• 30.10.2013
      01:15 Uhr
      Nachtcafé Nur wer glaubt wird selig? | SR Fernsehen
       

      Zu Gast bei Wieland Backes:

      • Dr. Friedhelm Hofmann, Bischof des Bistums Würzburg
      • Philipp Möller, Atheist
      • Angelika Kallwass, Psychologin und Moderatorin
      • Sabatina James, floh aus Pakistan und konvertierte zum Christentum
      • Ute Nelz, verlor ihren Sohn durch einen Motorradunfall
      • Mexx Koch, fahrender Prediger
      • An der Bar: Steffen Schwarz

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 30.10.13
      01:15 - 02:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Zu Gast bei Wieland Backes:

      • Dr. Friedhelm Hofmann, Bischof des Bistums Würzburg
      • Philipp Möller, Atheist
      • Angelika Kallwass, Psychologin und Moderatorin
      • Sabatina James, floh aus Pakistan und konvertierte zum Christentum
      • Ute Nelz, verlor ihren Sohn durch einen Motorradunfall
      • Mexx Koch, fahrender Prediger
      • An der Bar: Steffen Schwarz

       

      Für viele ist der Glaube selbstverständlicher Bestandteil des Lebens. Wenn eine Mutter den Verlust ihres Kindes verarbeiten muss, wenn ein Geschäftsmann seinen Erfolg auf Mächte zurückführt, die ihm gewogen sind - es gibt viele Gründe, warum Menschen glauben. Er kann Richtschnur für moralisches Handeln sein, helfen Schicksalsschläge zu bewältigen oder Unrecht zu ertragen. Doch für einige ist der Glaube nur Illusion, ein Selbstbetrug, der Menschen davon abhält, ihr Leben wirklich anzupacken und gegen Unrecht aufzubegehren.

      Oft führen auch große Rückschläge ehemals Gläubige in eine Zukunft voll nüchterner Enttäuschung, während für andere der Glaube mit seinen Ritualen und Regeln zum einzigen Lebensinhalt wird. Welche Rolle kann der Glaube im Leben spielen? Kann er helfen, Schicksalsschlägen zu begegnen? Was passiert, wenn der Glaube zum wichtigsten Lebensinhalt wird?

      Die Gäste:
      Dr. Friedhelm Hofmann, Bischof des Bistums Würzburg, ist der festen Überzeugung, dass die Menschen auch in der heutigen Zeit noch Heimat und Sinnstiftung im Glauben suchen und finden. Glauben zu können, ist ein Geschenk. Wenn der Glaube in der Welt fehlen würde, würde sich die Gesellschaft in einen Moloch verwandeln.

      Eine Welt ohne Glauben wäre nicht schlechter, davon ist der Atheist Philipp Möller überzeugt. Von einem Konzept Gottes auszugehen, für dass es keine Beweise gibt, ist für ihn undenkbar. Daher hält der Religionskritiker den Glauben für einen Trugschluss. Das ist ein Konzept, das nicht wirklich trägt, außer um sich selbst in die Tasche zu lügen. Glaube versperrt den Blick auf die Realität.

      Als Kind war die Psychologin und Moderatorin Angelika Kallwass noch von Kirchen und vom Glauben fasziniert. Mit 15 Jahren trat sie jedoch aus der Kirche aus: Durch den Verstand ist mir der Glaube abhanden gekommen. Dennoch denkt sie, dass gläubige Menschen vielleicht glücklicher sind. Manchmal wünschte ich, ich könnte glauben, dann würde mir in meinem Leben vielleicht vieles einfacher gemacht.

      Obwohl Sabatina James die Abgründe des Glaubens kennenlernte, möchte sie Gott in ihrem Leben nicht missen. Die 30-Jährige wuchs in einem streng islamischen Elternhaus auf, floh vor Unterdrückung und Zwangsheirat aus Pakistan und konvertierte schließlich zum Christentum. Im Islam habe ich mich gefühlt, als würde ich aus einer Angst heraus an Gott glauben. Im christlichen Glauben will Gott eine Beziehung zu den Menschen, in der Liebe der Mittelpunkt ist.

      Ute Nelz hingegen kann an keinen liebenden Gott mehr glauben, seitdem ihr Sohn vor sechs Jahren bei einem Motorradunfall unverschuldet ums Leben kam. Den Fragen nach dem Warum? folgte zunächst Wut und dann die Erkenntnis, dass es keinen Gott geben kann. Mit dem Glauben habe ich abgeschlossen. Gott ist für mich erledigt. Wenn es einen Gott gäbe, könnte er so etwas nicht zulassen.

      Mexx Koch dagegen fand für sich erst spät heraus, dass es einen Gott gibt, der ihm helfend zur Seite steht. Nach 25 Jahren Drogensucht, kriminellen Abstürzen und Gefängnis krempelte er durch den Glauben sein Leben vollständig um. Er ist sich sicher: Hätte ich nicht zum Glauben gefunden, wäre ich heute nicht mehr am Leben. Heute hat der Kölner eine Familie und ist mit seinen Motorradfreunden als fahrender Prediger auf Deutschlands Straßen unterwegs.

      An der Bar:
      Der Glaube gibt auch Steffen Schwarz in schwersten Zeiten starken Halt. Als sich seine Frau 2010 das Leben nahm und ihn mit der kleinen Tochter zurückließ, stürzte die Welt des jungen Vaters wie ein Kartenhaus zusammen: Mein Leben war plötzlich ein riesiger Scherbenhaufen. Das einzige, was darin ganz geblieben ist, ist mein Glaube. Gott hat mich nicht alleine gelassen.

      Das Nachtcafé ist keine Arena für Exhibitionisten und Voyeure. Zynismus und Krokodilstränen haben keinen Platz, wohl aber Menschen aller Art, die den Zuschauern etwas zu erzählen haben.

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      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 30.10.13
      01:15 - 02:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

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