• 07.09.2012
      01:15 Uhr
      Die Goggelrobber Von Männern und Hühnern | SWR Fernsehen RP
       

      Man kann bekanntlich über alles streiten. Auch darüber, ob ein Huhn ein Kunstwerk ist. "Ist es", sagt Wolfgang Wellenreuther, Vorsitzender des Geflügelzüchtervereins Mannheim-Feudenheim. "Glaub ich nicht", meint SWR-Autor Friedrich Bohnenkamp und debattiert dann mit dem Experten die Frage, ob Fressen ein Zeichen von Intelligenz ist. Nein, das muss man nicht vor der Kamera diskutieren - aber man kann es, denn es geschieht nach Art der "Goggelrobber": Heiter, respektvoll. Und mit vollem Ernst.

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 07.09.12
      01:15 - 02:15 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      Man kann bekanntlich über alles streiten. Auch darüber, ob ein Huhn ein Kunstwerk ist. "Ist es", sagt Wolfgang Wellenreuther, Vorsitzender des Geflügelzüchtervereins Mannheim-Feudenheim. "Glaub ich nicht", meint SWR-Autor Friedrich Bohnenkamp und debattiert dann mit dem Experten die Frage, ob Fressen ein Zeichen von Intelligenz ist. Nein, das muss man nicht vor der Kamera diskutieren - aber man kann es, denn es geschieht nach Art der "Goggelrobber": Heiter, respektvoll. Und mit vollem Ernst.

       

      "Goggelrobber", also "Gockelrupfer", nennt der Mannheimer Volksmund Geflügelzüchter und seit 1902 will auf dem 10.000 Quadratmeter großen Vereinsgelände im ältesten Mannheimer Ortsteil das Kikerikien, Scharren, Balzen nicht enden. Rund 30 Parzellen - Schrebergärten nicht unähnlich - einige 100 Tiere, ein Lokal - das sind die Eckdaten dieser kleinen Welt, in der alles seine Ordnung hat. In der selbstgebaute Brutautomaten dafür sorgen, dass der Nachwuchs termingerecht das Neonlicht der Welt erblickt, in der jeder seine eigenen Zucht- und Futtermethoden und Geheimnisse hat und in der die Züchter spürbar nervös werden, wenn die Lokalschau ansteht: Wenn es also um die Schönheit, die Makellosigkeit der Tiere geht - und um Pokale. Denn wenn der Gockel Gnade vor den Augen der Juroren gefunden hat, dann werden aus Männern wieder Kinder; für sie ist Bescherung, mitten im Oktober. Und Männer sind die Züchter fast alle, die Goggelrobber sind ein Herren-Club, in dem - wen wundert es?! - die Damen letztlich doch das Sagen haben. "Ich dachte erst, es sei eine verschrobene Welt - aber es ist auch eine sehr schöne," sagt Neu-Goggelrobber Jürgen, der zum Staunen seiner Nachbarn den Hühnerstall mit Lehm und Bio-Lavendel renoviert und ein Bild von Mahatma Gandhi über seine Zwerg-New-Hampshire wachen lässt.

      "Die Goggelrobber - von Männern und Hühnern" handelt von einem Hobby, das den ganzen Mann fordert: Täglich muss und will er bei seinen Tieren sein. Denn Fütterung ist Pflicht - und anschließend das Bierchen mit dem Zuchtfreund gerne praktizierte Kür. Der Film handelt von einem sehr deutschen Verein, der aber international "aufgestellt" ist, mit einem amerikanischen und türkischen Zuchtfreund. "Die Goggelrobber - von Männern und Hühnern" ist eine liebevoll-augenzwinkernde Fernseh-Erzählung aus einer Welt, die kaum jemand kennt. Und ein gutes Beispiel dafür, dass so ein Leben vielleicht banal sein kann, dabei aber immer wieder rührende oder witzige Momente bietet. Man muss sie nur sehen.

      Film von Friedrich Bohnenkamp

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      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 07.09.12
      01:15 - 02:15 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

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