• 04.12.2018
      11:30 Uhr
      Typisch! Gunnar und die alten Öfen Radio Bremen TV
       

      Vor 54 Jahren hat Gunnar Lassen das Handwerk des Ofensetzers gelernt. Und Öfen sind auch heute noch sein (Arbeits-)Leben. Vor allem antike Kachelöfen haben es dem gebürtigen Flensburger angetan. Gunnar Lassen gehört zu den Wenigen seiner Zunft, die diese Exemplare in der heutigen Zeit noch in- und auswendig kennen. Die "Typisch!"-Reportage begleitet den Ofensetzer während eines Großauftrags und macht deutlich, mit wie viel Herz und Können einer der letzten Ofensetzer Schleswig-Holsteins seinen Beruf lebt und liebt.

      Dienstag, 04.12.18
      11:30 - 12:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Vor 54 Jahren hat Gunnar Lassen das Handwerk des Ofensetzers gelernt. Und Öfen sind auch heute noch sein (Arbeits-)Leben. Vor allem antike Kachelöfen haben es dem gebürtigen Flensburger angetan. Gunnar Lassen gehört zu den Wenigen seiner Zunft, die diese Exemplare in der heutigen Zeit noch in- und auswendig kennen. Die "Typisch!"-Reportage begleitet den Ofensetzer während eines Großauftrags und macht deutlich, mit wie viel Herz und Können einer der letzten Ofensetzer Schleswig-Holsteins seinen Beruf lebt und liebt.

       

      Stab und Besetzung

      Produktion Frederik Keunecke
      Autor Verena Künstner
      Redaktion Christian Pipke

      Eigentlich könnte Gunnar Lassen (69) schon längst in Rente sein. Verdient hätte er sie. Doch er denkt überhaupt nicht daran, sich auf die faule Haut zu legen. Vor 54 Jahren hat er das Handwerk des Ofensetzers gelernt. Und Öfen sind auch heute noch sein (Arbeits-)Leben.

      Vor allem antike Kachelöfen haben es dem gebürtigen Flensburger angetan. Gunnar Lassen gehört zu den Wenigen seiner Zunft, die diese Exemplare in der heutigen Zeit noch in- und auswendig kennen.

      Als in den 1970er-Jahren die Fernwärme in den Norden kam und viele Menschen ihre alten Öfen loswerden wollten, rettete Gunnar Dutzende von ihnen vor einem Ende im Container. In ihre keramischen Einzelteile zerlegt, sammelte er sie in drei angemieteten Lagerräumen, um irgendwann einmal ein Ofenmuseum für seine Enkel zu errichten.

      Doch dazu kam es nie: Die Zeit verging und immer häufiger fragten Kunden nach antiken Modellen, die aber kaum noch zu kriegen waren. Das war die Chance für Gunnar Lassen, seine alten Schätze anzubieten und ihnen damit ein zweites Leben zu schenken. Jeden einzelnen hat er damals abgebaut, heute baut er sie eigenhändig wieder auf. Kachel für Kachel, in reiner Handarbeit.

      Mittlerweile ist Gunnar Lassen in ganz Schleswig-Holstein unterwegs, seine Kundschaft ist breit gefächert. Sogar der Adel gehört dazu: Acht Jahre lang lebte er auf dem Gelände des Schlosses Glücksburg und stellte dort seine antiken Öfen aus. Seine direkte Nachbarin: Prinzessin Elisabeth zu Ysenburg und Büdingen. Ihr Sohn wünschte sich für sein Anwesen in Hessen einen Kachelofen, den Gunnar Lassen natürlich gern gebaut hat.

      Die wahre Kunst des Ofensetzens ist nach dem Bau des Ofens nicht mehr zu sehen: Die sogenannten Fallzüge im Inneren muss Gunnar so setzen, dass die Heizgase später optimal hindurchströmen können und möglichst viel Wärme gespeichert wird.

      An seine drei Söhne konnte Gunnar sein Wissen nicht weitergeben. Sie haben sich für andere Berufe entschieden. Doch in dem 41-jährigen Dänen Jeppe Thomsen hat der Ofensetzer jemanden gefunden, der seine Leidenschaft zu der alten Handwerkskunst teilt. Mit seinem Angestellten und den Öfen verbringt Gunnar mehr Zeit als mit seiner Frau Erika, mit der er seit 46 Jahren verheiratet ist. Sie sei aber, gleich nach den Öfen, seine ganz große Liebe, sagt Gunnar.

      Die "Typisch!"-Reportage begleitet den Ofensetzer während eines Großauftrags und macht deutlich, mit wie viel Herz und Können einer der letzten Ofensetzer Schleswig-Holsteins seinen Beruf lebt und liebt.

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