• 23.07.2011
      12:20 Uhr
      Nachtcafé Thema: Wie die Lust lebendig bleibt - Talkshow mit Wieland Backes | SWR Fernsehen RP
       

      Gäste:

      • Julia Heilmann (Autorin)
      • Werner Böhm (Komiker)
      • Monika Baders
      • Prof. Ulrich Clement (Paar- und Sexualtherapeut)
      • Bettina Hagen (Malerin)
      • Ralph Larouette
      • Birgit Kelle
      • Werner Pürmayer
      • Karina Schirl (Hotelbesitzer)

      Samstag, 23.07.11
      12:20 - 13:50 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Gäste:

      • Julia Heilmann (Autorin)
      • Werner Böhm (Komiker)
      • Monika Baders
      • Prof. Ulrich Clement (Paar- und Sexualtherapeut)
      • Bettina Hagen (Malerin)
      • Ralph Larouette
      • Birgit Kelle
      • Werner Pürmayer
      • Karina Schirl (Hotelbesitzer)

       

      Alle munkeln, doch keiner spricht es aus: Am Anfang ist die Lust auf den Partner riesig, doch schon nach wenigen Jahren herrscht tote Hose. Zu viel Alltag und Routine, zu viel Stress, zu viel Kindergeschrei und zu wenig Zeit sind die
      häufigsten Ursachen für die Flaute im Schlafzimmer.

      Unbefriedigend ist die Situation häufig für beide Parteien, besonders belastend wird es, wenn die Lustlosigkeit nur bei einem Partner auftritt. Denn dann sitzt zusätzlich auch noch die Angst im Nacken, der andere könnte seine ungestillten Bedürfnisse woanders befriedigen. Der Druck steigt - für die Reanimation des Liebeslebens denkbar schlechte Voraussetzungen!

      Während einige Experten raten, erst durch Abstand entstehe wieder Anziehung, warnen andere vor Panikmache: Wenig Sex in der Langzeitbeziehung sei noch lange kein schlechtes Zeichen. Vielmehr könnten seltenere Intimkontakte darauf hindeuten, dass sich beide Partner sicher gebunden fühlen und keiner die Beziehung bald verlassen wird. Hat Leidenschaft ein Ablaufdatum? Ist es wirklich ein schlechtes Zeichen, wenn der Sex im Laufe der Jahre weniger wird? Und was können wir von Paaren lernen, die auch noch nach Jahren ein erfülltes Liebesleben erleben?

      Die Bar:
      Lieber die düstere Teufel-Suite oder doch das rosige Paradies-Zimmer? Im europaweit einzigartigen Liebeshotel von
      Werner Pürmayer und Karina Schirl in Oberösterreich wird die Libido der Gäste auf vielfältige Weise angekurbelt. "Männer schätzen die Testosteron-Tour im hoteleigenen Sportwagen, Frauen mögen eher romantische Massagen im Heubett", sagt Pürmayer. Willkommen aber sind nur Paare, Kinder, Großeltern und Singles müssen draußen bleiben. "Sonst wird es nichts, mit dem Turbo für die Liebe", sagt der Hotel-Chef.

      Die Gäste:
      Nach der Geburt ihrer zwei Kinder wurde im Intimleben von Julia Heilmann alles anders: Die Lust war plötzlich weg. Der Körper war nicht mehr der alte, die Hormone spielten verrückt und waren die Kinder endlich im Bett, fehlte schlichtweg die Energie für Sex: "Ich musste mich regelrecht überwinden, wenn mein Mann nicht locker ließ", erinnert sich die Autorin. Heute ist sie froh, dass dieser so beharrlich war und neben Sex auch das Gespräch suchte: "Wegschweigen und Aussitzen ist keine gute Idee, haben wir festgestellt."

      Auch für Komiker-Urgestein Werner Böhm, bekannt als Gottlieb Wendehals, ist völlig klar: Geht die Lust aufeinander
      verloren, ist das ein schlechtes Zeichen für die Partnerschaft. Deshalb versucht der 70-Jährige hochmotiviert seine sexuelle Anziehungskraft aufrecht zu erhalten: "Meine Frau ist 29 Jahre jünger, da muss ich was tun, um fit zu bleiben", schmunzelt Böhm. Den größten Einschnitt in seinem Liebesleben erfuhr Böhm übrigens während seiner massiven Alkoholexzesse: "Alkohol ist der schlimmste Feind der Libido", weiß er heute.

      Monika Baders zweite Ehe hatte wunderschön begonnen, doch dann fegte der bewegte Alltag der Patchworkfamilie die Lust beiseite. Die Eheleute verloren alle Freude an- und jeglichen Kontakt zueinander. Monika Bader zog die Reißleine und verließ ihren Mann: "Tief in mir spürte ich noch ein Verlangen. Ich dachte, das kann doch nicht alles gewesen sein!", so die heute 70-Jährige, die in der nachfolgenden Zeit Dinge erlebte, die sie nie für möglich gehalten hätte.

      Während früher vor allem Frauen von sexueller Unlust betroffen waren, sind es heute eher die Männer", weiß der renommierte Paar- und Sexualtherapeut Prof. Ulrich Clement. Trotzdem betont der 60-Jährige, dass es völlig normal ist, wenn die Leidenschaft im Laufe der Jahre in den Hintergrund rückt. Problematisch werde die Situation dann, wenn ein Partner dies als belastend empfinde, so Clement, der bereits vielen Paaren dazu verhalf, die Leidenschaft füreinander neu zu entfachen.

      Bettina Hagen und Ralph Larouette hatten immer schon ein lebendiges Sexleben - jedoch nicht innerhalb ihrer Ehe. "Wir lieben uns wirklich sehr, doch in sexueller Hinsicht haben wir einfach unterschiedliche Wellenlängen", so das Paar, das bereits seit 36 Jahren glücklich liiert ist. Da ihnen Sex dennoch viel bedeutet und sie nicht bereit sind darauf zu verzichten, geben sie sich für andere frei. Und das alles, wie sie sagen, ganz ohne Eifersucht.

      Für Birgit Kelle sind solche Lebenskonzepte unvorstellbar. Die konservative Christin und Mutter von vier Kindern würde lieber ganz auf Sexualität verzichten, als ihn außerhalb ihrer Ehe zu praktizieren. "So elementar wichtig kann er nicht sein, als dass ich meinen Mann betrügen würde", weiß die 36-Jährige. Phasen der sexuellen Unlust sieht sie völlig gelassen entgegen und hält sie auch für normal: "Es ist krankhaft, wie manche Menschen ihrer sexuellen Agilität hinterher eifern."

      Das Nachtcafé ist keine Arena für Exhibitionisten und Voyeure. Zynismus und Krokodilstränen haben keinen Platz, wohl aber Menschen aller Art, die den Zuschauern etwas zu erzählen haben.

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