• 16.01.2019
      14:15 Uhr
      die nordstory - Kapitäne auf kleinen und auf großen Pötten Radio Bremen TV
       

      Die nordstory war an Bord von kleineren und größeren Schiffen und stellt die wichtigsten Menschen auf der Brücke vor. Schiffe und Reviere der Kapitäne könnten unterschiedlicher nicht sein: Frachtensegler, Fahrgastschiff, Alstercabrio und Kreuzfahrtschiff - zwischen Alster und Atlantik. Noch ist es eher die Ausnahme, dass Frauen den Kapitäns-Job machen, obwohl Vera Steitz und Reinhild Nießen es nicht erwähnenswert finden, dass sie es genauso können wie ihre Berufskollegen Mats Günther und Peter Clarus.

      Mittwoch, 16.01.19
      14:15 - 15:15 Uhr (60 Min.)
      60 Min.

      Die nordstory war an Bord von kleineren und größeren Schiffen und stellt die wichtigsten Menschen auf der Brücke vor. Schiffe und Reviere der Kapitäne könnten unterschiedlicher nicht sein: Frachtensegler, Fahrgastschiff, Alstercabrio und Kreuzfahrtschiff - zwischen Alster und Atlantik. Noch ist es eher die Ausnahme, dass Frauen den Kapitäns-Job machen, obwohl Vera Steitz und Reinhild Nießen es nicht erwähnenswert finden, dass sie es genauso können wie ihre Berufskollegen Mats Günther und Peter Clarus.

       

      Die nordstory war an Bord von kleineren und größeren Schiffen und stellt die wichtigsten Menschen auf der Brücke vor. Frachtensegler, Fahrgastschiff, "Alster Cabrio" und Kreuzfahrtschiff, zwischen Alster und Atlantik: Noch ist es eher die Ausnahme, dass Frauen den Kapitäns-Job machen.

      Vera Steitz aus Rostock hat mit 32 Jahren schon Karriere in der Schifffahrt gemacht. Sie ist Staff-Kapitänin, der zweitwichtigste Rang an Bord der "AIDAsol", und übernimmt schon oft das Kommando auf der Brücke. Das bedeutet: 24 Stunden Stand-by, sieben Tage die Woche, drei Monate am Stück, dann frei. Veras Erkenntnis ist, dass Mathe doch ganz nützlich sein kann, wenn man beispielsweise die Zuglast der Taue beim Anlegen des Schiffes berechnen muss. Das Abitur hat sie "gerade so geschafft", das Studium schloss sie mit Eins ab. Und in einigen Jahren wird sie es ziemlich sicher auch zur ersten Frau an Bord der Flotte geschafft haben.

      Doch jetzt steuert sie erst mal auf ihren Urlaub zu. Nach drei Monaten Kreuzfahrt mit Ziel Norwegen und bis zu 3.000 Menschen pro Route an Bord, freut sie sich auf ihre Heimatstadt Rostock und will nur noch schlafen.

      Reinhild Nießen findet die Genderfrage bei der Bezeichnung Kapitän auch eher überflüssig. Als junge Frau war sie eine der ersten Schiffsmechanikerinnen Deutschlands, jetzt ist sie Kapitänin an Bord der "Wega 2" in Fedderwardersiel an der Außenweser. Nach vielen Jahren Großer Fahrt auf allen Weltmeeren wollte sie mit ihrem Mann, auch ein Seemann, mehr Regelmäßigkeit ins gemeinsame Leben bringen. Kurzerhand kauften sie ein Fahrgastschiff, die "Wega 2". Reinhild Nießen machte ihr nautisches Patent. Ein Hafen, kurze Touren, das Leben sollte ruhiger werden. Doch im vergangenen Jahr änderte sich ihre Situation dramatisch. Ihr Mann verstarb plötzlich, das Schiff musste verkauft werden. Doch Reinhild Nießen konnte bei der neuen Reederei anheuern und fährt nun wieder als Frau Kapitän auf dem Schiff, das ihr einmal gehört hat. Die 60-Jährige weiß aber nicht, ob und wie es weitergeht, während sie im Sommer Tausende von Touristen auf dem Wattenmeer hin und her schippert. Ein Leben ohne Schiff und ohne See ist für Reinhild Nießen nicht vorstellbar.

      Peter Clarus hatte genug vom Leben als Marketingmanager, immer unterwegs in der High Society. Alles sollte anders werden. Also machte er wagemutig sein Hobby Segeln zum Beruf. Er kaufte sich einen mittlerweile 100 Jahre alten Frachtsegler, der bereits als eine Art schwimmendes Hotel umgebaut war. Die "SÆLØR" verchartert er an alle, die mit ihm als Kapitän segeln wollen. Mitmachen an Bord ist dann Pflicht für alle Teilnehmer. Das gilt auch für Frau und Kind seines Bootsmannes, die in diesem Sommer von Kappeln nach Faaborg in Dänemark mitsegeln. Segel setzen, kochen, Tisch decken, abwaschen werden belohnt mit wunderschönen Aussichten auf die dänische Südküste, romantische Sonnenuntergänge mit gemütlichen Abenden an Bord. Dabei erzählt Peter Clarus Anekdoten aus seinem Leben als Marketingmanager und als Skipper, wobei er den Schritt dazu nie bereut hat.

      Mats Günther gehört mit 25 Jahren zu einer neuen, jungen Generation von Kapitänen zwischen Alster und Elbe. Er steuert das "Alster Cabrio" genauso sicher durch Hamburgs Kanäle wie die Barkassen durch die Speicherstadt oder die sogenannten "Bügeleisen" durch den Hafen nach Finkenwerder. Mit 17 Jahren machte er eine Lehre zum Hafenschiffer, mit 20 war er schon auf fast allen Hamburger Fährschiffen als Kapitän unterwegs. Er trägt Verantwortung für Menschenleben und teure Technik. Auf der Alster kann es in den Stoßzeiten schnell mal zu Kollisionen kommen. In den Kanälen ist die Durchfahrt manchmal so eng, dass er glatt das Obst aus den anliegenden Gärten pflücken könnte. Die Elbe hingegen ist mit ihren Tiden und dicken Pötten ein ganz anderer Schnack, sagt er. Ein Kapitäns-Klischee bedient allerdings auch Mats: Uniform muss sein! Die zieht er nur für sein Hobby aus: Stand-up-Paddling auf der Alster.

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