• 07.09.2013
      08:30 Uhr
      Die Reportage Die Lokführerin | Radio Bremen TV
       

      Barbara Pirch aus Willich bei Düsseldorf besitzt Deutschlands kleinstes Eisenbahnunternehmen und ist als Lokführerin hierzulande eine absolute Rarität. Mit ihren zwei alten E-Loks transportiert sie Waggons im Güterverkehr - mit körperlicher Höchstleistung. Autor Stefan Weiße und sein Kamerateam haben Barbara Pirch tage- und nächtelang auf Deutschlands Schienen begleitet und eine Lokomotivführerin erlebt, die mit viel Idealismus knallharte Arbeit verrichtet.

      Samstag, 07.09.13
      08:30 - 09:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Barbara Pirch aus Willich bei Düsseldorf besitzt Deutschlands kleinstes Eisenbahnunternehmen und ist als Lokführerin hierzulande eine absolute Rarität. Mit ihren zwei alten E-Loks transportiert sie Waggons im Güterverkehr - mit körperlicher Höchstleistung. Autor Stefan Weiße und sein Kamerateam haben Barbara Pirch tage- und nächtelang auf Deutschlands Schienen begleitet und eine Lokomotivführerin erlebt, die mit viel Idealismus knallharte Arbeit verrichtet.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Stefan Weiße
      Autor Stefan Weiße
      Redaktion Michael Krey

      Es ist eine einsame Fahrt über Schienen mit einem stählernen Monstrum, einer alten E-Lok 194, Baujahr 1954 - geführt von einer Frau. Barbara Pirch bedient die Lokomotive mit körperlicher Höchstleistung. "Automatisch geht hier gar nichts, alles läuft manuell." Bei jeder Bremsung, bei jeder Beschleunigung stemmt sie sich im Stehen gegen Hebel, dreht Handräder, kurbelt und drückt Knöpfe. Barbara Pirch aus Willich bei Düsseldorf besitzt Deutschlands kleinstes Eisenbahnunternehmen und ist als Lokführerin hierzulande eine absolute Rarität. Mit ihren zwei alten E-Loks transportiert sie Waggons im Güterverkehr. Sie fährt für ihre Kunden sogenannte Ad hoc- Einsätze durch ganz Deutschland, transportiert Autos, Dieselöl, Holz, Gase oder Kohle.

      Ihr Leben ist eines auf Abruf, ohne Komfort und Planungssicherheit. Selten weiß sie, was der Tag bringt. Sie sieht keinen Grund, den alten Loks abzuschwören, allein weil sie alt sind. Was die Zugkraft betrifft, "spiele ich immer noch in der ersten Liga". Die 46-Jährige, die früher Lokomotivführerin bei der Deutschen Bundesbahn war, hat ihre beiden E-Loks 2008 gekauft. "Das ist echte Handarbeit und kein Vergleich zum modernen ICE", meint die gelernte Betriebsschlosserin, die ihre Lokomotiven selbst in Schuss hält. "Die alten E-Loks sind technisch einfach zuverlässig und eine moderne Lokomotive würde mich auch gar nicht reizen".

      Ihre Lokomotiven aus der Reichsbahnzeit lassen auch die Herzen zahlreicher Eisenbahnfreunde höher schlagen - doch mit Romantik haben ihre Einsätze weniger zu tun, meint Pirch. "Es ist ein knallhartes Geschäft auf der Schiene und es gibt einen großen Konkurrenzkampf im Gütertransport." Zwar nimmt der Güterverkehr per LKW auf der Straße immer noch zu, doch auch auf dem deutschen Schienennetz ist er 2011 um 5,4 Prozent gewachsen. Seit 1994 ist das Schienennetz auch für private Unternehmen geöffnet, sodass rund 7000 Lokomotiven in Deutschland in Betrieb sind und derzeitig rund 400 Eisenbahnverkehrsunternehmen existieren. Autor Stefan Weiße und sein Kamerateam haben Barbara Pirch tage- und nächtelang auf Deutschlands Schienen begleitet und eine Lokomotivführerin erlebt, die mit viel Idealismus knallharte Arbeit verrichtet.

      Film von Stefan Weiße

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      Samstag, 07.09.13
      08:30 - 09:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

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