• 27.10.2012
      08:30 Uhr
      Die Reportage Doktor Akbaba und sein Kiez - Der Kinderarzt vom Hochhausviertel | Radio Bremen TV
       

      Er praktiziert, wo andere Ärzte nicht arbeiten wollen: im medizinischen Notstandsgebiet Hamburg-Steilshoop. Adnan Akbaba ist der einzige Kinderarzt in der Plattenbausiedlung am Rande der Millionenmetropole. 4.000 Kinder leben im Einzugsgebiet der Praxis, die monatelang leer stand. Bis Akbaba in der Zeitung von der Versorgungslücke las, seinen Klinikjob an den Nagel hängte und vor zwei Jahren die verwaisten Praxisräume übernahm. Der gebürtige Türke hat eine Mission: "Ich will dort arbeiten, wo die Kinder leben, die mich am meisten brauchen."

      Samstag, 27.10.12
      08:30 - 09:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Er praktiziert, wo andere Ärzte nicht arbeiten wollen: im medizinischen Notstandsgebiet Hamburg-Steilshoop. Adnan Akbaba ist der einzige Kinderarzt in der Plattenbausiedlung am Rande der Millionenmetropole. 4.000 Kinder leben im Einzugsgebiet der Praxis, die monatelang leer stand. Bis Akbaba in der Zeitung von der Versorgungslücke las, seinen Klinikjob an den Nagel hängte und vor zwei Jahren die verwaisten Praxisräume übernahm. Der gebürtige Türke hat eine Mission: "Ich will dort arbeiten, wo die Kinder leben, die mich am meisten brauchen."

       

      Stab und Besetzung

      Regie Ute Jurkovics
      Autor Ute Jurkovics
      Redaktion Erika Mondry

      Die Mehrzahl von Akbabas kleinen Patienten sind Migrantenkinder. Ihre Eltern stammen aus der Türkei, aus Zentralasien oder Afrika und versuchen in Deutschland Fuß zu fassen. "Diese Kinder", so Akbaba, "sind unsere Zukunft." Mit seiner Arbeit will er dazu beitragen, dass sie ihren Platz in der Gesellschaft finden. Oft sprechen die Eltern kaum Deutsch. Bei vielen Kindern stellt Akbaba Sprach- und Bewegungsstörungen oder massives Übergewicht fest. Dann versucht er gegenzusteuern, verordnet Sprach- oder Ergotherapie und klärt die Eltern über gesunde Ernährung auf. Der Arzt weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es oft für Migranten ist, in der Schule zu bestehen.

      Mit fünf Jahren kam er aus der Türkei nach Hamburg, als Jüngster von acht Geschwistern. Seine Mutter zog die Kinder alleine groß und schlug sich als Fabrikarbeiterin durch. Dass er selbst Moslem ist, schafft bei vielen muslimischen Eltern Vertrauen. Wenn streng religiöse Familien Medikamente mit Alkohol ablehnen, versucht er Überzeugungsarbeit zu leisten. In radikal-muslimischen Gruppen sieht er eine Gefahr. "Wenn Kinder und Jugendliche sich in Deutschland ausgegrenzt fühlen, sind sie ein gefundenes Fressen für solche Sekten.

      NDR Autorin Ute Jurkovics hat den Mediziner 2 Wochen lang mit einem Kamerateam bei der Arbeit begleitet. In ihrer Reportage stellt sie einen engagierten Arzt mit viel Geduld und Optimismus vor, der sich über jeden Erfolg freut, den er bei seinen kleinen Patienten verbuchen kann. Selbst wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. "Jedes Kind, dem ich helfe sich zu integrieren, kann später selbst etwas für die Gesellschaft tun."

      Wird geladen...
      Samstag, 27.10.12
      08:30 - 09:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 26.09.2021