• 04.06.2013
      23:40 Uhr
      Nachtcafé Botox to go - wohin führt der Schönheitswahn? | SR Fernsehen
       

      Ewige Jugend und Schönheit - mit der schnellen Spritze Botox scheint diese Vision ein großes Stück näher gekommen zu sein. Auch Lifting und Fettabsaugen stehen weiterhin hoch im Kurs. Der Trend geht weg von komplizierten Operationen mit langen Krankhausaufenthalten, hin zu kleinen, fast unbemerkten Korrekturen, die für ein erholtes und frisches Äußeres sorgen sollen. Experten raten jedoch von dem schnellen Griff zu Skalpell, Spritze oder Füllmaterial ab. Wie selbstverständlich ist der Gang zum Schönheitschirurgen heute? Haben wir es wirklich nötig, uns optisch zu verbessern? Darüber spricht Wieland Backes mit seinen Gästen.

      Dienstag, 04.06.13
      23:40 - 01:10 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      VPS 23:30
      Stereo

      Ewige Jugend und Schönheit - mit der schnellen Spritze Botox scheint diese Vision ein großes Stück näher gekommen zu sein. Auch Lifting und Fettabsaugen stehen weiterhin hoch im Kurs. Der Trend geht weg von komplizierten Operationen mit langen Krankhausaufenthalten, hin zu kleinen, fast unbemerkten Korrekturen, die für ein erholtes und frisches Äußeres sorgen sollen. Experten raten jedoch von dem schnellen Griff zu Skalpell, Spritze oder Füllmaterial ab. Wie selbstverständlich ist der Gang zum Schönheitschirurgen heute? Haben wir es wirklich nötig, uns optisch zu verbessern? Darüber spricht Wieland Backes mit seinen Gästen.

       

      Der Manager bekommt sie in der Mittagspause, die Hausfrau wenn die Kinder in der Schule sind - in vielen Großstädten braucht man nicht mal mehr einen Termin: Ewige Jugend und Schönheit - mit der schnellen Spritze Botox scheint diese Vision ein großes Stück näher gekommen zu sein. Gerade mal 350 Euro kostet eine Ladung Nervengift. Auch Lifting und Fettabsaugen stehen weiterhin hoch im Kurs. Kein Wunder, dass diese Methoden für viele attraktiv erscheinen. Der Trend geht weg von komplizierten Operationen mit langen Krankhausaufenthalten, hin zu kleinen, fast unbemerkten Korrekturen, die für ein erholtes und frisches Äußeres sorgen sollen. Spritze statt Kur, und das alles noch von Kollegen und Freunden unbemerkt. Experten raten jedoch von dem schnellen Griff zu Skalpell, Spritze oder Füllmaterial ab. Sie befürchten gesundheitliche Probleme und warnen vor dem Suchtpotential solcher Eingriffe. Schließlich gibt es nach dem ersten Mal immer wieder etwas zu verbessern. Wie selbstverständlich ist der Gang zum Schönheitschirurgen heute? Haben wir es wirklich nötig, uns optisch zu verbessern? Welche tieferen Wünsche stecken dahinter?

      Die Gäste:

      • Dr. Annette Kotzur

      Wer sich optisch verbessern möchte, den hübscht sie mit Skalpell und Spritze auf. Die Stuttgarter Schönheitschirurgin Dr. Annette Kotzur bietet die gesamte kosmetische Eingriffs-Palette: Ob Botox, Brust-OP oder Schamlippenkorrektur - mit den unterschiedlichsten Anliegen kommen die Patienten zu ihr in die Klinik. "Ich erfülle jeden Wunsch, den ich medizinisch verantworten kann. Mit dem Gang in die Schönheitsklinik verbessern die Patienten auch ihr Lebensgefühl".

      • Sabine Fisch

      Bei solchen Worten legt Sabine Fisch ihre Botox-freie Stirn in Sorgenfalten: "Leute, die sich schönheitschirurgischen Operationen unterziehen, werden vereinheitlicht und entindividualisiert." Jeder Mensch solle sich lieber auf seine natürliche, einzigartige Ausstrahlung besinnen, meint die Medizinjournalistin. Leichter gesagt als getan, denn eins steht auch für sie fest: "Der Druck von außen nimmt zu."

      • Franz Laake

      Diesem Druck sah sich auch Franz Laake ausgesetzt. Allabendlich begrüßte der "Tagesschau"-Sprecher ein Millionenpublikum vor den Bildschirmen. Doch im Alter haderte er mit seinem Aussehen und entschied sich zu einem Facelifting - ein Schritt, den er heute schmerzlich bereut: "Mein Gesichtsausdruck ist maskenhaft. Das bin nicht mehr ich!" Seit dem Eingriff kann der ehemalige Nachrichtenmoderator nicht mehr vor der Kamera arbeiten.

      • Hannelore Schlaffer

      Hannelore Schlaffer glaubt sowieso nicht daran, dass Schöne leichter durchs Leben gehen. "Wie viele übergewichtige oder hässliche Menschen sind immens erfolgreich und haben Geld wie Heu?", fragt die Literaturwissenschaftlerin. Sie sieht sich vorwiegend umgeben von hässlichen Mitmenschen und kritisiert, dass sich trotz angeblichem Schönheitswahn nur Wenige wirklich um ein ansprechendes Äußeres kümmern.

      • Jeannine Nujic

      Schon vor ihrem Schönheitseingriff war Jeannine Nujic eine anerkannte Schönheit: Unter 700 Bewerberinnen gewann sie die Kampagne eines Dessous-Herstellers, der nach einem Amateur-Model mit natürlicher Ausstrahlung suchte. Fortan war die 21-Jährige in edler Unterwäsche auf Großplakaten zu sehen. Trotzdem ließ sie sich danach die Brust vergrößern und die Lippen aufspritzen: "Ich wollte meine Schwachstellen verbessern. Jetzt fühle ich mich toll und bin viel selbstsicherer."

      • Katharina Ohana

      Mit der Operation ihrer extrem großen Nase wollte Katharina Ohana nicht nur hübscher sein, vor allem versuchte die damals 19-Jährige damit ihre psychischen Probleme lösen. Zwar wurde sie über Nacht zum erfolgreichen Laufstegmodel, aber glücklicher verlief ihr Leben deshalb nicht. Alle Welt reduzierte sie fortan auf ihr Äußeres. "Ich war vor eine Wand gelaufen", weiß die Psychologin heute, "denn der Traum vom perfekten Aussehen ist Selbstbetrug".

      • Peter Silbereisen

      Peter Silbereisen hingegen ist froh so zu sein, wie er ist - trotz seiner Riesennase. Als Kind und Jugendlicher empfand er sie als körperlichen Makel und litt entsprechend darunter. "Vor allem die Pubertät war eine Folter", meint er rückblickend. Erst mit einer Therapie und den Erfolgen als Animateur, Schauspieler und Werbegesicht konnte er das nötige Selbstbewusstsein aufbauen und zu seinem Aussehen stehen.

      • An der Bar: Arnold und Oskar Weß

      Seit neun Jahren gehen die eineiigen Zwillinge Arnold und Oskar Weß faltenfrei durchs Leben: "Andere sind in der Mittagspause beim Italiener und wir eben bei Bedarf in der Schönheitsklinik." Im Abstand von sechs Monaten sorgt Botox bei den Kölnern für einen glatten Anstrich, was ihnen in der Presse zum Spitznamen "Die Botox-Boys" verhalf. Gerne nehmen sie in Kauf, dass das Nervengift nicht nur die Falten, sondern teilweise auch ihre Mimik lahmgelegt hat.

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      Dienstag, 04.06.13
      23:40 - 01:10 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
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