• 15.11.2018
      01:25 Uhr
      Weltbilder ARD-Themenwoche "Gerechtigkeit" | Radio Bremen TV
       

      Themen u.a.:

      • USA: verheerende Waldbrände in Kalifornien
      • Japan: Höflichste Feuerwehr der Welt
      • Spanien: Umstrittener Organ-Tourismus
      • USA: Schicksal getrennter Familien
      • Ghana: Moderne Sklaverei in Fußballschule
      • Pakistan: Was wird aus der Christin Asia Bibi?

      Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 15.11.18
      01:25 - 01:55 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen u.a.:

      • USA: verheerende Waldbrände in Kalifornien
      • Japan: Höflichste Feuerwehr der Welt
      • Spanien: Umstrittener Organ-Tourismus
      • USA: Schicksal getrennter Familien
      • Ghana: Moderne Sklaverei in Fußballschule
      • Pakistan: Was wird aus der Christin Asia Bibi?

       

      Stab und Besetzung

      Produktion Stefanie Röhrig
      Moderation Julia-Niharika Sen
      Redaktionelle Leitung Christiane Justus
      Redaktion Nicole Bölhoff
      Daniel Satra
      • USA: verheerende Waldbrände in Kalifornien

      Das Pierce College ist für sie die Rettung: Mehr als 100 Menschen haben in dieser Schule Zuflucht vor dem Feuer gefunden. Und viele sind mit ihren Haustieren extra hierher gekommen, denn nicht in allen Notunterkünften sind Tiere zugelassen. Gerade wurde hier ein Schäferhund operiert, der Brandwunden hatte. Alle sind vor den Flammen geflohen und noch weiß keiner, wann sie nach Hause zurückkehren können und was von ihrem Zuhause überhaupt noch übrig geblieben ist. Die Lage im Süden Kaliforniens ist sehr angespannt. Aufkommende Winde fachten die Flammen neu an. Insbesondere das Woolsey-Feuer nordwestlich von Los Angeles richtete viel Zerstörung an. Aber auch im Norden des Bundestaates ist die Zerstörung größer als je zuvor: Allein bei dem derzeit rund um den Ort Paradise tobenden Brand sind bislang 42 Menschen umgekommen. Aufgrund der Brände, die in der Vorwoche ausgebrochen waren, sind bereits Hunderte Quadratkilometer Wald verkohlt, Tausende Häuser zerstört worden. Und das Feuer ist noch lange nicht eingedämmt.

      • Japan: Höflichste Feuerwehr der Welt

      Jeden Morgen will alles auf Hochglanz poliert sein, bei der Feuerwehr von Saitama. Denn wenn um acht Uhr der Schichtwechsel ansteht, ist eine fehlerfreie Übergabe Pflicht. Wenn die Feuerwehr ausrückt, bleibt sie stets höflich und warnt die Mitbürger selbst vor dem Einsatz der Sirene: "Vorsicht, wir schalten gleich die Sirene ein" tönt es aus den Lautsprechern. Und auch jedes Abbiegemanöver wird vorher per Ansage erläutert: "Wir würden gerne rechts abbiegen, bitte sehr, danke schön". In Japan selbstverständlich. So erklärt Feuerwehrmann Yusuke Saito die Höflichkeiten: "Vor allem ältere Leute erschrecken, wenn plötzlich die Sirene losheult, deshalb machen wir das." Auch aufgezeichnete Ansagen sind verfügbar, eine für links abbiegen, eine für rechts, alles auf Knopfdruck.

      • Spanien: Umstrittener Organ-Tourismus

      In Spanien spenden so viele Menschen im Falle ihres Todes ihre Organe wie in keinem anderen Land der Welt. Denn hier ist per Gesetz jeder automatisch Organspender, es sei denn, er widerspricht. Die staatliche Koordination des Verfahrens gilt als vorbildlich, die Wartezeiten für ein Spenderorgan sind vergleichsweise kurz. Ganz anders in Deutschland. Deshalb versuchen immer mehr Deutsche in Spanien ein Organ zu bekommen. Die Unikliniken schlagen Alarm. Immer mehr Ausländer erhalten ein Organ auf Kosten der Spanier - vor allem Deutsche. Um Organtourismus auf Kosten der eigenen Patienten zu vermeiden, wollen die spanischen Behörden nun eine Mindestaufenthaltszeit im Land von zwei Jahren festlegen.

      • USA: Schicksal getrennter Familien

      Rose Escobar war so glücklich: Mit 14 Jahren hatte sie die Liebe ihres Lebens gefunden. Zwei Kinder, ein Haus, Arbeit - alles schien perfekt zu sein, für die vierköpfige Familie in Texas. Aber ihr Mann José stammt aus El Salvador und wurde ihnen eines Tages einfach entrissen. "'Rose, sagte er, du musst jetzt stark sein. Sie haben mich letzte Nacht abgeschoben.' Ich hab nicht damit gerechnet." José war als Jugendlicher illegal ins Land gekommen. Danach hat er sich nie etwas zuschulden kommen lassen. Seit die in den USA geborene Rose ihr Schicksal öffentlich machte, bekommt sie regelmäßig Hassbriefe. Diesen Hass versucht Rose, von ihren Kindern fern zu halten. Sie will ihnen Normalität bieten. Für den Geburtstag der beiden kauft sie eine Pinata in der einfachsten Ausführung. Sie muss sparen, denn sie will das Haus retten - ihren Familientraum. "Wofür kommen Menschen in die USA, das Land der Chancen? Der amerikanische Traum. Den gibt es nicht mehr. Die Freiheitsstatue schüttelt wahrscheinlich ihren Kopf über das, was mit Amerika passiert. Es ist nicht mehr das Gleiche", sagt Rose.

      • Ghana: Moderne Sklaverei in Fußballschule

      Mitten im Nirgendwo, zwei Auto-Stunden entfernt von Ghanas Hauptstadt Akkra, liegt eine der besten Fußballschulen Westafrikas: die "Right to Dream"-Akademie. 90 Kinder leben dort, essen und schlafen, gehen zur Schule - und trainieren Fußball auf Spitzenniveau. Und das alles kostenlos. Ein Lotto-Gewinn für viele von ihnen. Nur: Der schöne Schein trügt, denn finanziert wird die Fußballakademie von Manchester City, dem englischen Meister. Wie die "Football Leaks"-Daten zeigen, erwartet der reiche Spitzenklub eine illegitime Gegenleistung. Beobachter sprechen von moderner Sklaverei.

      • Pakistan: Was wird aus der Christin Asia Bibi?

      Die Christin Asia Bibi war 2010 wegen angeblicher Gotteslästerung in dem vorwiegend muslimischen Land Pakistan zum Tode verurteilt worden. Sie wurde gerade freigesprochen und aus dem Gefängnis entlassen. Das löste Proteste radikalislamischer Gruppen gegen die heute 51 Jahre alte Mutter von fünf Kindern aus. Die Demonstranten fordern Bibis Hinrichtung.
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      ARD-Themenwoche 2018 "Gerechtigkeit"

      Gerechtigkeit und Chancengleichheit in unserer Gesellschaft - darum geht es in der ARD-Themenwoche vom 11. bis 17. November 2018. "Gerechtigkeit ist ein Thema, das alle angeht", so NDR-Intendant Lutz Marmor, dessen Sender in diesem Jahr federführend für die Themenwoche ist. Volker Herres, Programmdirektor des Ersten, erklärt: "Eine Gesellschaft hält nur zusammen, wenn jeder sich in seiner Würde gerecht behandelt fühlt."
      Alle Fernseh- und Radioprogramme sowie die Online-Angebote der ARD beschäftigen sich vielfältig mit dem Thema und laden zur Diskussion ein. Die Genres reichen von dokumentarisch bis fiktional, von informativ und investigativ bis unterhaltsam und spielerisch. Die ARD-Themenwoche gibt es seit 2006 - ihr Ziel ist es, gesellschaftlich relevante Fragen breit und vielfältig aufzunehmen, viele Menschen damit zu erreichen und nachhaltig eine öffentliche, sachliche Diskussion anzustoßen.

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      Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 15.11.18
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