• 11.05.2013
      18:45 Uhr
      Viertel vor Sieben Die Kiosk-Kämpfer | SWR Fernsehen RP
       

      "Einfach nur warten, dass die Zeit rum geht, das ist nix für uns," so Martha Maxeiner. "Auch wenn die Leute denken, die spinnen doch - uns ist das egal.", ergänzt ihr Mann Gerhard. Beide sind fast 80 und haben sich entschieden, ihre leerstehende Werkstatt zu einem Kiosk um zu funktionieren. Sie waren als Familienunternehmen im Rollladenbau tätig - und haben rund um die Uhr dafür gearbeitet. Mit der Rente kam das Enkelchen - aber nun brauchen sie eine neue Herausforderung. Und sie sind sich sicher: die vielen Lahntouristen, die durch den 400-Seelen-Ort Laurenburg kommen, werden die Idee dankbar aufnehmen.

      Samstag, 11.05.13
      18:45 - 19:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      "Einfach nur warten, dass die Zeit rum geht, das ist nix für uns," so Martha Maxeiner. "Auch wenn die Leute denken, die spinnen doch - uns ist das egal.", ergänzt ihr Mann Gerhard. Beide sind fast 80 und haben sich entschieden, ihre leerstehende Werkstatt zu einem Kiosk um zu funktionieren. Sie waren als Familienunternehmen im Rollladenbau tätig - und haben rund um die Uhr dafür gearbeitet. Mit der Rente kam das Enkelchen - aber nun brauchen sie eine neue Herausforderung. Und sie sind sich sicher: die vielen Lahntouristen, die durch den 400-Seelen-Ort Laurenburg kommen, werden die Idee dankbar aufnehmen.

       

      Und die Laurenburger selbst sowieso. Denn hier gibt es weder Bäcker noch Tante Emma-Laden.

      Mit viel Elan und großem Engagement stürzen sich die beiden rüstigen Rentner in das Abenteuer "Kiosk mit 80" ... sie haben weder Ahnung von Gastronomie, Snacks und Getränken noch von Marketing - aber dafür haben sie jede Menge Herzblut. Das merken die Gäste schnell - und es spricht sich rum. Der Kiosk entwickelt sich im Dorf zu einem Treffpunkt - und für die Radfahrer zu einem beliebten Zwischenstopp.

      Aber die Maxeiners haben die Rechnung ohne die Behörden gemacht: das Bauamt bekommt Wind von der Sache und schickt zwei Sachbearbeiter vorbei: der Kiosk sei in dieser Form "nicht genehmigungsfähig". Nachbesserungen beim Brandschutz seien nötig. Umbaukosten: viele tausend Euro. Für die Maxeiners völlig inakzeptabel. Zum einen, weil sie das in ihrem Alter nie mehr erwirtschaften könnten - schon gar nicht mit ihrem Umsatz von ca. einem Euro pro Stunde - zum anderen, weil die Gäste sich im Brandfalle innerhalb von drei Sekunden auf die Straße flüchten könnten. In den Augen der ebenso entrüsteten wie rüstigen Rentner sind die Auflagen ein klarer Fall von Bürokratismus und Schikane.

      Und dabei wollten sie eigentlich nur "was Gutes tun" - für das Dorf - und für die durstigen Wanderer und Radfahrer. Ihnen war von Anfang an klar, dass der Kiosk nicht lukrativ sein würde - finanziell sind die Maxeiners gut abgesichert. Um Geld ging es ihnen nie bei dem Projekt. Sie wollten etwas Leben ins Dorf bringen - und selbst wieder mehr am Leben teilhaben. Einfach in Kontakt kommen. Mit den Touristen, den Laurenburgern, den Kindern.

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      Samstag, 11.05.13
      18:45 - 19:15 Uhr (30 Min.)
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      Stereo

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