• 05.06.2013
      01:40 Uhr
      Museums-Check mit Markus Brock Kolumba und Rautenstrauch-Joest-Museum Köln | SR Fernsehen
       

      Auf den Ruinen der romanischen Kirche St. Kolumba wurde es erbaut und als "bestes Bauwerk 2008" ausgezeichnet - das Kolumba. Im Kunstmuseum des Erzbistums Köln werden Werke von der Spätantike bis zur Gegenwart gezeigt.
      Die Architektur mutet puristisch an: Graue Wände aus Backstein und Lehmputz, ein weißer Terrazzoboden, Türen aus Stahl und beinahe kirchenhohe Decken. Entstanden ist es nach den Plänen des berühmten Schweizer Architekten Peter Zumthor. Doch der Neubau des Kolumba, das schon 1853 gegründet wurde, besticht nicht nur durch seine eigenwillige Architektur.

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 05.06.13
      01:40 - 02:10 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      VPS 01:30
      Stereo

      Auf den Ruinen der romanischen Kirche St. Kolumba wurde es erbaut und als "bestes Bauwerk 2008" ausgezeichnet - das Kolumba. Im Kunstmuseum des Erzbistums Köln werden Werke von der Spätantike bis zur Gegenwart gezeigt.
      Die Architektur mutet puristisch an: Graue Wände aus Backstein und Lehmputz, ein weißer Terrazzoboden, Türen aus Stahl und beinahe kirchenhohe Decken. Entstanden ist es nach den Plänen des berühmten Schweizer Architekten Peter Zumthor. Doch der Neubau des Kolumba, das schon 1853 gegründet wurde, besticht nicht nur durch seine eigenwillige Architektur.

       

      Auch das Ausstellungskonzept hat Seltenheitswert: alte und zeitgenössische Kunst werden hier nicht getrennt voneinander präsentiert, sondern bewusst gegenübergestellt. So trifft ein religiöses Gemälde von Stefan Lochner (*um 1400-1451) ganz selbstverständlich auf ein hölzernes Kreuz von Joseph Beuys (1921-1986).

      "Art is Liturgy" - Kunst ist Liturgie, heißt die aktuelle Jahresausstellung nach einem Zitat des Künstlers Paul Thek (1933-1988). Das Kolumba besitzt die weltweit größte Werksammlung des Amerikaners. Beispielhaft hat Thek das Bewusstsein für Spiritualität in der zeitgenössischen Kunst geweckt, mit allen Sinnen wollte er den Betrachter berühren. Neben Hauptwerken Paul Theks wie seinen aus Wachs geformten "Meat Pieces" sind u.a. Arbeiten von August Macke, Oskar Schlemmer, Lothar Schreyer und Rebecca Horn zu sehen. Die Kunstwerke werden historischen Monstranzen, Kelchen und Prozessionsfahnen aus der Sammlung des Erzbistums gegenübergestellt. Damit will das Kolumba vor allem eines verdeutlichen: gleich ob kirchliche Prozession oder künstlerisches Handeln, der rituelle Charakter schafft die Verbindung zwischen Kunst und Spiritualität. Staunen, entdecken, suchen und finden - ein "Erlebnisort der Einsamkeit und Stille" will das Kolumba sein, ganz ohne multimediale Berieselung und den Rummel weltlicher Kulturtempel.

      Auch das Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln hat ein ganz besonderes Ausstellungskonzept. Ferne Welten kann man hier auf einer verblüffenden Entdeckungsreise hautnah erleben. Im Unterschied zu herkömmlichen ethnologischen Museen werden im Rautenstrauch-Joest-Museum die Kulturen der Welt nach Themen und nicht nach Regionen gegliedert. Anders als anderswo betont das Haus nicht das Exotische, sondern sucht nach Gemeinsamkeiten. Wie etwa wohnen die Menschen, wie kleiden sie sich, wie zelebrieren sie Geburt und Tod? So steht hier ein Zelt der Tuareg in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Männerhaus aus Neuguinea. Der vergleichende Ansatz soll die Ebenbürtigkeit aller Kulturen betonen.

      Die Ursprünge des Museums gehen zurück auf das 19. Jahrhundert: Der in Köln geborene Forschungsreisende Wilhelm Joest (1852-1898) hinterließ seiner Schwester Adele ethnografische Objekte aus aller Welt. Sie eröffnete 1906 nach dem Tod ihres Bruders das Rautenstrauch-Joest-Museum in der Kölner Südstadt. 2010 zog es in einen Neubau im Stadtzentrum, sein Bestand umfasst heute rund 60.000 Objekte und 100.000 historische Fotos aus Ozeanien, Afrika, Asien und Amerika.

      Eine Besonderheit im Rautenstrauch-Joest-Museum ist auch das interaktiv ausgerichtete JuniorMuseum. Hier finden Kinder und Jugendliche spannende Antworten auf ihre vielen Fragen: Warum war das Leben im Tipi so praktisch? Weshalb tragen Maori Tätowierungen? Und welchen Sinn haben eigentlich Ahnenfiguren?

      Markus Brock erlebt im Rautenstrauch-Joest-Museum die Kulturen der Welt und nimmt auch das Kolumba genau unter die Lupe.

      Film von Ute Hoffarth

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      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 05.06.13
      01:40 - 02:10 Uhr (30 Min.)
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