• 28.06.2018
      15:15 Uhr
      Länder - Menschen - Abenteuer Mit dem Postboot auf dem Jenissej (2) - 2000 Kilometer durch Sibirien | Radio Bremen TV
       

      Die Menschen am Jenissej haben schon einiges durchgestanden. Viele kapitulieren vor der großen Kälte, der Einsamkeit und Weite des sibirischen Nordens, wollen zurückkehren nach Zentralrussland. Aber es gibt auch Naturfreunde im Hohen Norden, die auf dem Schiff die Zeit nutzen, ihre Netze zu flicken, die vom Fischfang leben, von der Jagd auf Bären, Zobel und wilde Rene. Das Gebiet, wo sich der Jenissej ins Nordmeer ergießt , ist für Ausländer gesperrt. Man braucht eine Ausnahmegenehmigung vom russischen Geheimdienst FSB. Der Hohe Norden ist eine der rohstoffreichsten Regionen Russlands.

      Donnerstag, 28.06.18
      15:15 - 16:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Die Menschen am Jenissej haben schon einiges durchgestanden. Viele kapitulieren vor der großen Kälte, der Einsamkeit und Weite des sibirischen Nordens, wollen zurückkehren nach Zentralrussland. Aber es gibt auch Naturfreunde im Hohen Norden, die auf dem Schiff die Zeit nutzen, ihre Netze zu flicken, die vom Fischfang leben, von der Jagd auf Bären, Zobel und wilde Rene. Das Gebiet, wo sich der Jenissej ins Nordmeer ergießt , ist für Ausländer gesperrt. Man braucht eine Ausnahmegenehmigung vom russischen Geheimdienst FSB. Der Hohe Norden ist eine der rohstoffreichsten Regionen Russlands.

       

      Stab und Besetzung

      Produktion Eva-Maria Wittke
      Autor Rita Knobel - Ulrich

      Der Jenissej ist einer der mächtigsten Ströme der Erde. Er fließt von der Mongolischen Grenze nordwärts durch ganz Sibirien bis zum Polarmeer. Hier gibt es keine Straßen und keine Schienen. Das Postschiff ist die einzige Verbindung zu den Menschen. Es fährt Tag und Nacht an endlosen Wäldern entlang, an winzigen Dörfern und kleinen Städten vorbei.
      Die Reise beginnt in Krasnojarsk. Von dort aus werden die Dörfer bis hinauf zum Nordpolarmeer mit Kohle, Lebensmitteln, Medikamenten und Post versorgt - alles sehnsüchtig erwartet. Nur vier Monate im Jahr ist Zeit, Notwendiges in die Siedlungen zu schaffen. Dann friert der Fluss zu bei Temperaturen von minus 40/50 Grad.

      Kapitän Pachomov kennt den Jenissej, ein stürmischer, gefährlicher Fluss mit reißender Strömung. Man sieht es vom Schiff aus: manche Ufer wirken wie abrasiert. An Bord sind Nenzen, die zu den Ureinwohnern Sibiriens gehören. Vor der russischen Eroberung lebten sie nicht in festen Häusern, sondern als Nomaden. Ihre Dorf ist so winzig, dass es keine Anlegestelle hat. Die Menschen klettern mitsamt ihren Habseligkeiten, wie Kühlschränken, Fernsehapparaten und Sofas die Bordwand herunter und steigen in Transportboote um. An einigen Anlegestellen warten Babuschkas mit Kartoschki , mit Kartoffeln, Gemüse und Obst aus ihrem Garten auf die Reisenden, um sich zur kargen Rente etwas dazuzuverdienen.

      Die Menschen am Jenissej haben schon einiges durchgestanden. Viele kapitulieren vor der großen Kälte, der Einsamkeit und Weite des sibirischen Nordens, wollen zurückkehren ins "materik" , nach Zentralrussland. Aber es gibt auch Naturfreunde im Hohen Norden , die auf dem Schiff die Zeit nutzen, ihre Netze zu flicken, die vom Fischfang leben, von der Jagd auf Bären, Zobel, wilde Rene und von den kargen Ernten ihrer winzigen Gärten.

      Schon die russischen Zaren verbannten Unbotmäßige in diese unwegsame Gegend. Später kamen im Auftrag des Zaren Kosaken, die auf der Jagd nach dem Zobel zu märchenhaftem Reichtum kamen und Vorposten des russischen Imperiums in Sibirien errichteten. Heute pflegen die Kosaken wieder ihre Traditionen, rekrutieren junge Leute und lehren sie, nach Kosakenart für Gott und Russland zu kämpfen. Die reichste Stadt am Strom, die unter dem Schutz der Kosaken stand, war einst Jenissejsk. Von hier aus gingen die Zobelfelle nach Nischni-Novgorod und dann auf die Rauchwarenmesse nach Leipzig.

      Auch während der Sowjetzeit wurden Menschen an den Jenissej verbannt: Die Nachfahren entlassener Lagerhäftlinge der Stalinzeit leben hier und Russlanddeutsche, die von ihren Siedlungen an der Wolga zu Beginn des Großen Vaterländischen Krieges 1941 nach Sibirien verschleppt wurden und heute noch in altmodischem Deutsch dem Fremden antworten. Einige treffen wir an Bord und besuchen sie in ihren Siedlungen.

      Das Gebiet, wo sich der Jenissej ins Nordmeer ergießt , ist für Ausländer gesperrt. Man braucht eine Ausnahmegenehmigung vom russischen Geheimdienst FSB. Der Hohe Norden ist eine der rohstoffreichsten Regionen Russlands. Unweit des Jenissej liegt Norilsk mit dem größten Nickelwerk der Welt. Ein halbes Jahr ist es hier, jenseits des Polarkreises, dunkel und eisig kalt. Das Werk zahlt hohe Löhne, um die Arbeitskräfte für das gigantische Werk, etwa 60.000 Menschen, bei der Stange zu halten.

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      15:15 - 16:00 Uhr (45 Min.)
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