• 12.11.2010
      22:00 Uhr
      Nachtcafé Die Familie und das liebe Geld - Moderation Wieland Backes | SWR Fernsehen RP
       

      Gäste:

      • Sky du Mont
      • Claudia Verlande
      • Hermann Messmer
      • Balázs Turán
      • Sieglinde Zimmer-Fiene
      • Gregor Grill
      • Prof. Fritz B. Simon
      • Marie Rebmann

      Freitag, 12.11.10
      22:00 - 23:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Gäste:

      • Sky du Mont
      • Claudia Verlande
      • Hermann Messmer
      • Balázs Turán
      • Sieglinde Zimmer-Fiene
      • Gregor Grill
      • Prof. Fritz B. Simon
      • Marie Rebmann

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Wieland Backes
      Gast Sky du Mont

      Warum hört beim Geld bei vielen der Familienfrieden auf? Fördert Geld den wahren Charakter zutage? Wie kann man Streitigkeiten vermeiden?
      Zoff um den Zaster - das kommt in den besten und nicht selten auch in den reichsten Familien vor: Wenn der Kampf um das Vermögen erst mal entbrannt ist, wird mit harten Bandagen vor Gericht um jeden Cent gerungen. Ob Entmündigung oder Enterbung - die lieben Verwandten ziehen oft ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten das gesamte Register. Auch wenn sich die gewohnten Rollenverhältnisse plötzlich umkehren, kann das Dynamit für das Familienleben bedeuten: Die Frau macht Karriere, der Mann wird arbeitslos - laut Familienreport 2010 ist in jeder zehnten Familie die Frau der Hauptverdiener. Wenn er dann am finanziellen Tropf seiner Frau hängt, nagt das oft schwer am Selbstbewusstsein und wird zu einer extremen Belastungsprobe. Ein unerwarteter, warmer Geldregen kann für Familien genauso zur großen Herausforderung werden wie eine Privatinsolvenz: Wer von Schampus auf stilles Wasser umsteigen muss, sieht die liebe Familie oftmals nur noch von hinten.

      Die Gäste:
      Der Schauspieler Sky du Mont ist ein gern gesehener Gast auf dem roten Teppich und bei Gala-Veranstaltungen. So mondän ging es jedoch nicht immer zu. Nach der frühen Trennung der Eltern lebte die Mutter mit den beiden Söhnen in einfachsten Verhältnissen. Sky du Mont weiß wie es ist, wenig Geld zu haben - eine Erfahrung, die ihn bis heute geprägt hat. "Liebe und Familie sind für mich wichtiger als Geld", sagt ein Mann, der beide Seiten kennengelernt hat.

      Über 620.000 Euro groß war der Schuldenberg, auf dem Claudia Verlande nach der Trennung von ihrem Mann saß. Um sein Unternehmen vor dem Konkurs zu retten, hatte sie erst eine Bürgschaft unterzeichnet, anschließend das stark belastete Haus allein auf sich überschreiben lassen. "Er hat mir eigentlich nur Schulden zugeschanzt", meint Verlande heute.

      Diesen Satz hat Staranwalt Hermann Messmer im Laufe seiner Karriere oft gehört. In über 5000 Scheidungsprozessen hat er die Erfahrung gemacht, dass scheidende Ehepaare am häufigsten über Geld streiten. Und nicht erst bei der Trennung spielt das Finanzielle eine übergeordnete Rolle: "Es geht ja schon bei der Wahl des Partners los", so Messmer, "man spricht nicht umsonst von einer 'guten Partie', die Sicherheit bietet."

      In Trennung von seiner Frau lebt auch Balázs Turán - sie wohnt mit den beiden gemeinsamen Söhnen 800 Kilometer vom Vater entfernt. Vor allem die Unterhaltszahlungen für die Exfamilie machen Turán zu schaffen. Am Ende bleiben ihm selbst 1000 Euro monatlich. Zu wenig, um mit seiner neuen Lebenspartnerin eine eigene Familie zu gründen. "Erst wenn ich keinen Unterhalt mehr an meine Exfrau zahlen muss, können wir uns eigene Kinder leisten!"
      Auch Sieglinde Zimmer-Fiene zieht heute eine ernüchternde Bilanz: 170.000 Euro Schulden, Anzeigen wegen Betrugs und die Zwangseinweisung in die Psychiatrie. 26 Jahre litt sie an Kaufsucht und stürzte damit sich und die Familie ins Unglück. Im Kaufrausch versuchte sie sich von der Trauer um ihren verstorbenen Ehemann abzulenken. "Ich wusste nicht, dass mich die Sucht in den finanziellen Ruin treiben würde. Eigentlich wollte ich das Gegenteil bewirken. Allen sollte es gut gehen, vor allem meinen Kindern."

      Mit Schrecken erinnert sich Gregor Grill an April 2009 zurück. Ein langjähriger Erbstreit brachte eine schwelende Geschwisterfehde zum Eskalieren. Die Bilanz: zwei Tote und drei Verletzte im Gerichtssaal. Dabei ging es vor dem Landgericht um eine vermeintliche Routineangelegenheit in Form einer Auskunftsklage - bis Grills Schwager einen Revolver zog.

      Prof. Fritz B. Simon betrachtet die Familie als gemeinsame Überlebenseinheit. "Geld spielt hierbei eigentlich keine Rolle, denn alle Familienmitglieder sollen füreinander einstehen, ohne im Einzelnen aufzurechnen, wer wem welche Leistung gebracht hat", so der Familientherapeut. Trotzdem kommt es regelmäßig dazu - mit verheerenden Folgen: "Die Überlebenseinheit Familie löst sich dann auf, weil sie keine Einheit mehr ist."

      An der Bar:
      Täglich aufgerechnet wurde in der Familie von Marie Rebmann: Ob Heizungskosten, Restaurantbesuch oder Urlaub - der Geiz ihres Partners kostete sie viele Nerven. Auch die beiden gemeinsamen Kinder hatten unter dem Sparzwang des Vaters zu leiden. Schließlich wurde der Geiz zu einem massiven Beziehungsproblem und führte zur Trennung. "Noch heute gehen bei mir alle Alarmglocken an, wenn ich auf einen Geizkragen treffe", so Rebmann.

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      Freitag, 12.11.10
      22:00 - 23:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

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