• 06.03.2012
      18:15 Uhr
      NaturNah Die Ochsen vom Großen Moor - Film von Julia Panzer | Radio Bremen TV
       

      Ausladende Hörner, dichtes Fell - die Auerochsen im Großen Moor bei Gifhorn. Seit 2003 halten die Tiere Sträucher und Bäume kurz, um die einzigartige Moorlandschaft zu erhalten. Betreut werden sie von dem Biologen Jakob Drees.

      Dienstag, 06.03.12
      18:15 - 18:45 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Ausladende Hörner, dichtes Fell - die Auerochsen im Großen Moor bei Gifhorn. Seit 2003 halten die Tiere Sträucher und Bäume kurz, um die einzigartige Moorlandschaft zu erhalten. Betreut werden sie von dem Biologen Jakob Drees.

       

      Stab und Besetzung

      Autor Christian Ehrlich

      Bei dem Biologen steht zu Beginn des Auerochsen-Winters der wohl schmerzlichste Moment des Jahres an: Weil sich der Bestand der Auerochsen sehr gut entwickelt hat, müssen jetzt einige Bullen zum Schlachter. Zwar hat Jakob Drees kein Problem damit, das Fleisch seiner Rinder zu essen, dennoch ist die bevorstehende Trennung nicht einfach für ihn - schließlich kennt er jedes einzelne Tier, meist sogar seit der Geburt. Für Drees und seine Mitarbeiter beginnt eine nervenaufreibende Fangaktion, die nicht ungefährlich ist, denn die riesigen Stiere spüren die Anspannung des Teams, reagieren nervös und könnten die Menschen schwer verletzen. Eigentlich soll nur Deckbulle "Alex" mit der Kuhherde zusammenleben, um für Nachwuchs zu sorgen. Wenn alle Kühe trächtig sind, müssen die Auerochsen wieder nach Geschlechtern getrennt werden. Eine ziemlich anstrengende Arbeit, da die Auerochsen ganz andere Vorstellungen von der Herdenaufteilung haben als ihr Betreuer.

      Das Große Moor bei Gifhorn steht seit 1984 unter Naturschutz. Es bietet Lebensraum für seltene Vögel, Reptilien, Amphibien und Insekten. 2003 startete der NABU Gifhorn das Beweidungsprojekt im Großen Moor, geleitet vom Biologen Jakob Drees. Seitdem leben Heckrinder, die Nachzuchten der ausgestorbenen Auerochsen, Konikponys und Witzenhäuser Landschaftspflegeziegen auf ca. 50 Hektar Moorlandschaft. Sie sollen bei der Renaturierung des Moores helfen und typische Gehölze der Erstbesiedelung, vor allem Birken, kurz halten, um Lebensraum für seltene Moorpflanzen und damit auch für Vögel, Amphibien, Reptilien und Insekten zu schaffen und zu bewahren. Die Entwicklung der Natur auf den beweideten Flächen beobachtet der Biologe Uwe Kirchberger - und dokumentiert zusammen mit seinem Kollegen Drees, wie die abgetorften Flächen von der Natur zurückerobert werden. Die Weidetiere leben halbwild auf dem Gelände. dennoch sind sie neugierig und lassen sich von Jakob Drees mit einem Eimer Äpfel gerne anlocken.

      Der Winter ist im Moor gerade wegen des Bodenfrostes mit viel Arbeit verbunden. Nur an einem wirklich kalten Tag kann der Biologe zusammen mit dem Tierarzt die jährliche Blutentnahme zur Krankheitskontrolle und gegebenenfalls notwendige Impfungen bei den Rindern durchführen, denn nur dann ist der Boden im Moor wirklich trittsicher. Die gesamte Herde soll dafür in ein Fanggatter getrieben werden. Für die Auerochsen und für Jakob Drees einer der wichtigsten, aber auch aufreibendsten Termine im Jahr. Wenn alles klappt, ist für die Rinder der Spuk nach drei Stunden überstanden, wenn nicht, setzt es blaue Flecken für den Biologen.

      Wird geladen...

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 23.01.2021