwachsen? Wann sollte man es sein? Wohin steuert die Gesellschaft, wenn sie zwar anatomisch Frühreife, aber soziale Spätentwickler hervorbringt?

      Moderation: Wieland Backes

      Nacht von Freitag auf Samstag, 24.08.19
      00:15 - 01:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Mutter trägt - ganz die Tochter - bauchfrei und Zöpfchen, Vater steht auf den Sound von Sido ebenso wie sein pubertierender Spross. Was sich in vielen Familien widerspiegelt, ist Ausdruck eines gesellschaftlichen Phänomens, das Psychologen noch immer Rätsel aufgibt: der Wunsch nach dem Ewig-Jungsein und die Weigerung nicht nur groß, sondern auch erwachsen zu werden. Zu vielfältig sind die modernen Lebensmodelle, zu unsicher die Zukunftspläne. Wann ist man erwachsen? Wann sollte man es sein? Wohin steuert die Gesellschaft, wenn sie zwar anatomisch Frühreife, aber soziale Spätentwickler hervorbringt?

      Moderation: Wieland Backes

       

      Mutter trägt - ganz die Tochter - bauchfrei und Zöpfchen, Vater steht auf den 'coolen Sound' von Sido ebenso wie sein pubertierender Spross. Was sich in vielen Familien widerspiegelt, ist Ausdruck eines gesellschaftlichen Phänomens, das Psychologen noch immer Rätsel aufgibt: der Wunsch nach dem Ewig-Jungsein und die Weigerung nicht nur groß, sondern auch erwachsen zu werden. War vor wenigen Jahrzehnten der Übergang in das Erwachsenenalter etwa durch Berufseinstieg und Ehe klar bestimmt, kann heute niemand sicher sagen, wann die Jugend endet und das Erwachsenenalter beginnt. Zu vielfältig sind die modernen Lebensmodelle, zu unsicher die Zukunftspläne. Wann ist man erwachsen? Wann sollte man es sein? Was macht das Erwachsensein aus? Wohin steuert die Gesellschaft, wenn sie zwar anatomisch Frühreife, aber soziale Spätentwickler hervorbringt?

      Die Gäste:

      • Erwachsensein ist nicht mehr so einfach wie früher - das erfährt Diplompsychologin Ursula Nuber täglich in ihrer eigenen Praxis: Ausbildungen dauern länger, sichere Jobs liegen nicht auf der Straße und eine Familie ist nur eine Option unter vielen. Das führt zu Verunsicherungen. Aus diesem Grund ist die 54-Jährige überzeugt: "Egal ob Berufswahl oder Familiengründung: In der modernen Welt kann heute nur bestehen, wer sich ein Stück Jugendlichkeit bewahrt."

      • Schräge Kleidung, Tattoos und flotte Sprüche - der Komiker Michael Gaedt gibt sich auch mit 51 Jahren noch gerne jugendlich. Doch für den Frontmann der "Kleinen Tierschau" hat dieser Habitus nichts mit Unreife zu tun, sondern ist ein Spiel der Provokation: "Ich liebe es, Grenzen auszutesten und es ist mir eine Freude, die Erwachsenenwelt zu erschrecken". Gerne lässt der Familienvater hierfür auch mal die Hüllen fallen.

      • "Wo bleibt denn da die Würde?" fragt sich der Sozialpädagoge Dr. Albert Wunsch. Mit großem Bestürzen stellt der 64-Jährige fest, dass immer mehr Erwachsene nicht reifen wollen und die Verantwortung für ihr Leben scheuen. "Die Spaßgesellschaft wird mit ihrem Jugendlichkeitswahn als Lebensprinzip noch einen hohen Preis zahlen", warnt Wunsch und fordert wieder eine alters- und positionsgemäße Haltung.

      • Die klassische Familiengründung und Altersvorsorge ist nicht das, was Stefanie Tücking unter Erwachsensein versteht. Die 46-jährige SWR-Moderatorin will sich in kein Korsett pressen lassen und kümmert sich nicht darum, was andere zu ihrem jugendlichen Erscheinungsbild sagen. "Ich habe Verantwortung für mein Leben übernommen und stehe auf eigenen Beinen, das ist doch entscheidend. Dann ist es doch egal, ob ich in einer WG lebe oder meine Ausbildung abgebrochen habe."

      • René Marius Köhler formulierte seine Lebensziele bereits in frühester Jugend: Millionär mit Mitte 20, danach Heirat und Kinder. Die erste Etappe hat der mittlerweile 26-jährige Jungunternehmer geschafft: Seine Aktiengesellschaft beschäftigt heute 70 Mitarbeiter und macht Millionenumsätze. "Der jugendliche Leichtsinn hat keinen Platz in meinem Leben. Aber für das Erreichen meiner Ziele hat es sich gelohnt, hart zu arbeiten."

      • Clemens Riede ist 47 und lebte bis vor kurzem bei seiner Mutter. Heute hat der Konstanzer zwar eine eigene Wohnung, aber das mütterliche Nest sucht er dennoch regelmäßig auf. 'Hotel Mama' bietet noch immer ein Bett, Essen, Wäscheservice - inklusive großzügiger Finanzspritzen. "Es ist einfach eine Symbiose zwischen meiner Mutter und mir. Und wenn sie ihren Kuchen mal probiert hätten, würden sie mich verstehen!".

      • Für die 17-jährige Meltem Aslan begann der Ernst des Lebens sehr früh: Mit 14 wurde die junge Türkin schwanger, mit 15 Mutter. Ihre Familie fühlte sich in ihrer Ehre gekränkt und verstieß die Tochter. An der neuen Mutterrolle gereift, kümmert sich die heute 17-Jährige aufopferungsvoll um ihre zweijährige Tochter und strebt das Fachabitur an. "Ich will für meine Situation Verantwortung übernehmen. Ich will zeigen, dass ich es drauf hab!"

      • An der Bar: Der Schauspieler Willi Herren wird wohl nie richtig erwachsen - ohne Manager und starker Frau an seiner Seite fällt es dem 33-jährigen Familienvater schwer, zwischen Spaß und Ernst im Leben zu unterscheiden. Immer wieder kam es in seiner Vergangenheit zu Drogenexzessen, die auch berufliche Konsequenzen hatten: "Ich bleibe das Kind im Manne. Das ist kein Image, das ich pflege, ich kann nicht anders. Allerdings wird mir das manchmal zum Verhängnis."

      Das Nachtcafé ist keine Arena für Exhibitionisten und Voyeure. Zynismus und Krokodilstränen haben keinen Platz, wohl aber Menschen aller Art, die den Zuschauern etwas zu erzählen haben.

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      Nacht von Freitag auf Samstag, 24.08.19
      00:15 - 01:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 03.12.2020