• 13.10.2018
      10:30 Uhr
      Nachtcafé Was mir im Leben wichtig war | SWR Fernsehen RP
       

      Was zählt im Leben? Viele stellen sich diese Frage. Doch was wirklich wichtig ist, das erkennt man oftmals erst spät. Und manchmal auch zu spät. - Was ist es, was die Menschen erfüllt und glücklich macht?

      Die Gäste:

      • Gerhart Baum, ehem. Bundesinnenminister
      • Gionatan Curia, lebt mit einem seltenen Gendefekt
      • Vanessa Weil, Krebspatientin
      • Angelika Kallwass, Psychologin
      • Oliver Moßmann, erkrankte an ALS
      • Tamara Dietl, pflegt das künstlerische Erbe ihres verstorbenen Mannes Helmut Dietl

      Samstag, 13.10.18
      10:30 - 12:00 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Was zählt im Leben? Viele stellen sich diese Frage. Doch was wirklich wichtig ist, das erkennt man oftmals erst spät. Und manchmal auch zu spät. - Was ist es, was die Menschen erfüllt und glücklich macht?

      Die Gäste:

      • Gerhart Baum, ehem. Bundesinnenminister
      • Gionatan Curia, lebt mit einem seltenen Gendefekt
      • Vanessa Weil, Krebspatientin
      • Angelika Kallwass, Psychologin
      • Oliver Moßmann, erkrankte an ALS
      • Tamara Dietl, pflegt das künstlerische Erbe ihres verstorbenen Mannes Helmut Dietl

       

      Was zählt im Leben? Viele stellen sich diese Frage. Doch was wirklich wichtig ist, das erkennt man oftmals erst spät. - Und manchmal auch zu spät. Karriere, Erfolg und Anerkennung im Berufsleben? Oder Familie, eigene Kinder und ein Häuschen im Grünen? Was ist es, was die Menschen erfüllt und glücklich macht? Die meisten wünschen sich, etwas zu hinterlassen, einen Fußabdruck. Und Menschen, die sich gerne zurückerinnern, wenn man einmal nicht mehr da ist.

      Fällt es im Angesicht des nahenden Endes leichter, zu erkennen, was wirklich wichtig ist? Wie nutzt jemand, der schwer krank ist und nur noch wenige Jahre oder gar Monate zu leben hat, seine verbleibende Zeit? Nur mit Dingen, die ihn glücklich machen? Stellt eine schwerwiegende Diagnose das bisherige Leben in Frage und vielleicht sogar völlig auf den Kopf? Wie blickt ein hochbetagter Mensch am Ende seines Lebens zurück auf das, was war? Was war ihm wichtig - und hat er genau das auch gelebt? Was, wenn man am Lebensende erkennt, dass man auf das falsche Pferd gesetzt hat, Dinge verpasst hat, Chancen ungenutzt verstreichen ließ? Bereut man in Anbetracht der schwindenden Zeit die verpassten Möglichkeiten? Kann man sie nachholen? Oder muss man sich damit abfinden, dass es für manche Chancen einfach zu spät ist? Mit etwas Glück können Angehörige manche Wünsche eines geliebten Menschen auch noch nach seinem Tod erfüllen. Wenn sie zum Beispiel seine Lebensaufgabe zu ihrer eigenen machen und sie in seinem Sinne und in seinem Andenken weiterführen. Etwas, das bleibt.

      • Gerhart Baum

      Der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum blickt auf ein langes und bewegtes Leben zurück. Geprägt von der Kriegs- und Nachkriegszeit steht er auch heute noch, mit 85 Jahren, für seine politischen und gesellschaftlichen Überzeugungen ein. „Ich habe mich ein Leben lang für Bürgerrechte stark gemacht und das treibt mich bis heute an. Das hält mich jung und fit."

      • Gionatan Curia

      Die Folgen eines seltenen Gendefekts führten bei Gionatan Curia dazu, dass er in dem Wissen aufwuchs, ein deutlich kürzeres Leben zu haben als die meisten seiner Mitmenschen. Mit inzwischen 15 Prozent Lungenvolumen ist nur noch ein eingeschränktes Leben möglich, aber „alles was ich in meinem Leben erleben wollte, habe ich in der kurzen Zeit gemacht“, sagt der 21-Jährige.

      • Vanessa Weil

      Auch für Vanessa Weil sah es zwischenzeitlich so aus, als ob ihr nicht mehr viel Zeit bliebe. Lediglich ein Prozent Heilungschancen verblieben im Kampf gegen ihren Krebs. Sie bereitete sich auf den nahenden Tod vor und plante bereits ihre eigene Trauerfeier. Doch eine neue Therapie brachte die unerwartete Wendung: Das Krebswachstum ist aufgehalten. Heute sagt sie: „Ich musste erst krank werden, um zu wissen was ich habe.“

      • Angelika Kallwass

      Diplom-Psychologin Angelika Kallwass weiß, dass der Blick auf das eigene Leben sehr von der Situation und vom Alter abhängig ist. Älteren Menschen gelingt ein versöhnlicher Blick auf das Leben meist wesentlich einfacher als jungen Menschen. „Nach schlimmen Krankheitsdiagnosen entsteht oft eine Art Aktionismus, nämlich: Ich tue noch das, wo ich etwas tun kann, wo ich noch wählen kann“, so die Psychotherapeutin.

      • Oliver Moßmann

      Oliver Moßmann lebt ganz im Hier und Jetzt und konzentriert sich auf das, was ihn heute glücklich macht. „Die große Welt interessiert mich nicht mehr. Mir ist meine kleine Welt wichtig.“ Und das bedeutet vor allem Zeit mit seiner Familie. Zu dieser Sicht gezwungen wurde der 49-Jährige vor drei Jahren durch die Diagnose ALS – eine unheilbare, schnell verlaufende Krankheit.

      • Tamara Dietl

      Nach dem Krebstod einer engen Freundin veränderte Tamara Dietl ihr Leben grundlegend. Bald darauf lernte sie ihren späteren Ehemann, den Filmregisseur Helmut Dietl, kennen. Als dieser 2015 im Sterben lag, nahm er ihr das Versprechen ab, sein Andenken zu bewahren. Diese Herausforderung nahm Tamara Dietl an: „Dass er als Künstler in Erinnerung bleibt, dafür habe ich gesorgt.“

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