• 01.11.2011
      11:40 Uhr
      Fernsehlieblinge: Deutschland, deine Krimis SWR Fernsehen RP
       

      Ob "Tatort" im Westen oder der "Polizeiruf" im Osten - auf beiden Seiten der Mauer schaute man begeistert Krimis. Ein Rückblick auf die Krimi-Serien im Zeitalter des Kalten Krieges.

      Dienstag, 01.11.11
      11:40 - 12:25 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Ob "Tatort" im Westen oder der "Polizeiruf" im Osten - auf beiden Seiten der Mauer schaute man begeistert Krimis. Ein Rückblick auf die Krimi-Serien im Zeitalter des Kalten Krieges.

       

      "Deutschland, deine Krimis" erzählt die bewegte Geschichte des deutschen TV-Krimis in Ost und West und analysiert, wie politische Großwetterlagen die Geschichten beeinflussten. Die Crème de la Crème der deutschen TV-Kommissare stand dem Regisseur des Films, Thomas Hausner, bei seinen Dreharbeiten für Interviews zur Verfügung: Götz George (West), Henry Hübchen (Ost), Fritz und Elmar Wepper (West), Andreas Schmidt-Schaller (Ost), Nicole Heesters (West). Sie geben einen unerwartet offenen Einblick in die Geschichte der deutschen Kriminalfilme.

      Knapp ein Jahr nach dem Fall der Mauer 1989 kam es auf den deutschen Fernsehschirmen zu einem denkwürdigen Ereignis: Die BRD-"Tatort"-Kommissare Horst Schimanski und Christian Thanner ermitteln zusammen mit den DDR-"Polizeiruf 110"-Kommissaren Leutnant Thomas Grawe und Hauptmann Peter Fuchs in der gemeinsamen TV-Produktion "Unter Brüdern". Die populärsten Kommissare aus Ost und West in einem Film, eine filmische Wiedervereinigung der besonderen Art. Sie führte zusammen, was sich seit 1957 parallel, aber nicht unabhängig voneinander, im Fernsehen der beiden deutschen Staaten zur Freude des Publikums entwickelt hatte.

      Begonnen hatte die Tradition der eigenständigen deutschen Fernsehkrimis 1957 mit zwei Hamburger Journalisten, Wolfgang Menge und Jürgen Roland. Sie berichteten in fiktionaler Form über die Arbeit der Polizei und begründeten damit ein Genre, das bis heute weltweit hohes Ansehen genießt: der deutsche Fernsehkrimi. "Stahlnetz" war von Anfang an ein Straßenfeger - in Ost und West. Das Fernsehen der DDR in Berlin Adlershof reagierte schnell auf diesen Erfolg und schuf das ostdeutsche Pendant "Blaulicht". Ebenfalls eine fiktionale Serie, die über die Arbeit der Volkspolizei berichtete. "Stahlnetz" berichtete über die Kriminalität des Wirtschaftswunderlandes und "Blaulicht" über die Kriminalität, die aus dem Westen in den Osten schwappte, denn als überlegene Gesellschaftsform durfte es in der DDR keine Kriminalität geben. Beide Krimireihen kamen in Ost und West beim Zuschauer sehr gut an. Schnell entschlossen sich die Sender, neue Kommissarfiguren zu kreieren. Erik Ode als Kommissar Keller, Fritz Wepper als Inspektor Harry Klein oder Horst Tappert als Kommissar Stefan Derrick wurden in den folgenden Jahren zu Kultstars der Fernsehlandschaft. Es gab Einschaltquoten bis zu 80 Prozent erinnert sich Fritz Wepper, der im Film rückblickend analysiert: "Wir hatten nur eine Konkurrenz - die deutsche Fußballnationalmannschaft."

      Richtig Bewegung in die Krimiszene kam Anfang der 70er-Jahre dann durch den "Tatort". Die Filme waren spannender, unterhaltsamer und vor allem filmischer. Auch die Fernsehzuschauer in der DDR waren von der Serie begeistert und wanderten massenweise in die ARD ab. Ein erneutes Alarmsignal für die Macher in Adlershof. Sie hoben daher zügig den "Polizeiruf 110" aus der Taufe. Hier war erstmalig mit Sigrid Göhler, in der Rolle als Polizeileutnant Vera Arndt, eine Frau als Chefermittlerin zu sehen.

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      11:40 - 12:25 Uhr (45 Min.)
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