• 25.01.2015
      10:45 Uhr
      Kunscht! Moderation: Lars Reichow | SR Fernsehen
       

      Themen u.a.

      • Neues vom Nachwuchs: Das 36. Filmfestival Max-Ophüls-Preis
      • Pioniere im Schnee: Die Anfänge des Wintersports im Schwarzwald
      • Der Revoluzzer: Eine Hommage an den Komponisten Pierre Boulez
      • Vom Wollbild zur Herdplatte: Rosemarie Trockel im Kunsthaus Bregenz
      • Handgeschrieben: Vom Niedergang einer hohen Kunst

      Sonntag, 25.01.15
      10:45 - 11:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Themen u.a.

      • Neues vom Nachwuchs: Das 36. Filmfestival Max-Ophüls-Preis
      • Pioniere im Schnee: Die Anfänge des Wintersports im Schwarzwald
      • Der Revoluzzer: Eine Hommage an den Komponisten Pierre Boulez
      • Vom Wollbild zur Herdplatte: Rosemarie Trockel im Kunsthaus Bregenz
      • Handgeschrieben: Vom Niedergang einer hohen Kunst

       
      • Neues vom Nachwuchs: Das 36. Filmfestival Max-Ophüls-Preis

      Es ist "das" Festival für Nachwuchsfilme und -filmer. Seit über drei Jahrzehnten werden beim Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken junge Talente aus dem deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Rund 65 Wettbewerbsbeiträge stehen 2015 auf dem Programm. Wir legen unser Augenmerk auf zwei Filme aus dem Land.

      "Verfehlung"
      In der SWR-Koproduktion "Verfehlung" von Gerd Schneider geht es um drei befreundete Priester, deren Glauben und Selbstverständnis durch einen Missbrauchsverdacht auf eine harte Probe gestellt werden.

      "Remake, Remix, Rip-off"
      Der Stuttgarter Regisseur Cem Kaya erinnert in seinem Dokumentarfilm "Remake, Remix, Rip-Off" an die goldene Ära des populären türkischen "Yesilçam"-Kinos. In den 60er wurden in der Türkei große Hollywoodfilme wie "Rambo" oder "Star Trek" mit einfachsten Mitteln nachgedreht.

      Außerdem sprechen wir mit den prominenten Jurymitgliedern Hannelore Hoger und Devid Striesow über die Qualität des "Jahrgangs", über Kriterien, Tendenzen und Besonderheiten.

      • Pioniere im Schnee: Die Anfänge des Wintersports im Schwarzwald

      In den Skigebieten des Schwarzwalds herrscht zurzeit Hochbetrieb. Ob Rodeln, Skilanglauf, Abfahrt- oder Tourenski es gibt viele Möglichkeiten. Doch wie hat eigentlich alles angefangen?
      Der französische Diplomat Raymond Pilet war 1891 der erste, der den winterlichen Feldberg auf Skiern bezwang. Kurze Zeit später gab er den Einheimischen die ersten Unterrichtsstunden im Schneeschuhlaufen, und dann setzte die Region Maßstäbe in Sachen Wintersport: In Todtnau wurde der erste deutsche Skiclub gegründet, in Bernau das Patent für Skier angemeldet, und am Titisee ersparte der erste Skilift der Welt den Sportlern den harten Aufstieg zu Fuß.
      Auch der legendäre Alpin-Kameramann Sepp Allgeier (1895-1968) kommt aus dem Südschwarzwald: Er drehte mit Luis Trenker und Leni Riefenstahl und hat mit Filmen wie "Wunder des Schneeschuhs" den Menschen Anfang des 20. Jahrhunderts Bilder gezeigt, die sie noch nie zuvor gesehen hatten.
      Waren es zu Beginn noch vor allem Hebammen, Briefträger und Ärzte, die die Skier nutzten, um im meterhohen Schnee abgelegene Bauernhöfe zu erreichen, entwickelte sich der Schwarzwald nach und nach zum beliebten Wintersportgebiet.

      • Der Revoluzzer: Eine Hommage an den Komponisten Pierre Boulez

      Absolute Präzision gepaart mit Experimentierfreude Dafür steht der Name Pierre Boulez. Ab den 50-er Jahren schockiert der Komponist die Musikwelt, indem er Schönberg für tot erklärt und alle Opernhäuser in die Luft sprengen will. Unzufrieden mit der Interpretation seiner Stücke, beginnt er selbst zu dirigieren, ohne Taktstock. "Mit den Händen", meint er, "kann man mehr ausdrücken, als mit einem Holzstäbchen."
      Für die Entwicklung der elektronischen Musik hat der gebürtige Franzose Unschätzbares geleistet. Im Experimentalstudio des SWR komponierte Boulez zum ersten Mal mit dem Computer, in Paris gründete er 1977 das IRCAM, das wichtigste Forschungsinstitut für zeitgenössische Musik.
      Der Rebell von einst hat irgendwann auch die Vorläufer der Moderne für sich entdeckt und dirigierte schließlich auch regelmäßig Richard Wagner und Béla Bartók. Neugier und Qualitätssinn trieben den Musiker immer an.
      Am 26. März wird Pierre Boulez 90 Jahre alt. Das Festspielhaus und das Theater Baden-Baden haben den großen Komponisten und Dirigenten bereits am 18. Januar mit drei Konzerten gefeiert.

      • Vom Wollbild zur Herdplatte: Rosemarie Trockel im Kunsthaus Bregenz

      Mit gestrickten "Wollbildern" wurde sie in den 80er Jahren bekannt. Heute ist Rosemarie Trockel international erfolgreich und wird in einem Atemzug mit Künstlern wie Cindy Sherman, Jenny Holzer oder Mona Hatoum genannt.
      Eigens für das Kunsthaus Bregenz hat die 53-jährige documenta- und Biennale-Teilnehmerin nun eine Schau mit größtenteils neuen Arbeiten konzipiert, die sich auch mit dem Brauchtum der Region auseinander setzen. Dabei bringt Rosemarie Trockel ihr Arsenal an "frauenspezifischen" Materialien, wie Stoffe und Herdplatten zum Einsatz.

      • Handgeschrieben: Vom Niedergang einer hohen Kunst

      Einkaufszettel und Ansichtskarten wird man wohl auch in Zukunft noch mit der Hand schreiben, alles andere wird getippt. Seit Computer, Tablets und Smartphones unsere Kommunikation beherrschen, ist der handgeschriebene Brief zur Rarität geworden. Und wer schreibt heute noch Tagebuch? Da Schreiben lernen mühsam ist, verzichten einige Länder schon ganz darauf, die Kinder damit zu traktieren. Auch im Land der Dichter und Denker gibt es einen Trend, die Schreibschrift allmählich zu vereinfachen - mit dem Ziel, sie irgendwann ganz abzuschaffen. Dann gibt es nur noch die Druckschrift für den Notfall. Aktuell soll an finnischen Schulen die Schreibschrift verschwinden - im Land der PISA-Sieger!
      Welche Folgen hat das für kommende Generationen? Schließlich gilt die eigene Handschrift doch als ähnlich einzigartig wie der Fingerabdruck. Und was bedeutet die Vereinheitlichung und Entindividualisierung der Schrift für unsere Kultur?
      Denn wer kann sich vorstellen, Goethe hätte seinen Faust auf dem Laptop geschrieben oder Franz Kafka hätte seiner Lieblingsschwester Ottla statt Briefe SMSen geschickt?
      Wir besuchen das Literaturmuseum der Moderne, wo Handschriften gehütet werden wie Schätze, und wir fragen Menschen auf der Straße, ob sie noch schreiben oder nur noch tippen. In Baden-Württemberg wird übrigens noch ordentlich mit der Hand geschrieben.

      Wird geladen...
      Sonntag, 25.01.15
      10:45 - 11:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 04.02.2023