• 13.08.2012
      22:45 Uhr
      Kulturjournal Neues aus der Kulturszene und vom Büchermarkt - Moderation: Julia Westlake | Radio Bremen TV
       

      Themen u.a.:

      • Vom Widerstand gegen das Kernkraftwerk Brokdorf: Der Dokumentarfilm "Das Ding am Deich"
      • Besser als Walt Disney: Der Literaturklassiker "Bambi" wird wiederentdeckt
      • Mystisch und voller Magie: Die atemberaubenden Wald-Bilder des Hamburger Fotografen Michael Lange
      • Skater in der DDR: Ein Film über die "Rollbrettfahrer"
      • West-östliche Klangwelten: Der chinesische Komponist Tan Dun beim Schleswig-Holstein Musik Festival

      Montag, 13.08.12
      22:45 - 23:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen u.a.:

      • Vom Widerstand gegen das Kernkraftwerk Brokdorf: Der Dokumentarfilm "Das Ding am Deich"
      • Besser als Walt Disney: Der Literaturklassiker "Bambi" wird wiederentdeckt
      • Mystisch und voller Magie: Die atemberaubenden Wald-Bilder des Hamburger Fotografen Michael Lange
      • Skater in der DDR: Ein Film über die "Rollbrettfahrer"
      • West-östliche Klangwelten: Der chinesische Komponist Tan Dun beim Schleswig-Holstein Musik Festival

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Julia Westlake
      Redaktion Christoph Bungartz
      • Vom Widerstand gegen das Kernkraftwerk Brokdorf: Der Dokumentarfilm "Das Ding am Deich"

      "Wir dürfen nicht müde werden. Nach Harrisburg sind wir müde geworden. Nach Tschernobyl sind wir müde geworden. Wir müssen schneller sein als das Unglück." Mit diesem Statement des Brokdorfer Meteorologen Karsten Hinrichsen beginnt der Dokumentarfilm "Das Ding am Deich". Dieses Statement lässt erahnen, was es bedeutet, in der Nähe eines Kernkraftwerks zu leben, wie groß die tägliche Angst sein muss. Mit Neugier auf die Menschen und ihren Alltag mit dem AKW Brokdorf vor der Haustür umkreist der Film, Kinostart: 23. August 2012, ein Jahr lang das "Ding" und taucht mit den Anwohnern ein in eine bewegende Vergangenheit: Anfang der 1970er-Jahre versetzten die Pläne zum Bau eines Atomkraftwerks die Bewohner der kleinen Elbgemeinde in Aufruhr. Es folgten große Proteste; doch 1986, kurz nach dem Super-GAU von Tschernobyl, ging das AKW ans Netz. Der Film kreist aber nicht nur um die Vergangenheit. Während der Dreharbeiten wurden die Macher auf eine Weise von Tatsachen eingeholt, die niemand erwartet hätte: Zuerst beschließt die deutsche Bundesregierung längere Laufzeiten für alle AKW, und nur wenig später bebt in Fukushima die Erde. Das "Kulturjournal" stellt den Film vor, bevor er mit Diskussionsrunden in vielen Städten Norddeutschlands Station macht (u. a.: 20. August in Hamburg; 22. August in Braunschweig; 23. August in Kiel; 26. August in Lübeck und Lüneburg; 28. August in Husum).

      • Besser als Walt Disney: Der Literaturklassiker "Bambi" wird wiederentdeckt

      Generationen von Kindern haben im Kino geweint, als Bambis Mutter gestorben ist. Der Walt-Disney-Film aus dem Jahr 1942 gehört zu den großen Klassikern des Zeichentrickfilms, Bambi wurde zu einer unsterblichen Tierfigur, die fast jeder kennt. Die Buchvorlage und der Schriftsteller Felix Salten hingegen sind beim breiten Publikum in Vergessenheit geraten. Dabei lohnt sich die Lektüre des Originaltextes, der jetzt endlich wieder veröffentlicht wurde: "Bambi" (Unionsverlag). Der Roman besticht nicht nur durch meisterhafte Naturbeschreibungen, die auch fast 90 Jahre nach Erscheinen der Erstausgabe nichts an ihrer Frische verloren haben, er ist weit weniger kitschig und rührselig als der Disney-Film. Salten schreibt über die großen Themen wie Tod und Vergänglichkeit, scheut sich nicht vor drastischen Szenen, wenn Tiere gefressen oder erschossen werden. Der Autor Salten war zu Lebzeiten nicht nur mit "Bambi" erfolgreich: Er war um die Jahrhundertwende ein international gefragter Feuilletonist und schrieb unter Pseudonym den legendären erotischen Roman "Josefine Mutzenbacher". Das "Kulturjournal" spricht mit dem Literaturkritiker Volker Weidermann über einen Literaturklassiker, den es wiederzuentdecken lohnt.

      • Mystisch und voller Magie: Die atemberaubenden Wald-Bilder des Hamburger Fotografen Michael Lange

      Manchmal kann ihm das Wetter nicht schlecht genug sein: Für seine atemberaubenden Fotografien vom Wald mag der Hamburger Fotograf Michael Lange eine gewisse Trübnis. Oder er fotografiert in der Dämmerung, auch das verleiht seinen Bildern die Aura, um die es ihm geht: um Stille, Mystik, Weite. Er zeigt den deutschen Wald als einen geheimnisvollen Ort, eine Art Zauberwald. Es ist, als würde man beim Betrachten seiner Fotos in eine andere Welt eintauchen. Jetzt ist seine Fotoserie auf dem Umweltfotofestival "horizonte zingst" zu sehen (bis 31. August 2012). Das "Kulturjournal" begleitet den Künstler auf eine seiner Touren in den Wald und hat sich verzaubern lassen.

      • Skater in der DDR: Ein Film über die "Rollbrettfahrer"

      Ein Brett mit vier Rollen: daraus entstand eine eigene Jugendkultur: das Skateboard. Der Trendsport kam aus den
      USA nicht nur in die Bundesrepublik Deutschland. Auch in der DDR gab es Skater, die Rollbrettfahrer. Der dokumentarische Film "This ain`t California" erzählt die Geschichte einer Skater- Clique aus Magdeburg, die sich anfangs in mühevoller Heimarbeit ihre Boards zusammenschraubte. Schließlich zogen die Freunde nach Berlin, skateten auf dem Alexanderplatz und lebten dort ihren ganz eigenen Traum von Freiheit aus. Von den DDR-Oberen wurden die Rollbrettfahrer anfangs kritisch beäugt, schließlich erkannten die Sportfunktionäre aber im Skaten eine weitere Möglichkeit, bei internationalen Wettbewerben zu punkten. Der Film von Marten Persiel, der auf der "Berlinale" gefeiert wurde, vereint in einer Collage historisches Archivmaterial mit nachinszenierten Szenen. Nicht immer ist zu erkennen, ob die Bilder authentisch sind oder nicht. Aber: "This ain`t California" trifft das Lebensgefühl der Skater in der DDR.

      • West-östliche Klangwelten: Der chinesische Komponist Tan Dun beim Schleswig-Holstein Musik Festival

      Er bekam einen Oscar für seine Filmmusik zu "Tiger & Dragon", schrieb eine eigene Matthäus-Passion zum 250. Geburtstag von Johann Sebastian Bach, er komponierte die Oper "Marco Polo" in der Tradition des asiatischen Musiktheaters. Kein Komponist verbindet westliche und östliche Musik so stark wie der in New York lebende Chinese Tan Dun. Er arbeitet mit dem klassischen Sinfonieorchester genauso wie mit chinesischen Instrumenten, aber auch mit den Geräuschen von Wasser, Steinen oder Papier. Im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals wird Tan Dun der Bach-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg verliehen, außerdem dirigiert der Komponist eigene Werke: Filmmusiken und als Uraufführung das Schlagzeugkonzert mit Martin Grubinger als Solisten (18. August in Hamburg; 19. August in Flensburg).

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