• 26.02.2021
      22:00 Uhr
      Nachtcafé Zuhause ist's am schlimmsten - Angst und Gewalt daheim | SWR Fernsehen RP
       

      Ein Ort der Geborgenheit soll das Zuhause sein. Doch immer wieder wird das "traute Heim" zur Hölle, in der für die Betroffenen vor allem Angst und Gewalt regieren. Jede vierte Frau in Deutschland wird im Laufe ihres Lebens einmal Opfer von Gewalt durch ihren aktuellen oder ehemaligen Partner. Doch auch wenn rund 80 Prozent der Gewalttaten in Beziehungen von Männern verübt werden: Immer wieder werden auch sie Opfer. Ebenso sind Kinder immer wieder Opfer aller Arten von Gewalt. Wie übersteht man ein solches Martyrium? Wie kann man sich daraus befreien? Und was kann man von außen tun, um Betroffenen zu helfen?

      Freitag, 26.02.21
      22:00 - 23:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Ein Ort der Geborgenheit soll das Zuhause sein. Doch immer wieder wird das "traute Heim" zur Hölle, in der für die Betroffenen vor allem Angst und Gewalt regieren. Jede vierte Frau in Deutschland wird im Laufe ihres Lebens einmal Opfer von Gewalt durch ihren aktuellen oder ehemaligen Partner. Doch auch wenn rund 80 Prozent der Gewalttaten in Beziehungen von Männern verübt werden: Immer wieder werden auch sie Opfer. Ebenso sind Kinder immer wieder Opfer aller Arten von Gewalt. Wie übersteht man ein solches Martyrium? Wie kann man sich daraus befreien? Und was kann man von außen tun, um Betroffenen zu helfen?

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Michael Steinbrecher

      Ein Ort der Geborgenheit soll das Zuhause sein. Doch immer wieder wird das "traute Heim" zur Hölle, in der für die Betroffenen vor allem Angst und Gewalt regieren. Jede vierte Frau in Deutschland wird im Laufe ihres Lebens einmal Opfer von Gewalt durch ihren aktuellen oder ehemaligen Partner. Dabei ist das kein besonderes Problem von einigen wenigen, sondern es durchzieht alle Schichten. Vor allem Trennungen sind ein großes Risiko für die Frauen, die mitunter um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie sich entscheiden, ihren Partner zu verlassen. Doch auch wenn rund 80 Prozent der Gewalttaten in Beziehungen von Männern verübt werden: Immer wieder werden auch sie Opfer. Aus Scham darüber, von einer Frau geschlagen zu werden, und aus Angst, dass man ihnen nicht glaubt, trauen sich viele Männer nicht, Hilfe zu suchen. Ebenso sind Kinder immer wieder Opfer aller Arten von Gewalt. Seelische und körperliche Misshandlungen, sexueller Missbrauch, gerade von den Personen, die sie lieben und denen sie vertrauen. Was es für Kinder bedeutet, wenn sie kein sicheres Zuhause haben, ist kaum zu unterschätzen.

      Wie übersteht man ein solches Martyrium? Wie kann man sich daraus befreien? Und was kann man von außen tun, um Betroffenen zu helfen? "Zuhause ist's am schlimmsten - Angst und Gewalt daheim" - das ist das Thema bei Michael Steinbrecher im "Nachtcafé".

      Die Gäste:
      Jennifer Schmetzer war auf der Suche nach Liebe und Glück, als sie einen vermeintlichen Traummann kennenlernte. Alles schien perfekt, doch schon nach wenigen Monaten zeigte er ein anderes Gesicht und schnell gehörten Demütigungen und Gewalt zum Alltag. "Ich habe mich noch nicht einmal getraut, heimlich Hilfe zu rufen", sagt die selbstbewusste Frau, die niemals gedacht hätte, dass sie in eine solche Situation kommen könnte.

      Wie gefährlich es für Frauen sein kann, wenn sie sich aus einer gewaltvollen Beziehung lösen wollen, musste Marianne Harms-Metzger auf tragische Weise erfahren. Ihre Tochter Anne wurde von ihrem damaligen Partner massiv unterdrückt, nach der Trennung eskalierte die Gewalt: Er ermordete Anne und den gemeinsamen vierjährigen Sohn. Harms-Metzger sagt: "Der Tathergang läuft bei mir jeden Tag wie ein Film ab. Ich habe noch mehr lebenslänglich als dieser Mann."

      Wie aus Überforderung Gewalt wird, erlebten Felix und Sophie Stoppert. Als Sophie zunehmend in eine Sucht abglitt, stand Felix hilflos daneben - und seine Aggression wuchs immer mehr. "Ich habe erstmal mit verbaler Gewalt reagiert, hab geschrien und getobt. Und irgendwann hab ich sie geschlagen", sagt Felix Stoppert. Und Sophie Stoppert ergänzt: "Ohne professionelle Hilfe wären wir aus dieser Spirale nicht herausgekommen."

      Bereits in ihrer frühen Kindheit erlitt Clarissa Vogel ein Martyrium. Über zehn Jahre hinweg wurde sie von ihrem Stiefopa und weiteren Männern sexuell missbraucht und misshandelt. Hilfe zu suchen traute sie sich nicht. "Ich hatte so große Angst. Die Wahrheit zu sagen, kam für mich gar nicht in Frage", sagt sie heute. Ihre Mutter Christel Hotz-Vogel ahnte von all dem nichts: "Missbrauch lag fern aller meiner Vorstellungen". Sie konnte ihrer Tochter damals nicht helfen.

      Die Psychologin und Trauma-Expertin Dr. Elisabeth Kaiser beschäftigt sich schon lange mit häuslicher Gewalt und ihren Folgen. Misshandlung und Missbrauch hinterlassen Spuren, manchmal lebenslang. Sie sagt aber: "Wir müssen lernen hinzuschauen." So lasse sich Betroffenen häufig helfen, bevor es zu spät ist, denn es sei schwer, sich aus gewalttätigen Beziehungen aus eigener Kraft zu lösen.

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