• 12.08.2012
      20:15 Uhr
      Die Küsten des Nordens Von Helgoland nach Sylt | Radio Bremen TV
       

      Von Helgoland führt dieser Teil von "Die Küsten des Nordens" zu den Halligen und den drei Schwestern - den Inseln Amrum, Föhr und Sylt. Die Folge erzählt von Menschen, die leben wie einst Robinson Crusoe, um der unberührten Natur im Wattenmeer ganz nah zu sein und den Sturmfluten vergangener Zeiten. Auf dem Festland ernten die Bauern aus der Erde und der Luft. Wenn die Sonne über dem Leuchtturm Westerheversand untergeht und kein Lüftchen weht, kann man den geheimnisvollen Klang Schlickkrebse hören.

      Sonntag, 12.08.12
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Von Helgoland führt dieser Teil von "Die Küsten des Nordens" zu den Halligen und den drei Schwestern - den Inseln Amrum, Föhr und Sylt. Die Folge erzählt von Menschen, die leben wie einst Robinson Crusoe, um der unberührten Natur im Wattenmeer ganz nah zu sein und den Sturmfluten vergangener Zeiten. Auf dem Festland ernten die Bauern aus der Erde und der Luft. Wenn die Sonne über dem Leuchtturm Westerheversand untergeht und kein Lüftchen weht, kann man den geheimnisvollen Klang Schlickkrebse hören.

       

      Nur wenige Kilometer von Helgoland entfernt liegt mitten im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer Deutschlands einzige Bohr- und Förderinsel, die Mittelplate. Von dort aus werden drei Prozent des deutschen Rohölbedarfs geliefert. In Sichtweite befindet sich die Insel Trischen. Sie ist für den Menschen gesperrt und dient den Seevögeln als Rastplatz. Die Biologin Janina Spalke untersucht hier einen Sommer lang die Brutzahlen der gefiederten Inselbewohner. Ihr einziger Kontakt zur Außenwelt ist für sieben Monate das Versorgungsboot, das einmal in der Woche anlegt.

      Vor der Küste des Festlands ist Kai Jesaitis mit dem Krabbenkutter unterwegs. Noch an Bord kochen er und Bootsmann Christoph die Nordseegarnelen ab, damit sie nicht verderben. Weiter nördlich liegt der Leuchtturm Westerheversand, das Wahrzeichen der Halbinsel Eiderstedt. Bei Windstille kann man die Laute der Schlickkrebse hören. Diesen geheimnisvollen Klang des Wattenmeeres liebt Lisa Thoms, eine von drei jungen Bewohnern am Leuchtturm, die hier ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren.

      Kreisförmig um Pellworm herum gruppieren sich die Halligen, kleine Inseln ohne Deiche. Die wenigen Häuser sind auf künstlich aufgeschütteten Erdhügeln, so genannte Warften, gebaut. Irgendwann, das weiß jeder hier, kann das Meer höher steigen und alles mit sich reißen. Welche Wucht tosendes Wasser hat, sieht man beim alten Kirchturm auf Pellworm. Seit 1407 steht die Ruine als Fanal für die versunkene Stadt Rungholt. Helmut Bahnsen sucht hier nach Überresten der Sturmfluten.

      Am Festland hingegen waren die Siedler meist sicher vor den Fluten und deswegen reicher als die Bauern nahe am Meer. Im Simonsberger Koog zieht Landwirt Hermann Albers Ertrag aus dem Wind: Den Strom, den 13 Windräder erzeugen, speist er ins öffentliche Netz ein. Postschiffer Fiede Nissen ist mit seiner Lore bei Ebbe über einen einspurigen Schienendamm durchs Wattenmeer unterwegs. Manchmal kommt ihm ein anderer Wagen entgegen - dann gilt: Wer mehr als die Hälfte der Strecke hinter sich hat, hat Vorfahrt.

      Auf der Halbinsel Nordstrand lebt Georg Reynders, der Pastor des 1634 auf einem Deich errichteten Theresiendoms. Er ist Altkatholik, gleichzeitig die wohl unkonventionellste Seele auf Nordstrand, denn seine Gottesdienste auch im Internet übertragen. Die Insel Amrum hat an ihrer Westseite einen 15 Kilometer langen Schutzgürtel aus Sand, den Kniepsand. Dieser wurde in der Vergangenheit vielen Kapitänen und ihren Schiffen zum Verhängnis.

      Wolfgang Stöck überprüft täglich die Seezeichen und Leuchtfeuer, die die Seefahrer sicher in den Hafen leiten. Auf Föhr gibt es die typischen norddeutschen reetgedeckten Häuser. 30 Jahre hält das Reet, dann wird es brüchig und muss ausgetauscht werden. Helga Wögens bewirtschaftet den einzigen Biomilchhof der Insel. Auch wenn sie hart arbeitet, bewahrt sie sich Zeit für eine Leidenschaft: die echte Föhrer Tracht, genannt Ferring.

      Der elf Kilometer lange Hindenburgdamm verbindet das Festland mit Sylt. Bei Ebbe werden die Anbaubänke der Auster Sylter Royal sichtbar. Ihr Geschmack gilt als einzigartig. Bei Hörnum im Süden der Insel arbeitet die Strandkorbmacherin Svenja Trautmann. Seit Generationen stellt ihre Familie die Sylter Strandkörbe her, die heutzutage - in individueller Ausfertigung - in die ganze Welt geliefert werden.

      Nächste Folge: 19. August, 20.15 Uhr.

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      Sonntag, 12.08.12
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
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