• 28.10.2012
      03:45 Uhr
      Unsere Geschichte Meine Kindheit auf dem Schloss | Radio Bremen TV
       

      Kinder stellen sich die Bewohner von Schlössern und Burgen gerne wie im Märchen als Ritter, Edelleute und Prinzessinnen vor. Doch wie lebt es sich dort tatsächlich? Und wie erlebt ein Kind diese Welt? "Meine Kindheit auf dem Schloss" deckt diese Geheimnisse auf. Sogar ein Schlossgespenst ist dabei.

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 28.10.12
      03:45 - 04:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Kinder stellen sich die Bewohner von Schlössern und Burgen gerne wie im Märchen als Ritter, Edelleute und Prinzessinnen vor. Doch wie lebt es sich dort tatsächlich? Und wie erlebt ein Kind diese Welt? "Meine Kindheit auf dem Schloss" deckt diese Geheimnisse auf. Sogar ein Schlossgespenst ist dabei.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Achim Scheunert
      Autor Achim Scheunert
      Redaktion Carola Meyer

      Wenn Franziska Gräfin von Schönburg-Glauchau, die Tante von Gloria Fürstin von Thurn und Taxis, an ihre Kindheit denkt, kommt ihr sofort der prächtige, weitläufige Park mit altem Baumbestand in den Sinn. Sie erinnert sich gut an Schloss Wechselburg, wo sie ihre Kindheit verbrachte. Mit ihren Geschwistern tobte sie hier bis zum Umfallen und oft mit aufgeschlagenen Knien. Das Schloss war so groß, dass sie sich heute nicht mehr sicher ist, ob sie überhaupt in allen Räumen gewesen ist. Im Kriegsjahr 1945 mussten die Schönburgs ihr Zuhause in Sachsen verlassen und kehrten nie mehr zurück.

      Viele Adlige und Gutsbesitzer flohen damals vor den russischen Truppen oder wurden von ihnen vertrieben. In einigen der verlassenen Adelssitze fanden Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten ein erstes Zuhause. Gabriele Pillasch und Hans-Jürgen Cersowski wurden so zu neuen Bewohnern von Schloss Basedow in Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinsam mit 30 anderen Flüchtlingsfamilien bevölkerten sie vorübergehend das riesige Gebäude. Besonders komfortabel ging es dort allerdings nicht zu. Die Toiletten für die fast 100 Neubewohner standen draußen im Park.

      Herzog Rudolph von Croy ist nicht nur Herr über Haus Merfeld, den Familiensitz bei Dülmen, sondern auch über die dort lebenden Wildpferde. Er lernte schon früh, was es heißt, in einer herzoglichen Familie aufzuwachsen. Weniger standesgemäß geht es auf Schloss Beck bei Bottrop zu. Die aus dem 18. Jahrhundert stammende Schönheit gilt Experten als Musterbeispiel des westfälischen Barocks und das, obwohl sich um das prächtige Anwesen heute Achterbahn und Karussells gruppieren. In den 1960er-Jahren wollte niemand das Prachtstück haben. Kein Wunder, war es doch in einem erbärmlichen Zustand. Dann kam Karl Kuchenbäcker, ein Kaufmann aus Marl. Der Bürgerliche überraschte seine Frau und die Tochter Karla eines Tages, als er sie in Marl ins Auto setzte und erst vor dem abgewrackten Schloss Beck wieder anhielt. Die Tochter konnte es anfangs nicht glauben, doch es stimmte: Ihr Vater hatte das Schloss gekauft, und hier würde sie jetzt wohnen. Karl Kuchenbäckers Töchter Karla und Katharina erzählen von ihrer Kindheit auf Schloss Beck.

      Auch Reggae-Star Patrice aus Köln wuchs auf einem Schloss auf: auf Salem am Bodensee, dem Elite-Internat. Ein Stipendium machte es möglich. Der begabte Schüler blieb bis zum Abitur, auch wenn er sich oft von dort weg gewünscht hätte. Denn unter all den Adeligen und Reichen fühlte sich der Underdog aus der Kölner Vorstadt oft einsam. Die Musik half ihm über die schlimmsten Zeiten hinweg. Die machte er nicht nur zu seiner Leidenschaft, sondern auch zum Beruf. An seine Zeit in Salem erinnert er sich heute noch gerne. Es war nicht alles schlecht, dort auf dem Schloss am Bodensee. Vor allem die wilde Zeit der Pubertät ist ihm im Gedächtnis geblieben, denn damals erlebten die Schüler das Erwachen der Sexualität "alle zusammen", wie der Star charmant preisgibt.

      Eine Kindheit auf dem Schloss zu verbringen, ist für einige märchenhaft, für andere ein Dasein im goldenen Käfig oder nur ein Ausflug in eine andere Welt. Es ist nicht immer einfach, dort zu leben, aber ganz gewiss etwas ganz Besonderes!

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